Endstation für „Öffi-Packerl“: Pilotprojekt wird nicht fortgesetzt
Die Idee klang vielversprechend: Fahrgäste sollten Pakete auf ihren Alltagswegen in den Öffis mitnehmen und an eine Zielbox ausliefern. Doch jetzt ist klar, dass das Wiener „Öffi-Packerl“ keine Zukunft hat.
Pakete auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause einfach in der Straßenbahn mitnehmen: mit dieser Idee startete im Frühjahr 2025 das Pilotprojekt „Öffi-Packerl“ in Wien. Nun ist schon bald wieder Schluss. Am 29. Juli wurde bekannt, dass das Projekt nach Abschluss der Testphase nicht weitergeführt werden wird.
Nach 120 Paketen ist Schluss
Getestet wurde das System zwischen Ende März und Ende August 2025 entlang der Straßenbahnlinien 25 und 26 im Norden Wiens. Freiwillige Teilnehmer konnten mithilfe einer App Pakete an einer Station per QR-Code entnehmen, während ihrer Fahrt transportieren und an einer anderen Haltestelle wieder abgeben. Nach Angaben der Wiener Linien wurden während der Pilotphase 120 Pakete auf diese Weise befördert. Eine Fortsetzung des Projekts ist nicht vorgesehen, wie die Wiener Linien nun gegenüber dem ORF bestätigten. Auch die eigens errichteten Paketstationen an den Straßenbahnhaltestellen wurden inzwischen wieder entfernt.
Das war das Problem
Der Abschlussbericht des Projekts zeigt jedoch, dass die größte Herausforderung nicht bei der technischen Machbarkeit lag, sondern bei der Organisation der Übergabe auf der sogenannten „letzten Meile“ – also dort, wo Pakete ihren Empfänger erreichen sollen. Genau dieser Bereich erwies sich als größtes Hindernis für eine breitere Umsetzung.
Mit 1,2 Millionen Euro gefördert
Das Forschungsprojekt wurde unter anderem gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut durchgeführt und mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert, unter anderem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Die Wiener Linien stellten dafür ihre Straßenbahnen sowie Flächen bei den Haltestellen für die Paketboxen zur Verfügung.
Große Erwartungen zum Start
Als das Projekt im Frühjahr 2025 anlief, waren die Erwartungen groß. Vier Straßenbahnhaltestellen im Norden Wiens wurden mit speziellen Paketboxen ausgestattet. Über eine App konnten registrierte Testpersonen passende Transporte übernehmen und diese auf ihrem ohnehin geplanten Weg erledigen. Die Pakete durften dabei maximal fünf Kilogramm wiegen und eine Kantenlänge von 50 Zentimetern haben. Schon vor dem Start hatten Befragungen gezeigt, dass viele Fahrgäste der Idee offen gegenüberstanden. Das alles reichte jedoch offenbar nicht aus, um das Konzept dauerhaft zu etablieren.