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Lindenallee Rosegg im Februar 2018: die alten Bäume stehen nicht nur an einer stark frequentierten Straße, sondern auch neben einer Siedlung.
Lindenallee Rosegg im Februar 2018: die alten Bäume stehen nicht nur an einer stark frequentierten Straße, sondern auch neben einer Siedlung. © Verwaltung Schloss Rosegg

Gefahr für Leib und Leben

Causa Rosegger Lindenallee noch nicht gelöst

Rosegg – Am Dienstag, den 13. Feber 2018, übergaben der Rosegger Bürgermeister Franz Richau und der Eigentümer der Rosegger Lindenalleen, Mag. Stefan von Liechtenstein, der Kärntner Landesregierung eine Resolution zur "Causa Lindenalleen". Eine Lösung für das Problem sollte nun in greifbarer Nähe sein.

 6 Minuten Lesezeit (735 Wörter) | Änderung am 15.02.2018 - 13:32

Mit der Übergabe einer Resolution betreffend die Rosegger Lindenallee ist nun die Kärntner Landesregierung am Zug. Sinn dieser Bürgerresolution ist es mehr Sicherheit und eine mit der Situation verträgliche Umsetzung des Naturschutzes erreichen.

„Krisensitzung“ der Betroffenen

Im August 2017 trafen sich 30 direkt betroffene Anrainerinnen und Anrainer und diskutierten die schwierige Lage der Lindenalleen. Über die viel frequentierte Gemeindestrasse führt auch der bekannte Drau-Radweg mit weit über 40.000 Radfahrenden in der Saison. Durch hohe Naturschutz-Auflagen, die sogar noch verschärft werden sollen, weil manche hier ein Habitat für den Juchtenkäfer (siehe Webseite GRÜNE HIER) vermuten, gab es immer wieder Sperrungen. Diese wirkten sich natürlich nachteilig auf Wirtschaft und Tourismus aus.

Die teils 240 Jahre alten Bäume sind meist komplett hohl und morsch. Dieser hier steht zwischen Straße und Siedlung.

Die teils 240 Jahre alten Bäume sind meist komplett hohl und morsch. Dieser hier steht zwischen Straße und Siedlung. - © Verwaltung Schloss Rosegg

Morsche Bäume sind enormes Risiko

Das kontinuierliche Risiko durch herabstürzende Äste oder überhaupt das Umfallen ganzer Bäume führte zur Formulierung einer Bürgerresolution. 169 Anrainerinnen und Anrainer, inklusive regelmäßiger Benutzer der Lindenallee, unterzeichneten das Schriftstück. Konkret wünschen sich die Betroffenen folgendes:

Ziele der Resolution

  • KEINE weiteren Zwischenfälle durch herabstürzende Äste oder ganze Bäume
  • KEINE Sperrungen der Schlossallee/Lindenallee
  • KEINE Einbahnregelung, oder gar Evakuierung
  • KEINE hohen und nicht mehr vertretbaren Kosten zur Erhaltung der überalterten Bäume
  • KEIN Risiko für Leib und Leben von Menschen, durch einen fälschlich verstandenen Naturschutz
Die Resolution wurde diese Woche der Landesregierung übergeben

Die Resolution wurde diese Woche der Landesregierung übergeben - © KK

Nachdem die Bürgerresolution der Landesregierung übergeben wurde, ist das Land nun am Zug. „Ich hatte den Eindruck, dass bei unserer Begegnung mit der Landesregierung, dass Verständnis für unser Anliegen da war und so eine Bewegung in die Sache kommt. Das freut mich natürlich. Wir haben den Vorschlag gemacht, eine Erneuerung zu machen. Wenn wir jedoch nicht erneuern dürfen soll dürfen soll das Land Kärnten die Kosten für die Erhaltung/Sanierung und vor allem die Verantwortung und auch die Haftung übernehmen, für den Fall dass etwas passiert“, so Mag. Stefan von Liechtenstein, Eigentümer der Lindenallee. 

Immer noch Streitthema

Die Eigentümer wollen seit Jahren eine Erneuerung der Allee entlang der frequentierten Straße. Die Behörden untersagen dies. Trotz teurer Maßnahmen kam es 2015 beinahe zu einem Schaden an Leib und Leben. Seither gibt es Streit und läuft ein Langwieriges Verfahren. „Das Risiko lässt sich nicht schön reden. Im Jahr 2015 wurde die Allee seitens eines Sachverständigen begutachtet und als verkehrssicher eingestuft. Ca. drei Wochen nach dem Bescheid sind zwei Bäume umgefallen. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn zu diesem Zeitpunkt z.B. eine Mutter mit Baby im Kinderwagen dort entlang spaziert wäre“, so Mag. Stefan von Liechtenstein weiter.

Auch für Gemeinde eine Belastung

Auch aus Sicht der Marktgemeinde wird die Situation zu einer Belastung. Die vermehrt auftretenden Stürme machen aus Sicht der Gemeindevertreter und Eigentümer eine pragmatische Lösung notwendig. Die hohen Naturschutzauflagen der Landesbehörden sind auch finanziell aus Sicht der Marktgemeinde und der Eigentümer nicht mehr tragbar und zumutbar. Sollten die Landesbehörden die Erneuerung weiterhin untersagen und auf den hohen Naturschutzauflagen bestehen, wird die Übernahme des Erhaltungsmanagements, der Erhaltungskosten und der Haftungen durch das Land gefordert.

Die vierreihige Allee zwischen Schloss und Drau ist seit Mai 2015 aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Sie war bei Spaziergängern beliebt.

Die vierreihige Allee zwischen Schloss und Drau ist seit Mai 2015 aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Sie war bei Spaziergängern beliebt. - © Verwaltung Schloss Rosegg

Bürgermeister und Eigentümer sind der Ansicht, dass nicht erst etwas passieren soll, damit etwas passiert. Neben einer stark benutzten Straße sollen keine überalterten und morschen Bäume stehen, die Menschen gefährden.

Kurzübersicht

Die „Lindenallee“ in Rosegg ist nicht nur ein Naturdenkmal, sondern steht auch unter Naturschutz, weil im morschen Holz der Bäume ein Habitat für den sogenannten „Juchtenkäfer“ vermutet wird. Bereits 2015 war der Drauradweg, der durch die Allee führt, zwei Monate lang gesperrt, weil nach einem Sturm Äste auf die Straße gefallen waren. Ein Teil der Allee ist immer noch gesperrt. Die Eigentümer, Anrainer und die Gemeinde haben nun eine Resolution verfasst und dem Land Kärnten übergeben. Ziel ist es die Gefahr für Leib und Leben durch die morschen Bäume auszumerzen. Als pragmatischster Weg wird eine komplette Neubepflanzung der Allee gesehen.

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