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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Ein Hacker arbeitet an einem Computer
Die Gruppierung soll einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro angerichtet haben.

Hunderttausende Euro Schaden: Polizei hebt Betrügernetzwerk aus

Umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien haben nun zur Ausforschung eines Täternetzwerks geführt, das einen Betrug mit einem Gesamtschaden von mehreren hunderttausend Euro begangen haben soll.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(455 Wörter)
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Das Täternetzwerk war dabei mehrstufig organisiert und steht im Verdacht, mit gefälschten österreichischen Personalausweisen Bankkonten eröffnet und in weiterer Folge teure Handys sowie weitere Waren gekauft zu haben. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren dabei mehrere im November 2024 angezeigte Kontoeröffnungen bei einer Wiener Bank. Hierbei wurden gefälschte österreichische Personalausweise verwendet. Auffällig war laut Polizei vor allem, dass auf unterschiedlichen Ausweisen teils dieselben Fotos aufgeschienen sind. Bis zum Sommer 2025 wurden mehr als 200 derartige Eröffnungen bekannt.

Mehrere Identitäten missbräuchlich verwendet

Die Ermittler des Kriminalamts haben daraufhin festgestellt, dass mehrere Identitäten missbräuchlich verwendet worden sein dürften. Mit den eröffneten Konten sollen die Tatverdächtigen daraufhin vor allem online eingekauft haben. Vereinzelt sollen Handys auch unter Verwendung von Konsumkrediten erworben worden sein. Teilweise wurden mit einer einzigen gefälschten Identität zwei bis drei Handys im Gesamtwert von rund 3.000 bis 4.000 Euro bestellt.

Geräte teils an „tote“ Adressen geliefert

Um die Nachverfolgung zu erschweren, dürften die Tatverdächtigen unter den falschen Identitäten auch die bestellten Geräte an so genannte „tote“ Adressen oder Paketshops ohne Videoüberwachung liefern lassen haben. Nur bei der Kontoeröffnung mussten sie persönlich vor Ort sein, Videomaterial wurde umfangreich sichergestellt. Durch dessen Auswertung wurden rund 35 Tatverdächtige festgestellt, von denen konnten etwa 30 eindeutig identifiziert werden.

Zwölf Personen festgenommen, zehn weitere vernommen

Weitere Erkenntnisse haben sich aus Ermittlungen deutscher Behörden gegen die Darknet-Plattform „Crimenetwork“ ergeben. Sichergestellte Daten haben nach Österreich geführt, der Verdächtige mit dem Nicknamen „INKO1“ soll über die Plattform gefälschte österreichische Personalausweise angeboten und „Läufer“ für Kontoeröffnungen im Raum Wien angeworben haben. Am 25. August 2025 wurde der Tatverdächtige schließlich festgenommen. Die Auswertung der daraufhin sichergestellten Handys erhärtete den Verdacht und lieferte weitere Erkenntnisse zur Struktur des mutmaßlichen Täternetzwerks. In weiterer Folge kam es zur Festnahme von zwölf Personen, zehn weitere Tatverdächtige wurden vernommen. Sie sind zwischen 24 und 50 Jahre alt. Die drei Haupt-Tatverdächtigen sind österreichische Staatsbürger mit russischen Wurzeln.

Foto in Beitrag von 5min.at zeigt das Organigramm der Organisation.
©LPD Wien
So war die mutmaßliche Gruppierung strukturiert.

Fälscherwerkstatt ebenfalls ausgehoben

Im Zuge der Ermittlungen haben die Beamten auch eine mutmaßliche Fälscherwerkstatt lokalisiert. Dort stellten sie unter anderem Gerätschaften sicher, die zur Herstellung der gefälschten Auswiese verwendet worden sein dürften. Darüber hinaus wurden während der gesamten Ermittlungen auch unter anderem Bargeld, Kryptoguthaben, gefälschte Ausweise sowie ein Kraftfahrzeug sichergestellt. Bislang ist es zu zwölf rechtskräftigen Verurteilungen gekommen, drei mutmaßliche Haupttäter befinden sich in Untersuchungshaft und sollen Ende September vor Gericht stehen. Die Ermittlungen wurden wegen des Verdachts unter anderem des schweren bzw. gewerbsmäßigen Betrugs, der Urkundenfälschung und weiterer Delikte geführt.

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