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Politik - Villach
Im Bild: Dir. Margot Stern-Isak, BM Sonja Hammerschmid und LH Peter Kaiser
Im Bild: Dir. Margot Stern-Isak, BM Sonja Hammerschmid und LH Peter Kaiser © LPD/Hoeher Oskar

Sprachkompetenz frühestmöglich aufbauen

Sprache als wesentlichster Bildungsfaktor

Villach – "Sprache(n), Bildung, Chancen. Sprachbildung am Übergang vom Kindergarten in die Volksschule" - unter diesem Titel fand am Freitag ein Symposium mit Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sowie Volksschullehrerinnen und -lehrern im Casineum Velden statt.

 6 Minuten Lesezeit (756 Wörter)

Eröffnet wurde es von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser. Der Ministerin war es wichtig, sich mit den Teilnehmenden auszutauschen und einige ihrer Fragen zu beantworten.

Hammerschmid betonte, dass ihr die Nahtstelle Kindergarten-Volksschule ein besonderes Anliegen sei. Es müsse alles getan werden, um insbesondere Sprachkompetenz frühestmöglich aufzubauen. Was man hier versäume, “bezahlen später wir alle sehr sehr hart”. Die Ministerin verhehlte nicht, dass die Zahlen aus den erhobenen Bildungsstandards eine “Handlungsaufforderung für uns alle” seien. So hätten 17 Prozent in Schulstufe 8 eine unzureichende Deutsch-Kompetenz.

Analyse und Ableitung von Handlungsstrategien

Man schaue, wo Schulen mit besonderen Herausforderungen seien und was man für diese konkret tun könne. Laut Hammerschmid will man mehrjährige, intensive Betreuungs- und Ausbildungsprogramme anbieten. Die Maßnahmenportfolios seien auf die jeweilige Schule zugeschnitten. Man arbeite hier mit den Pädagogischen Hochschulen und der Schulaufsucht zusammen. Den Kindergarten bezeichnete die Ministerin als “erste Bildungseinrichtung”. Elementarpädagogik müsse mit den unterschiedlichen Schulstufen zusammenwachsen, die Bildungsinstitution Kindergarten gestärkt werden. Es sei auch klares Commitment der Bundesregierung, mehr Geld für die Kindergärten aufzuwenden.

“Bildungsbereiche vereinen”

Aus dem Publikum gefragt wurde Hammerschmid, warum der Kindergartenbereich einem anderen Ministerium zugeordnet ist. Sie antwortete, dass sie sich ebenfalls dafür ausspreche, alle Bildungsbereiche in ein Ressort zu bringen. Nach der Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen gefragt, meinte sie, dass sie diese laufend weiterentwickeln und evaluieren wolle. Mittelfristig wolle sie hier eine Tertiarisierung haben. Zur Digitalisierung sagte sie, dass diese die Möglichkeit biete, Kinder sehr individuell zu unterstützen. Die Technologie müsse jedoch gezielt eingesetzt werden, Kinder müssten befähigt werden, sorgsam mit den Medien und Inhalten umzugehen. Wesentliche Themen seien Hasspostings und Cybermobbing.

Bewegt angesprochen wurde von einigen Symposiumsteilnehmenden das Thema Ganztagsschule. Die Ministerin versicherte, dass das entsprechende Paket Infrastruktur wie Mensen oder Sportmöglichkeiten umfasse und außerdem zusätzliches pädagogisches Personal. Auch im Zusammenhang mit dem Autonomiepaket gehe es darum, den Pädagoginnen und Pädagogen die Freiheit zu geben, die Kinder so zu unterrichten, wie diese es brauchen würden: “Sie sollen gestalten können, Sie sollen die Freiräume haben, fokussiert auf Ihre Kinder zu unterrichten.”

Gezielte Weiterentwicklung

Für Kaiser ist es wesentlich, den gesamten elementarpädagogischen Bereich gezielt weiterzuentwickeln und ihm die entsprechende öffentliche Anerkennung angedeihen zu lassen. Kinder müssen hier so vorbereitet werden, dass sie sich im Lebensraum Schule wohlfühlen und gut entwickeln können. “Alle sind sich einig, dass Kinder das Wichtigste für das Land, die Republik, ja den gesamten Globus, sind. Das spiegelt sich aber nicht im aktuellen Stellenwert der Betreuungsinstitutionen wider”, zeigte Kaiser auf. “Ich möchte, dass Ihre Profession einen höheren gesellschaftlichen Status erlangt”, richtete er sich an die Anwesenden. Für ihn sei es daher bei Amtsantritt klar gewesen, dass er sämtliche Bildungsbereiche – von der Elementarpädagogik bis zum Hochschulbereich und zur Erwachsenenbildung – in einem Referat erfassen wolle.

Übergangsphase vom Kindergarten zur Volksschule

Im Hinblick auf die Bildungsreform erklärte Kaiser, dass es u.a. um die optimale Gestaltung der Übergangsphase vom Kindergarten zur Volksschule gehe. Sprache sei dabei ein wesentlicher Faktor. Er berichtete, dass es allein in Kärnten im Elementarpädagogik- und Volksschulbereich 69 verschiedene Sprachen gebe. Von den 11.403 Kindern im Elementarpädagogikbereich würden 2.283 von 112 Pädagoginnen und Pädagogen sprachpädagogisch betreut. Im Volksschulbereich seien es im Schuljahr 2016/17 insgesamt 1.624 Kinder – hier seien 64 Pädagoginnen und Pädagogen sowie zusätzlich 13 für die muttersprachliche Förderung eingesetzt. “Sprache muss beherrscht werden. Jeder weitere Lernerfolg ist untrennbar damit verbunden”, führte Kaiser aus. Er verwies auf Kärntens Vorteil durch das Minderheitenschulwesen: “Wir haben bereits lange didaktische Erfahrungen mit einer zweiten Sprache.”

Stärkere institutionenübergreifende Kooperation

Der Bildungsreferent appellierte für stärkere institutionenübergreifende Kooperation und einen permanenten Austausch. Neugierde und Phantasie der Kinder müssten schon im frühesten Alter animiert werden, es gehe hier um wichtige Zukunftsschritte junger Menschen. “Politik und Verantwortungsträger dieses Landes wissen, was Sie leisten und für unsere Kinder bedeuten”, dankte er den Anwesenden.

Organisiert wird das Symposium von Land Kärnten, Landesschulrat für Kärnten, IBB – Institut für Bildung und Beratung, Pädagogische Hochschule Kärnten sowie vom Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Anwesend waren u.a. auch der amtsführende Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger und Vizepräsidentin Elisabeth Dieringer-Granza, Gerhild Hubmann als Leiterin der Landesbildungsabteilung, Vizerektorin Gabriele Khan von der Pädagogischen Hochschule und Gewerkschaftsvertreter Stefan Sandrieser.

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