Bewilligung endet: Letzte Frist für Mozart-Verkäufer
Ab dem 1. Juli gilt ein umfassendes Verbot für den kostümierten Ticketverkauf am Stephansplatz, auf der Kärntner Straße, am Graben, am Stock-im-Eisen-Platz sowie auf dem Herbert-von-Karajan-Platz vor der Staatsoper.
Ab Monatsende gehören die kostümierten Ticketverkäufer auf den zentralen Plätzen der Wiener Innenstadt endgültig der Vergangenheit an, da die letzten Genehmigungen auslaufen. Offiziell ist das Verbot zwar schon seit dem 8. Mai in Kraft, nun endet jedoch auch die letzte Übergangsfrist. Hintergrund der Maßnahme waren unter anderem wiederholte Beschwerden von Touristen, die sich von den Verkäufern bedrängt gefühlt hatten. Das Verbot gilt am Stephansplatz, in der Kärntner Straße, am Herbert-von-Karajan-Platz vor der Oper und am Graben.
Beschwerden von Opern-Besuchern und Touristen
Grund für das Durchgreifen der Stadt sind die über die Jahre gehäuften Beschwerden von Touristen und Operngästen. Neben dem aufdringlichen Verhalten der „Mozarts“ spielten dabei auch wiederholte Gesetzesverstöße eine Rolle.
Schon 2021 auf bestimmte Zonen eingeschränkt
Schon 2021 gab es einen ersten Versuch der Stadt, das Problem einzudämmen, indem die kostümierten Verkäufer auf feste Zonen – etwa vor dem Hauptportal des Stephansdoms – beschränkt wurden. Weil sich viele jedoch nicht an diese Grenzen hielten, zieht die Stadt jetzt die Reißleine. Damit soll die Kommerzialisierung der Plätze gestoppt werden.
34 Verstöße bei 75 Kontrollen
Besonders am stark überlaufenen Stephansplatz wird das Verbot von Politik, Kultur und Kirche begrüßt. Dass Kontrollen nötig sind, belegen die Zahlen der Gruppe Sofortmaßnahmen: Bei 75 Überprüfungen in der City gab es im laufenden Jahr bereits 34 Beanstandungen.
Illegale Ticketverkäufe vor der Oper
Zwar nicht so stark von Mozartverkäufern, dafür aber umso mehr von illegalen Ticketverkäufen ist die Wiener Staatsoper betroffen. Staatsoperndirektor Bogdan Roščić: „Es ist einfach zu Vieles vorgekommen, was vor allem den internationalen Gästen nicht zumutbar ist. Zum Beispiel gefälschte Karten, wodurch einzelne Plätze doppelt verkauft wurden, oder der Verkauf besonders günstiger Plätze um das Zehnfache. Ganz besonders aber das aggressive Behindern und die Irreführung unserer Gäste am Eingang zu den offiziellen Kassen.“
Auch Dompfarrer Toni Faber erfreut
Zuspruch kommt auch von Dompfarrer Toni Faber: „Persönlich habe ich mit vielen anderen Betroffenen den sehr oft aufdringlichen Konzertkartenverkauf durch kostümierte Mitarbeiter direkt vor dem Riesentor in den letzten 35 Jahren äußerst unangenehm empfunden. Ich freue mich außerordentlich über eine tragfähige Lösung für den ungehinderten Zugang zum Stephansdom.“
Mozartverkäufer dürfen an anderen Orten tätig sein
Die Ticketverkäufer weichen allerdings auch auf andere Standorte aus. Aktiv sind sie unter anderem am Neuen Markt, auf dem Michaelerplatz, am Opernring 2 sowie am Albertina- und Musikvereinsplatz.