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Wirtschaft - Villach
Der Bestand der Fischotter hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.
Der Bestand der Fischotter hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. © KK

Gesamte Nahrungskette so gut wie zerstört

Fischotter „töten“ Drau

Villach – Wie Experten bestätigen, sei nicht nur der Fischbestand massiv betroffen, sondern auch die gesamte Nahrungskette im Fluss faktisch zerstört. Andere geschützte Tiere wie Krebse, Frösche oder Muscheln seien ebenfalls stark reduziert worden.

 3 Minuten Lesezeit (407 Wörter)

Bestand auf mehrere hundert Tiere gestiegen

„Es ist zwei vor zwölf. Wenn nicht sofort etwas unternommen wird, stirbt der Fluss.“ Für Fischereilandesrat Gerhard Köfer steht das ökologische Gleichgewicht kurz vor dem Kippen, wenn nicht umgehend etwas für die heimischen Flüsse und Bäche getan wird. Der Grund für die prekäre ökologische Situation ist der massiv angestiegene Fischotterbestand. „Gab es in Kärnten vor zehn Jahren rund 20 Tiere im Bereich der Drau, ist ihre Zahl nun auf mehrere Hundert angestiegen. Und das flächendeckend über das ganze Land verteilt“, so Köfer.

Nahrungskette zerstört

Wie Experten bestätigen, sei nicht nur der Fischbestand massiv betroffen, sondern auch die gesamte Nahrungskette im Fluss faktisch zerstört. Andere geschützte Tiere wie Krebse, Frösche oder Muscheln seien ebenfalls stark reduziert worden. Am Beispiel der Lieser habe die Fischotter-Population bereits 75 Prozent des Fischbestandes „weggefressen“, der Fischbestand wurde von über 100kg/ha (im Jahr 2000) auf 10kg/ha reduziert. Gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie liege die Grenze bei 50kg/ha, um das Gewässer als „in gutem Zustand“ zu bewerten.

Klagen in Millionenhöhe drohen

Dem Land Kärnten drohen nun Klagen in Millionenhöhe. „Die Fischereiberechtigten haben dem Land Kärnten bereits die Rute ins Fenster gestellt. Wenn nicht sofort gehandelt wird, wollen sie entsprechende Schadenersatzklagen gegen das Land Kärnten einbringen. Es bedarf dringend eines eigenen Finanztopfes des Landes Kärnten, um für Klagen entsprechend vorzusorgen“, erklärt Köfer. Bereits jetzt liege der entstandene Schaden bei über zwei Millionen Euro. Jährlich könnten Klagen in der Größenordnung von zwei Millionen Euro folgen.

Maßnahmen sofort umsetzen

„Es darf keine Verzögerung mehr geben. Ich fordere alle Verantwortlichen – von Naturschutz bis zur Jagd und Landwirtschaft – auf, umgehend einen runden Tisch einzuberufen. Wichtig ist, eine rasche koordinierte Vorgehensweise: Was wird gegen den gefräßigen Fischotter unternommen, um die Zahl zu dezimieren? Eine Änderung von bestehenden Gesetzen oder die Aussiedlung in andere Gebiete? Wie wird mit der drohenden finanziellen Belastung durch Klagen gegen das Land Kärnten umgegangen? Wie kann das Ökosystem Fluss langfristig gerettet und der Fischbestand nachhaltig wieder aufgebaut werden“, so der Fischereireferent, der definitiv Gefahr in Verzug sieht. „Ich kann und werde meine Augen in Bezug auf das ökologische Gleichgewicht in Kärntens Flüssen und Bächen nicht schließen. Maßnahmen müssen sofort umgesetzt werden. Das Spiel auf Zeit muss ein Ende haben“, stellt Köfer klar.

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