Zum Thema:

02.10.2016 - 13:27Wolf, Bär und Luchs zum Abschuss freigeben?08.04.2016 - 18:30Finkensteinerin wird Botschafterin
Politik
Bär
Heuer hat der Bär „Rudolf“, der in Villach und am Dobratsch gesichtet wurde, zwei Schafe gerissen, einige Bienenstöcke wurden zerstört © Pixabay / Symbolfoto

Almwirtschaftsvereine verlangen:

Großraubtierfreie Zonen

Villach – Alm- und alpwirtschaftliche Verbände fordern die Herabsetzung des Schutzstatus von Großraubwild und die Möglichkeit einer Regulierung der Populationen durch den Menschen - Sind Bär, Wolf und Luchs wirklich so gefährlich?

„Ansiedelungen von Bär, Wolf und Luchs sorgen für massive Konflikte mit der Landwirtschaft, der Almwirtschaft, mit Siedlungsräumen und dem Tourismus“, sagt Kärntens Agrar- und Tourismuslandesrat Christian Benger.

Er unterstützt die Petition der alm-/alpwirtschaftlichen Verbände im gesamten Alpenraum – Österreich, die Schweiz, Frankreich, Bayern, Slowenien und Südtirol haben bei der Internationalen Alpwirtschaftstagung 2016 in Slowenien eine EU-Petition unterschrieben – sie fordern eine Herabsetzung des Schutzstatus in der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) des Großraubwildes in Europa und die Regulierung durch den Menschen. Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Aufgrund dieser strengen Artenschutzgesetze sind im Alpenraum Bestände von Bär, Wolf und Luchs zu finden.

Laut Benger handle es sich um Großraubwild – immer wiederkehrende Vorfälle gerissener Tiere oder sogar Konflikte mit Menschen seien ein Beleg dafür, dass der Schutzstatus bzw. die Rückkehr von Bär, Wolf und Luchs nicht unbedenklich sind.

Großraubtierfreie Zonen

„Es müssen in Zukunft zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft, zum Schutz der Existenzen und zum Schutz der Erholungssuchenden Großraubtierfreie Zonen eingeführt werden“, unterstützt Benger die Forderung der Almwirtschaftsvereine.

So haben laut Benger auch Versuche mit aufwändigen Schutzmaßnahmen bis dato keine zufriedenstellenden Ergebnisse geliefert. Dazu zählen Einzäunungen, Nachtpferche oder dauerhafte Behirtungen sowie der Einsatz von Herdenschutzhunden. „Auch diese Maßnahmen sind nicht konfliktfrei, wenn ich an Wanderer und Herden-Schutzhunde denke. Zumal die Kosten und der Aufwand ohne entsprechende garantierte Wirkung zu hoch sind“, erläutert Benger. Ein Pilotprojekt in Kärnten auf einer Alm mit einem Hirten und einem Hund in einer Saison koste laut Benger 14.000 Euro.

„Der Bär wird unschuldig zum Sündenbock gemacht“

„Viel Lärm um wenig Schaden“, ortet Grün-Landtagsabgeordneter Michael Johann bei den jüngsten Wortmeldungen zu Schäden an Weidevieh durch die großen Beutegreifer Bär, Wolf und Luchs.

„Im letzten Jahr hat es 15 Schafsrisse gegeben. Aktuelle Schäden durch Wölfe sind nicht bekannt. Die Angstmache vor großen Wolfsrudeln ist völlig unbegründet, weil wir davon weit entfernt sind und jetzt nur einzelne Wölfe sporadisch durch Kärnten ziehen“, berichtet Johann.

Johann sagt, dass die Angst vor großen Wolfsrudeln völlig unbegründet sei. - © Pixabay / Symbolfoto

„Allen, die jetzt Bär, Wolf und Luchs ins Visier rücken wollen, sei gesagt, dass diese nicht nur durch das Kärntner Jagdgesetz, sondern auch durch EU-Richtlinien streng geschützt sind und Abschüsse streng bestraft werden. Daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern“, stellt Johann fest.

Wildschäden sind gravierender

„Die Schäden durch große Beutegreifer machen jedes Jahr wenige zehntausend Euro aus und sind überdies durch eine Versicherung abgedeckt. Die Schäden durch zunehmenden Rotwildbestand machen hingegen laut einem Rohbericht des Bundesrechnungshofs jährlich über zwölf Millionen an Waldschäden in Kärnten aus, also rund das 1.000-fache. Dass die nicht vorhandenen Wolfsschäden so viel mehr an Emotionen hervorrufen als die gravierenden Schäden durch Rotwild ist vollkommen irrational“, meint Johann.

Die Grünen Kärnten fordern daher die Aufnahme einer Zielbestimmung zum Schutz vor waldgefährdenden Wildschäden ins Jagdgesetz und die bestehende Verpflichtung, Wild im Winter zu füttern soll in eine Kann-Bestimmung umgewandelt werden.

Kommentare laden
Zum Thema

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen