Vor Auto geworfen und 1200 Euro kassiert in Villach - 5 Minuten - Nachrichten & Aktuelles

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Unfall mit Folgen:

Vor Auto geworfen und 1200 Euro kassiert

Villach – Letztes Jahr im Dezember war Herbert Moser mit seinem Auto unterwegs, als sich plötzlich eine Frau auf der Straße befand. Ein Unfall war nicht mehr zu vermeiden. Er war sich damals sofort sicher: Das war Betrug! Wie ging es dann weiter?

 4 Minuten Lesezeit (483 Wörter)

Wie letztes Jahr berichtet, wurde Herbert Moser, ein Villacher Unternehmer, am 18. Dezember 2017 in einen Unfall mit einer Fußgängerin verwickelt. 

Nach Unfall: „Bitte 300,- Euro!“

Der Vorfall ereignete sich am Vormittag: Herbert Moser soll  gerade mit seinem Auto stadtauswärts unterwegs gewesen sein, als ihm eine Frau ins Auto lief. Und zwar vor dem Schutzweg eines Chinarestaurants in Villach. Kurz vor dem Aufprall soll sie sich noch schnell weggedreht haben, sodass sie „nur“ den Seitenspiegel erwischte. So schildert Moser den Unfall. Er blieb sofort stehen und fragte, ob alles in Ordnung sei und ob er die Rettung verständigen solle. Statt der Rettung soll die Frau aber lieber 300 Euro, bar auf die Hand gefordert haben. Herbert Moser lehnte ab und rief die Polizei. Nach kurzer Verhandlung um den „Preis“ – dieser lag kurze Zeit später nur noch bei 150 Euro – verschwand die Frau noch vor Eintreffen der Beamten.

Unternehmer Herbert Moser reagierte vorbildlich und will andere warnen: „Unbedingt die Polizei anrufen und den Vorfall melden!“ - © KK

Nach Stunden im LKH aufgetaucht

Nach dem Eintreffen der Polizei wurde der Unternehmer gründlich geprüft. Er musste einen Alkotest machen, der Zustand des Autos wurde überprüft, inklusive Profiltiefenmessung bei den Reifen, Verbandskastencheck und Prüfung auf Pickerlaktualität usw. Der routinemäßige Vorgang dauerte ungefähr eine dreiviertel Stunde. Von der Frau war zu dem Zeitpunkt nichts mehr zu sehen oder zu hören. Erst Stunden später stellte sich heraus, dass die Frau sich gegen 17 Uhr ins Krankenhaus begeben hatte. Auf Nachfragen der Polizei warum sie den Unfallort verlassen hatte, soll die Frau in gebrochenem Deutsch geantwortet haben,  dass sie zu den Kindern heim musste. Natürlich fragten die Beamten auch, warum sich die Frau erst Stunden später ins Krankenhaus begeben hatte. Darauf soll sie geantwortet haben, dass sie sich auf der Uhr nicht gut auskenne.

Für Moser ist das alles nach wie vor unfassbar: „Wenn jemand, ausgepolstert mit Karton, hinter einem Baum hervorspringt und mit Absicht in mein Auto springt, wie soll man das vorhersehen? Ich habe mich vorbildlich verhalten.“ Die Straßenverkehrsordnung sieht jedoch ein vorausschauendes Verhalten, insbesondere auf Schutzwegen vor.  „Mein einziges Glück war, dass im Krankenhaus keine wesentlichen Verletzungen festgestellt wurden, so konnte die Frau nicht 14 Tage in Krankenstand gehen und mir blieb ein Strafverfahren erspart“, so Moser weiter. Immerhin musste Moser eine Verwaltungsstrafe von 150 Euro begleichen. Aber das war noch nicht alles…

Frau kassiert nun 1.200 Euro

Da der Frau im Krankenhaus eine leichte Verletzung am Finger bescheinigt wurde, hatte sie Anspruch auf Schmerzensgeld. Die Versicherung einigte sich mit der Geschädigten auf eine Generalabfindung. „So leicht kommt man an Geld. Ich habe mich wirklich vorbildlich verhalten und trotzdem war ich „schuld“. Korrekt ist das nicht,“ ärgert sich Moser und möchte dennoch andere warnen, immer die Polizei zu rufen.

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