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Leute - Villach
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MERS-Coronavirus

LKH Villach übt den Ernstfall

Villach – Gemeinsam mit dem Roten Kreuz, der Landessanitätsbehörde und dem Magistrat Villach übten Mediziner, Pflegekräfte und Mitarbeiter des Hygieneteams gestern, Donnerstag, den Ernstfall. Die Annahme: Ein Mann steckte sich bei einer Auslandreise in Saudi Arabien mit dem MERS-Coronavirus an. Eine Erkrankung, die das Leben von anderen Patienten aber auch das des Personals gefährden könnte.

Um 7.30 Uhr trifft der (Übungs-)Patient in der Ambulanz des LKH Villach ein. Die Symptome – Atemnot, schnelle Atmung, schneller Herzschlag und eine Temperatur von 39 Grad – traten im Zuge einer Reise nach Saudi Arabien auf. Dem Personal ist rasch klar: Es könnte sich um das MERS-Coronavirus handeln. Eine sofortige Isolierung des Patienten sowie höchste Sicherheitsvorkehrungen für alle Mitarbeiter und die Einberufung eines Krisenstabes sind nötig, um die erforderlichen Maßnahmen zu koordinieren.

Schutz für Patienten und Mitarbeiter

„Die großen Herausforderungen bei der Übung waren es, darauf zu achten, dass einerseits die Atemmasken und vor allem die Schutzanzüge richtig angelegt wurden und dicht waren. Andererseits brachte es genau diese Eigenschaft der Schutzanzüge mit sich, dass das Personal nicht länger als zwei Stunden damit arbeiten konnte und andere Mitarbeiter den Patienten betreuen mussten. Die größte Gefahr einer Ansteckung der Mitarbeiter ergibt sich aber erst beim Ausziehen der Schutzkleidung, daher sind dabei exakte Vorgaben einzuhalten“, berichten Übungsleiter DGKP Johannes Engl und Oberarzt Dr. Herwig Tomantschger, Hygienebeauftragter am LKH Villach. Auch mussten sämtliche Bereiche des LKH, in denen sich der Patient aufgehalten hatte, gesperrt und andere Patienten umgeleitet werden.

Spezielle Schutzanzüge schützen das Personal - © KABEG

Nachdem sich die Verdachtsdiagnose immer mehr erhärtete, wurde ein Weitertransport ins Klinikum Klagenfurt am Wörthersee in die Wege geleitet. „Parallel wurden von uns auch die Behörden über den Fall informiert“, so Hygienefachkraft Engl.

Regelmäßige Übungen

Ende der Übung war gegen 10.30 Uhr nach einer Endreinigung der kontaminierten Räume. Engl: „Das geübte Szenario ist nicht nur für MERS relevant. Das Prozedere würde bei jeder hochansteckenden Erkrankung, wie etwa SARS oder Ebola auf diese Weise ablaufen.“ Derartige Ereignisse werden in regelmäßigen Abständen geübt. Tomantschger: „In Villach finden jährlich drei bis vier Schulungen für die Mitarbeiter statt, alle zwei bis drei Jahre gibt es dann eine realitätsnahe praktische Übung.“

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