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25 Jahre Sicherungseinsatz an der Staatsgrenze; Festakt mit LH Dr. Peter Kaiser
25 Jahre Sicherungseinsatz an der Staatsgrenze; Festakt mit LH Dr. Peter Kaiser © Land Kärnten/©fritzpress

Trauriges Jubiläum auch in der Kärntner Geschichte

Vor 25 Jahren: Schutz der Staatsgrenze

Villach, Klagenfurt – Vor 25 Jahren gab es Krieg an der Kärntner Grenze. Slowenien und Kroatien um demokratische Unabhängigkeit strebend, das Österreichische Bundesheer im Sicherungseinsatz, ein entscheidendes diplomatisches Geheimtreffen in Villach und die Augen der Welt auf die Region gerichtet. Zu diesem Jubiläum lud Landeshauptmann Peter Kaiser zu einer Veranstaltung.

Die dramatischen Ereignisse im Juni und Juli 1991 wurden heute, Freitag, bei einer Veranstaltung zu „25 Jahre Sicherungseinsatz an der Staatsgrenze“ wachgerufen. Landeshauptmann Peter Kaiser hatte dazu in den Spiegelsaal der Landesregierung eingeladen. Sehr persönlich und fundiert berichteten bei der Veranstaltung mehrere Zeitzeugen.

Kaiser ist stolz auf heutiges Verhältnis

Für Kaiser ist es wichtig, dass die gegenwärtige Politik für zukünftige Handlungen aus vergangenen Ereignissen lernt. Als der 10-Tage-Krieg genannte slowenische Unabhängigkeitskrieg am 26. Juni 1991 begann, war Kaiser als damaliger Landtagsabgeordneter gerade bei einer Veranstaltung in Villach, die daraufhin unterbrochen wurde. Er erinnere sich gut an die allgemeine Betroffenheit. Kaiser strich die Solidarität hervor, die Österreich und Kärnten damals Slowenien und Kroatien entgegenbrachten.

„Dieses Bekenntnis zur Solidarität ist auch heute noch bei den Nachbarn in Erinnerung. Exzellent ist mittlerweile die Kooperation mit Slowenien im Rahmen der EU“, so Kaiser. Kaiser erwähnte auch, dass man das Kontaktkomitee bewusst in Gemeinsames Komitee Slowenien-Kärnten umbenannt habe.

LH Dr. Peter Kaiser mit Gunther Spath, Reinhard Sladko, Peter Ambrosy und Christof Zernatto - © Land Kärnten/©fritzpress

Geburtstag Slowniens

In Vertretung des slowenischen Generalkonsuls Milan Predan sprach Konsul Urban Gantar. Den 25. Juni 1991, den Tag der Unabhängigkeitserklärung, bezeichnete er als Geburtstag Sloweniens. Diese Unabhängigkeit habe Slowenien bereits am Tag darauf mit militärischen Mitteln verteidigen müssen.

Viele hätten damals Zweifel an der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit des Landes geäußert, manche hätten von unnötiger Kleinstaaterei gesprochen. Dankbar sei Slowenien für die Unterstützung durch die Freunde im Ausland. Speziell Österreich habe es die ganze Zeit uneingeschränkt unterstützt.

Erster und einziger Bundesheereinsatz

Mit teils sehr kritischen Worten analysierte Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler die damalige Situation. Er habe am Sonntag, den 30. Juni, als damaliger Kommandant des Jägerbataillons 25 den Alarmbefehl erhalten. Er betonte, dass der Bundesheereinsatz das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt und ein Umdenken in Bezug auf die Notwendigkeit des Bundesheeres erwirkt habe. Dieser erste und einzige militärische Einsatz des Bundesheeres sei ein Erfolg gewesen.

Keine Überreaktionen, wie es heute der Fall wäre

Der frühere Landesamtsdirektor Reinhard Sladko berichtete von der Arbeit im Landeskoordinationsausschuss. Die Situation in Kärnten sei eigentlich beruhigend gewesen, dass es keine Handys und kein Internet gegeben habe, habe vielleicht Überreaktionen verhindert. In diesem speziellen Zusammenhang sei es vielleicht die gute alte Zeit gewesen, meinte Sladko. Er hob zudem die große Hilfsbereitschaft der Kärntnerinnen und Kärntner hervor, als dann später die vielen Balkankriegsflüchtlinge ins Land kamen.

Viele Ehrengäste waren vor Ort - © Land Kärnten/©fritzpress

Viele Ehrengäste vor Ort

Moderiert wurde die Veranstaltung von Martina Steiner vom ORF Kärnten, die 1991 mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Grenze aus berichtete. Eingespielt wurde ein ORF-Beitrag, der die Kämpfe zeigte. Kameramann Ivan Klaric, der die Aufnahmen machte, war ebenfalls anwesend.

Unter den vielen Gästen waren u.a. auch die Landesräte Gernot Darmann und Christian Benger, Landtagsabgeordnete Barbara Lesjak in Vertretung von Landesrat Rolf Holub, Landtagspräsident Reinhart Rohr, Rot Kreuz-Präsident Peter Ambrozy, Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß, Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik, Bürgermeister und Bezirkshauptleute sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bundesheeres, der Rettungs- und Einsatzorganisationen, der Kirche. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch ein Ensemble der Militärmusik Kärnten.

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