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/ ©Flughafen Wien
Das Bild auf 5min.at zeigt den Flughafen Wien.
AAS zieht nun Konsequenzen und leitet die ersten Kündigungen ein. Für mehrere hundert Betroffene droht die Joblosigkeit direkt zu Weihnachten.

Kündigungswelle am Flughafen Wien: Bis Weihnachten könnten Hunderte ihre Jobs verlieren

Trotz der Zusage des neu gegründeten Bodenabfertigers Joint Sky Services aus Eisenstadt, die Beschäftigten des bisherigen Dienstleisters AAS am Flughafen Wien zu übernehmen, liegt bislang keine schriftliche Vereinbarung vor.

von Julia Resl Das Foto auf 5 Minuten zeigt die Redakteurin Julia Resl.
3 Minuten Lesezeit(518 Wörter)
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Vor wenigen Wochen kündigte der neu gegründete Eisenstädter Bodenabfertiger Joint Sky Services noch vollmundig an, die Belegschaft des bisherigen Dienstleisters AAS am Flughafen Wien zu übernehmen. Ein schriftliches Angebot steht jedoch bis heute aus. 5 Minuten hat bereits vor mehreren Wochen zur Thematik berichtet. Mitarbeiter zittern um ihre Jobs. AAS hat nun bereits mit den ersten Kündigungen begonnen, weitere dürften folgen. Das berichtet das Luftfahrtmagazin „Austrian Wings“ am Donnerstag. Damit droht kurz vor Weihnachten eine Katastrophe für mehrere Hundert Dienstnehmende, die vor dem Nichts stehen könnten.

Ende August wurde das gesamte Personal bereits vorsorglich beim AMS angemeldet

Noch Mitte August wirkte Joint Sky Services von außen wie eine bloße Briefkastenfirma. Da eine rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der AAS-Belegschaft weiterhin ausblieb, musste AAS Ende August vorsorglich das gesamte Personal beim AMS zur Kündigung anmelden. Parallel dazu schrieb Joint Sky Services auf der eigenen Website bereits neue Stellen aus. Um den 10. September zeichnete sich jedoch eine Wende ab: Über die APA ließ das in Eisenstadt ansässige Unternehmen verlauten, AAS als Subunternehmer beauftragen zu wollen. Damit schienen die meisten Arbeitsplätze gerettet. Demnach sollte für die Passage-Mitarbeiter „alles wie gehabt“ bleiben, um einen „friktionslosen Übergang“ zu gewährleisten, inklusive der Übernahme aller Rechte und Vordienstzeiten.

AAS-Mitarbeiter werden jetzt reihenweise gekündigt

Den Ankündigungen ließ Joint Sky Services (geführt von den Geschäftsführern Martin Stift und Florian Samsinger) jedoch keine Taten folgen: Bis heute warten die AAS-Beschäftigten auf eine verbindliche Zusage. Da diese weiterhin ausbleibt, hat AAS nun mit dem Personalabbau begonnen. Sowohl die Betriebsratsvorsitzende als auch AAS-Chef Dieter R. Streuli bestätigten die laufenden Kündigungen gegenüber „Austrian Wings“.

„Eine rechtsverbindliche Bestätigung von Joint Sky gegenüber AAS bzw. den einzelnen Mitarbeitenden über einen Betriebsübergang (AVRAG) mit Übernahme des bestehenden Personals liegt uns bislang leider nicht vor.“ Dieter R. Streuli, AAS-Chef, Flughafen Wien

Betriebsrätin bestätigt enorme psychische Belastung

Die massive psychische Belastung, von der betroffene AAS-Beschäftigte „Austrian Wings“ in persönlichen Gesprächen berichteten, wird auch von der Betriebsrätin unumwunden bestätigt: „Besonders zermürbend ist die Ungewissheit, da der Stichtag in weniger als einem Monat bevorsteht und viele Kollegen noch immer nicht wissen, ob und zu welchen Konditionen sie weiterbeschäftigt werden.“ Die Zeit drängt extrem: Bereits am 25. Oktober 2026 – also in gut drei Wochen – soll Joint Sky Services die Bodenabfertigung am Flughafen Wien von AAS übernehmen.

Beispielloses Chaos am Flughafen Wien

Scharfe Kritik an Joint Sky Services kommt vom AAS-Betriebsrat: Trotz öffentlicher Versprechungen fehle jede rechtliche Klarheit über die Rahmenbedingungen der Personalübernahme oder einen allfälligen Betriebsübergang. Der Betriebsrat fokussiert sich nun darauf, die Rechte der Beschäftigten zu sichern. Ein solches Chaos ist am Flughafen Wien beispiellos. Frühere Anbieterwechsel (etwa von Austroport zu Fraport, weiter zu Celebi und schließlich zu AAS) verliefen stets reibungslos und transparent. Die aktuellen Probleme vor dem Stichtag Ende Oktober sind einzigartig und bedeuten für die AAS-Belegschaft seit Monaten massive Existenzängste.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 01.10.2026 um 11:19 Uhr aktualisiert
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