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Politik - Villach
Hintergrund
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Causa wird politisch

„Darum habe ich Tisal verteidigt …“

Villach / Wien – Manfred Tisal sorgte mit seinem FB-Post, in dem er Migration und Flüchtlinge kritisiert, für mächtig Wirbel in der Medien- und nun auch in der Politiklandschaft. Selbst sieht er sich missverstanden und von lokalen Medien verkürzt dargestellt. Politisch gibt es nun, immerhin ruft der Wahlkampf, Schützenhilfe seitens der FPÖ.

Tisal selbst sei von dem Ausmaßen überrascht und gönnt sich aktuell eine Facebook-Auszeit. Doch die Diskussion geht auch ohne Tisals Wirken in alle Richtungen weiter. „Schützenhilfe“ gibt es, unter anderem, von der FPÖ und dem Parteiobmann Heinz-Christian Strache höchstpersönlich. Wir haben mit ihm gesprochen.

Die Vorgeschichte

Jeder kennt ihn als EU-Bauern vom Villacher Fasching. Kabarettist Manfred Tisal sah sich nach seinen Facebook-Beiträgen über Asylwerber heftiger Kritik ausgesetzt, erntete aber auch Zustimmung. Nachdem er Flüchtlinge auf Facebook als „Sozialschmarotzer“, die „über uns herfallen“ bezeichnet hatte, stellte der ORF nun laut Berichten der KLEINEN ZEITUNG, welche sich auf ORF-Quellen beruft, die Zusammenarbeit ein – seine „Kuhmentare“ werden vorerst nicht mehr über den Bildschirm flimmern. Tisal selbst gibt sich überzeugt: „Nach der Wahl geht’s weiter!“

Denn gegenüber 5minuten.at erklärt er:  „Es werden generell acht Wochen vor der Wahl keine politischen Sendungen bzw. Kommentare in einer Unterhaltungssendung gesendet.“

Weiterhin herrscht aber Unklarheit über Tisals Zukunft beim ORF sowie als EU-Bauer beim Villacher Fasching. Hinter den Kulissen dürfte es weiterhin brodeln. Auf Facebook wird heftig diskutiert und instrumentalisiert.

Exklusiv Interview mit Heinz-Christian Strache (FPÖ-Chef):

5min: Sie leisten den in der Kritik stehenden EU-Bauer Manfred Tisal „Schützenhilfe“ via Facebook. Warum?

Heinz-Christian Strache: Tisal hat seine Kritik zwar sehr pointiert formuliert, aber es kann nicht sein, dass gewisse Themen von Haus aus ausgeklammert sein müssen. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und ich habe langsam den Eindruck, dass wir uns selbst immer öfter selbst im Sinne einer völlig ausufernden „Political Correctness“ beschränken. Das ist für eine pluralistische Diskussion aber nicht von Vorteil. Darum habe ich Tisal auch verteidigt.

Wie definieren Sie Meinungsfreiheit und wo sollten Grenzen gezogen werden?

„Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird.“ Dieses Zitat von Rosa Luxemburg, der man ja schwer eine Nähe zur FPÖ unterstellen kann, definiert den Begriff der Freiheit ziemlich genau. Natürlich sind Aufrufe zur Gewalt, zur Selbstjustiz oder Hassaufrufe von dieser „Freiheit“ nicht umfasst. Aber nur weil jemand in seiner persönlichen Kritik kontroversiell argumentiert, darf das doch nicht dazu führen, dass von manchen Zeitgenossen sofort nach Zensur gerufen wird.

Würden Sie sein in der Kritik stehendes Posting inhaltlich so bestätigen? Hat er recht?

Tisal hat sicher Recht, wenn er die derzeitige Flüchtlingspolitik in Europa kritisiert. Es ist auch schwer einzusehen, dass hier Menschen aus aller Herren Länder zu uns kommen und vielfach mittels Asylantrag einzuwandern versuchen. Und dass es zudem noch – je nach Bundesland – hohe Sozialleistungen gibt, obwohl noch überhaupt keine Leistung für unser Gemeinwesen erbracht wurde, ist ebenfalls kritikwürdig. Wenn man sich so anschaut, wie sich so manche „Flüchtlinge“ bei uns aufführen, dann kann ich sehr gut verstehen, dass dem einen oder dem anderen die Hutschnur platzt.

Könnten Sie sich Manfred Tisal in der FPÖ-Wahlbewegung als potentiellen Kandidaten vorstellen? Deckt Manfred Tisal Themen ab, die mit der FPÖ einhergehen?

Weder kenne ich die Lebensplanung von Manfred Tisal noch weiß ich, welcher politischen Bewegung er nahe steht. Aber wenn ich mir die mediale Treibjagd da so ansehen – allen voran vom ORF – muss ich schon feststellen, dass es offenbar gemeinsame Schnittmengen gibt. Ich denke, wir werden demnächst einmal einen Kaffee miteinander trinken gehen. Oder ein kleines Bier!

Sind Sie mit Tisal in Kontakt oder im Gespräch hinsichtlich dieser Causa? Sie kommen ja im Zuge des Wahlkampfes nach Kärnten, hier würde sich ein Gespräch anbieten?

Derzeit gibt es keinen Kontakt, aber wie gesagt, wenn es sich demnächst mal ausgeht, möchte ich gerne mit ihm sprechen. Es kann ja nicht sein, dass ein kritischer Kabarettist, der offenbar auf der ‚falschen Seite‘ des politischen Spektrums steht, gleich einmal gesellschaftlich vernichtet wird. In Österreich muss man als Kabarettist offenbar nur auf die FPÖ hinhauen, dann stehen einem alle Türen offen. Wenn man die Migrantenpolitik von Kurz, Kern und Co. kritisiert, wird man ins Eck gestellt. Das ist die traurige Realität in diesem Land!

Wann sind Sie das nächste Mal in Kärnten und wieso?

Ich werde am 13. September im Zuge des Wahlkampfes nach Kärnten kommen.

5min: Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Unterstützer aus der Politik

Neben Heinz Christian Strache (FPÖ) unterstützen auch Wendelin Mölzer (FPÖ) sowie Martin Rutter (Team Kärnten) Tisal. Auch eine FB-Page die ihn unterstützen will hat sich gebildet.

Weiterführende Infos

Laut Medienberichten nach seinen FB-Postings: Das Aus für „Kuhmentare“ im ORF?

Tisal entgegnet: „Nach der Wahl geht’s weiter“

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