„10-20 Kenn­zeichen nehmen wir am Tag ab“ in Kärnten - 5 Minuten - Nachrichten & Aktuelles

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Kontrollen rund um die Tuningtreffen

„10-20 Kenn­zeichen nehmen wir am Tag ab“

Kärnten – Die GTI-Vortreffen sorgen nicht nur für lange Staus und an den Hot-Spots oftmals für viel Krawall. Sondern auch für abgenommen Kennzeichen. Wir haben heute einen solchen Kontrollpunkt besucht.

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„Im Umkreis von 10 km dürfen wir die Fahrzeuge zur Kontrolle schicken“, so Chefinspektor Norbert Rohseano am Kontrollplatz im Sicherheitszentrum in Velden. Denn kontrolliert wird nicht direkt an den angrenzenden Straßen. Zivile Streifen schicken verdächtige Fahrzeuge aus der Umgebung zu den Punkten. 10-20 Kennzeichen werden so aktuell pro Tag abgenommen, kontrolliert wird seit 26. April. Doch dies bedeutet nicht automatisch, dass das Fahrzeug für immer stehen gelassen werden muss. Nachbesserungen sind möglich. Aber die Strafen bleiben. Heuer wurden diese auch erstmal erhöht. Auf maximal 250 Euro für ein Organmandat (Unsachgemäßer Betrieb des Fahrzeuges). Zusätzlich zu den vorhergehenden Strafen, wohlgemerkt. Im Wiederholungsfall ist auch eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit möglich – denn der eine oder andere geht den Polizisten mehrfach ins Netz. Mit Deutschland gibt es ein Übereinkommen, bei den meisten anderen Ländern werden Sicherheitsleistungen eingehoben. Diese können im genannten Delikt bis zu 450 Euro betragen.

Bis zum 14. Mai sind nun täglich 30 Kräfte im Verkehrsdienst der Landesverkehrsabteilung im Einsatz. Eingesetzt werden zivile Motorräder, PKW sowie auch Polizeiboote.

Polizei spricht von „Tuningtreffen“

„GTI-Treffen“ sei für die Polizei inzwischen das falsche Wort. Marken aller Art und Fahrzeuge aller Altersklassen tummeln sich aktuell um den See. „Besonders die osteuropäischen Teilnehmer sind zahlreicher geworden“, merkt Chefinspektor Horst Binder an. Mit diesen Teilnehmern gäbe es auch die meisten Probleme. Binder merkt aber auch an, dass es jedoch mit über 90% der Teilnehmer überhaupt keine Probleme gibt. Krawallmacher sind also weiterhin in der Minderheit. „Und um die kümmern wir uns“, so Binder.

Das größte Problem an den Vortreffen ist die Eigendynamik die sich entwickelt hat. Da es keinen offiziellen Veranstalter gibt, gibt es auch keinen offiziellen Ansprechpartner für die Behörden. Man gebe jedoch sein möglichstes um die Anrainer vor Ort vor Lärm zu schützen. Ebenso werden bereits jetzt mit den Betroffenen Maßnahmen für das Treffen im kommenden Jahr überlegt. Möglich sind auch Einbahnen.

Ob das Treffen „wilder“ wird wollten wir wissen. Zahlen gibt es aktuell noch keine. „Man kann aber eine Vergrößerung der Vortreffen feststellen“, meint Horst Binder. Betont aber wieder, dass ein Großteil der Teilnehmer sich an die Regeln hält.

Polizei will auch aufklärend wirken

Grundsätzlich will die Polizei auch aufklärend wirken. So gibt es vermehrt Anfragen aus dem Ausland ob und wie das Fahrzeug in Österreich straßentauglich ist. Besitzer wollen so hohe Strafen vermeiden. Doch eine Garantie kann die Polizei aus der Ferne nie abgeben. Entscheidend ist eine Begutachtung vor Ort.

Das Verhältnis zwischen Polizei und Teilnehmer ist aber auch oft sehr entspannt. - © Facebook : "Turbo Edition"

Die Polizei ist den Teilnehmern des Treffens grundsätzlich positiv gestimmt. Wer eines der jetzt schon beliebtesten Fotos des GTI Treffens 2018 gesehen hat (wir berichteten HIER), dem ist schnell klar, dass das Verhältnis zwischen Polizei und Teilnehmern nicht immer angespannt sein muss bzw. soll. „Unsere“ Exekutivbeamten zeigen sehr deutlich, dass hinter dem ernsten Job Menschen stecken, die Spaß verstehen und auch mal einen solchen mitmachen.

Unter 9 cm ist Schluss

Doch wann verliert das Fahrzeug sein Kennzeichen? „Neun Zentimeter von der Straße bis zu den ersten festen Teilen müssen es sein“, erklärt Chefinspektor Norbert Rohseano. Und klärt auch gleich einen weit verbreiteten Irrtum auf: „Die Schürze des PKW zählt nicht zu den festen Teilen“. Auch darf man sich von geparkten Autos die nur wenige Millimeter über dem Boden schweben nicht täuschen lassen. „Es gibt technische Vorrichtungen wie Luftfahrwerke die das Fahrzeug anheben können, doch auch hier gibt es Regeln die wir überprüfen.“ Auch dürfen die Reifen nicht am Kotflügel scheuern.

Chefinspektor Norbert Rohseano, Chefinspektor Horst Binder und Kontrollinspektor Mario Nemetz - © 5min.at

Heute wird noch einige Stunden kontrolliert. Doch der Kontrollplatz wird je nach den Gegebenheiten gewechselt. Denn über Social-Media verbreiten sich die Infos in Windeseile.

„Nächstes Jahr kommen wir vermutlich nicht mehr“, meint einer der Fahrer zu uns. Er hatte großes Pech. Um 11 Uhr ist das Paar aus Deutschland angekommen und nun schon in die 2. Kontrolle gefahren. Doch: „Ordnung muss sein.“

Oberrauner: „Autorennen und Gummi-Gummi haben keinen Platz im Naturpark““

Die Vortreffen rufen auch die Villacher Naturpark-Referentin Dr.in Petra Oberrauner auf den Plan: „Es freut uns, dass so viele Menschen den Naturpark Dobratsch und die Villacher Alpenstraße besuchen. Wir ersuchen jedoch alle Gäste auf die Natur Rücksicht zu nehmen, langsam und vernünftig zu fahren, sich – dem Naturpark und den dort lebenden Tieren entsprechend – ruhig zu verhalten.“ Dieser Tage wären sehr viele GTI-Fahrer auf der Alpenstraße unterwegs. Oberrauner: „Sofern dies im gesetzlichen Rahmen erfolgt, sind sie hier gern gesehene Gäste. Sollte es jedoch zu Problemen mit ihnen kommen, bitten wir auch die Villacherinnen und Villacher, dies der Polizei zu melden.“

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