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Politik
Papst Franziskus empfing Trodt-Limpl und Korak in Rom. © BZÖ

Villacher Landtagsabgeordnete in der Kritik

Mehr Schein als Sein?

Villach – Floss durch eine amateurhafte BZÖ-Scheinrechnung Geld aus der Parteikassa auf ein Privatkonto? Diesem Vorwurf ist "News" momentan auf der Spur. Als Begünstigte steht die gebürtige Villacherin und derzeitige BZÖ-Landtagsabgeordnete Johanna Trodt-Limpl in Verdacht.

Dass es von Vorteil für einen Politiker ist, der englischen Sprache mächtig zu sein, um auch im Ausland verhandlungssicher agieren zu können, liegt nahe. Für den Fall, dass der ein oder andere Politiker dabei für sich Verbesserungspotenzial sieht, gibt es Sprachkurse. So weit, so normal. Nicht mehr ganz so normal ist es dann allerdings, wenn eine Rechnung für diesen Sprachkurs mehr Fragen aufwirft, als sie Antworten liefert.

Worum geht es?

„News“ liegt eine Rechnung für einen Englischkurs vor, den Johanna Trodt-Limpl und Wilhelm Korak, beide Kärntner Landtagsabgeordnete, absolviert haben wollen. Dabei gibt es allerdings derart viele Unstimmigkeiten, dass das Nachrichtenportal die Frage in den Raum wirft, ob „es sich um die skurrilste Scheinrechnung handel[t], die je in Zusammenhang mit dem BZÖ aufgetaucht ist“.

Laut Medienbericht sollen für einen viertägige Lehrgang in „effektiver Verhandlungsführung“ an der „California State University, Hayward“, USA, Kosten von insgesamt 22.400 Dollar angefallen sein. Das wären 2.800 Dollar pro Tag und Kursteilnehmer. Gerechtfertigt oder erstes Indiz, dass hier etwas nicht ganz stimmen kann?

Weitere Unstimmigkeiten

Doch „News“ fand weitere Unstimmigkeiten. Die Rechnung ist auf den 30. November 2016 datiert – ausgestellt von der „California State University, Hayward“. Nur heißt die Universität schon seit 2005 „California State University, East Bay“. Auf der Rechnung ist zudem eine „School of Business and Economics“ angeführt, auch dazu findet man mittlerweile nur noch ein „College of Business and Economics“. „Und auch das Universitätslogo mit dem großen „H“ in der Mitte, mit dem das Papier gestempelt ist, sieht heute grundlegend anders aus“, schreibt das Nachrichtenportal weiter.

Das alles klingt, als wäre eine alte Rechnung aus dem Archiv Vorlage für eine neue Rechnung gewesen. Bewiesen ist dies allerdings noch lange nicht.

Barzahlung?

Ein handschriftlicher Vermerk auf der Rechnung soll bescheinigen, dass das Geld für den Kurs bar bezahlt wurde. 22.400 Dollar bar? Und zwar schon gute zwei Monate vor Beginn des Kurses? Ein weiterer handschriftlicher Vermerk lautet: „im Auftrag der geschäftsführenden Bundesobfrau überwiesen“. Wohin überwiesen? Der Rechnungsempfänger wurde auf der Rechnung – ebenfalls handschriftlich – vom BZÖ-Kärnten auf die Adresse von Trodt-Limpl geändert. Darunter befindet sich mutmaßlich die Unterschrift von Trodt-Limpl.

Warum also sollte Geld überwiesen werden – an Trodt-Limpl wohlgemerkt – wenn der Betrag doch bar beglichen wurde? „Eine denkbare Variante: Trodt-Limpl hat das Geld vorgestreckt und sich dann von der Partei zurückgeholt“, so „News“. Zu klären hat das nun die Staatsanwaltschaft.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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