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Digitaler Autoschlüssel
© Daniel Kattnig

100 Millionen Autos betroffen

Digitaler Schlüsselklau

Kärnten – NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung berichten über eine neu entwickelte Methode die es Einbrechern möglich macht, in wenigen Sekunden und ohne Spuren zu hinterlassen, in parkende Fahrzeuge einzudringen. Grund dafür sind erhebliche Sicherheitsmängel von VW und anderen Autoherstellern bei den Funksignalen von digitalen Autoschlüsseln.

Die Zusammenarbeit zwischen Forschern aus Bochum und Birmingham hat ergeben, dass Sicherheitslücken in den Autoschlüsseln verschiedener Hersteller zu einem schnellen und spurlosen Einbruch in PKWs führen könnten.

Sicherheitsmängel bei VW, Opel, Ford und Fiat

Insgesamt konnten bei 15 Marken, darunter Volkswagen, Opel, Ford und Fiat, die Funkfunktion zur Türöffnung überwunden werden. Besonders betroffen sind Modelle von Volkswagen: Die Wissenschaftler konnten deren Verschlüsselung erstmals knacken und beliebig reproduzieren. Das Problem betrifft eine Vielzahl von VW-Modellen ab dem Baujahr 1995. Auch die VW-Töchter Audi, Seat und Skoda sind betroffen.

Funksignale reproduziert

Um ein Fahrzeug zu öffnen, sendet der Autoschlüssel auf Knopfdruck ein Signal an den Wagen – dort wird es entschlüsselt und der Befehl die Türen oder den Kofferraum zu öffnen, ausgeführt. Auch die Alarmanlage wird damit in der Regel deaktiviert.

Den Forschern ist es gelungen die, von den Funkschlüsseln gesendeten Signale aufzuzeichnen und diese selbst zu produzieren. Dadurch können vor allem die betroffenen Volkswagen-Modelle in weniger als einer Sekunde geöffnet werden.

Neue Methoden für Einbrecher

Täter, die sich diese Methode zunutze machen, könnten durch einfaches Auffangen und Kopieren des Signals spurlos in die Wagen eindringen. Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden. Für den Besitzer des Fahrzeugs ist der Einbruch im Grunde nicht nachvollziehbar da keinerlei Spuren eines gewaltsamen Eindringens hinterlassen werden.

Volkswagen ist sich des Fehlers bewusst

Nach Berichterstattung der NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung nimmt Volkswagen das Problem ernst. „Die Sicherheitssysteme der bis zu 15 Jahre alten Fahrzeuge würden“, so Volkswagen, „nicht das gleiche Sicherheitsniveau aufweisen wie beispielsweise unsere aktuellen Fahrzeuge.“ Ob neben den bekannten Modellen weitere VW betroffen sind und wie Besitzer reagieren sollten, dazu schweigt der Konzern. Aktuelle Generationen von beispielsweise Golf seien jedoch nicht betroffen. Welche Fahrzeuggenerationen genau ein Sicherheitsproblem haben, ließ VW offen. Offen ist auch, welche Konsequenzen der Konzern nun aus der Sache ziehen will.

Weitere Hersteller betroffen

Auch bei anderen Fahrzeugherstellern wie etwa Alfa Romeo, Citroen, Dacia, Fiat, Ford, Lancia, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot und Renault konnten Sicherheitsmängel festgestellt werden. Im Gegensatz zu VW ist das Überwinden der Funksignale hier jedoch etwas schwieriger.

Manuelles Aufschließen anstatt Funk

Der Sicherheitsforscher Timo Kasper rät: „Sicher lässt sich das Kopieren des Funksignals nur vermeiden, wenn man das Auto am Türschloss mit dem Schlüssel aufschließt und auf die Funkfernbedienung komplett verzichtet.“

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