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Wirtschaft
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Kärntner Druckbranche:

Appell an die Politik

Villach / Kärnten – Eine Branche im Umbruch. Seit Jahren stagnieren aufgrund des digitalen Wandels die Umsätze in den Druckereien. Regionale Unternehmen sind meist der Konkurrenz nicht gewachsen. Online-"Drücker" beherrschen den Markt. Nun möchte die Kärntner Branche auf sich aufmerksam machen.

„Feuer am Dach“ titelte 2015 der Standard. Besser kann man den Zustand der Druckbranche auch kaum beschreiben. Seit 2001 verlor die Branche 9.700 Mitarbeiter und zählte 2015 nur mehr 9.245 Beschäftigte. Massive Konkurrenz und ein stagnierender Markt macht selbst den großen der Branche zu schaffen, doch besonders leiden darunter regionale Druckereien. 2015 beschäftigte uns die Pleite der „Carinthian Druck“ welche erst 2014 Insolvenz anmeldete. Heuer schlitterte die Druckerei Theiss GmbH aus St. Stefan im Lavanttal in die Insolvenz. Umso wichtiger ist es für den Standort Kärnten, dass neben Unternehmen auch die Politik ihre Aufträge im Bundesland vergibt. So sichere man nachhaltig den Standort Kärnten. Diesen Appell richteten WK-Fachgruppenobmann Armin Kreiner aus Villach und WK-Fachgruppengeschäftsführer Herwig Draxler an die Kärntner Landesregierung. Hier der offene Brief im Wortlaut:

 

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

aus aktuellem und traurigem Anlass erlauben wir uns, im Namen aller Kärntner Kolleginnen und Kollegen der Fachgruppe Druck uns mit diesen Zeilen an Sie zu wenden und auf die dramatische Entwicklung in unserer Branche hinzuweisen und um Ihre Hilfe zu bitten.

Die überraschende Insolvenz der Firma Theiss GmbH in St. Stefan im Lavanttal, der größten und wohl auch modernsten Bogendruckerei Kärntens, reißt ein großes Loch in die in den letzten Jahren schon sehr ausgedünnte Struktur der Kärntner Druckereien-Landschaft.

Es besteht die Möglichkeit der Einstellung eines durch seine Qualität und sein Service anerkannten Betriebes mit rund 100 kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auf Basis des Sanierungsplans, der von den Kärntner Finanzierungspartnern und der Familie Theiss getragen werden wird, soll es gelingen, eine Fortführung des Betriebes zu sichern.

Im Namen der Kärntner Druckereien und auch persönlich möchte ich Sie dringend bitten, sich für den Weiterbestand einer breiten und vielfältigen Kärntner Drucklandschaft einzusetzen.

Mit der Initiative „Druckland Kärnten“ versuchen  wir seit einigen Jahren – auch in vielen Gesprächen – die Wertschöpfung in unserer Region zu halten. Erst im März 2016 haben sich die meisten Kärntner Druckereien der PEFC-Zertifizierung unterzogen (wodurch die regionale Wertschöpfung  massiv unterstützt wird). Einige produzieren nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens, haben das CSR-Gütesigel für Druckereien bekommen, bieten klimaneutrale, CO2-kompensierte Druckproduktion an:

Die Kärntner Unternehmer in unserer Branche tun, was sie können, um mit der Entwicklung Schritt zu halten. Aber wir brauchen – mehr noch als Förderungen – natürlich die Aufträge der öffentlichen Stellen Kärntens! Die Situation ist wie gesagt dramatisch und spitzt sich weiter zu.

Deshalb unser Appell an Sie, da Sie mit Steuergeld Druckaufträge vergeben bzw. durch Ihre Mitarbeiter vergeben lassen: Bestehen Sie bei Ihren Projektpartnern (Grafiker, Agenturen, Druckmittlern,…) darauf, dass der Druckauftrag von einem Kärntner Unternehmen (mit aufrechter Gewerbeberechtigung) durchgeführt wird. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch in Zukunft unsere Branche in Kärnten Mitarbeiter beschäftigt und Lehrlinge ausbildet.

Das Unternehmen „Kreiner Druck“

Die Brüder Dr. Armin Kreiner und Mag. Daniel Kreiner sind bereits die vierte Generation der Villacher Unternehmerfamilie und führen ihren bestehenden Betrieb seit hundert Jahren mit Beständigkeit und großer Innovationskraft. Nicht zuletzt deshalb ist der Name Kreiner Druck heute untrennbar mit höchster Qualität, Zuverlässigkeit und Lösungskompetenz im Offset- und Digitaldruck verbunden. Das Unternehmen ist während der letzten Jahre stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 30 Mitarbeiter am Villacher Produktionsstandort und den Kundenservice-Centern in Villach, Klagenfurt und Spittal.

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