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UPDATE | Wirtschaft - Villach
Hintergrund
Kaffee mit Baustellenblick © 5min.at

Draulände wird umgestaltet:

Megabaustelle sorgt für Unternehmer­unmut

Villach – Während um den See die Radarpistole in die Hand genommen wird, wird an der Villacher Draulände mit der Schaufel gearbeitet. Nach Pfingsten startet eine Grabungsaktion der Superlative. Einerseits ist die Umgestaltung ein wichtiger Schritt zur Attraktivierung des Bereichs, andererseits sehen sich die Unternehmer vor Ort vor den Kopf gestoßen.

 5 Minuten Lesezeit (675 Wörter)

Ab Höhe Udo-Jürgens-Platz bis zum unteren Hauptplatz wird nach Pfingsten gearbeitet. Aber: „Es wäre toll gewesen, wenn man uns eingebunden hätte“, meint etwa Reinhard Rogl, Sprecher der Lederergasse und ergänzt: „Wir haben aus den Medien erfahren, dass eine Sperre kommt!“

Wegfall von Parkplätzen!

„Jetzt kommt es durch den Umbau der Draulände zur Drauriviera zu zahlreichen Behinderungen und zum Wegfall von vielen Parkplätzen. Bei den weiteren Baumaßnahmen in den kommenden Jahren wird sich das dadurch entstehende Parkplatzproblem, besonders an Markttagen, weiter zuspitzen!“, glaubt ÖVP-Stadtrat Christian Pober. Um diesem Problem während der Zeit des Umbaus Herr zu werden, sollten, laut Pober, „temporäre Ersatzparkplätze geschaffen werden. Und zwar am Kaiser-Josef-Platz“. Für Fahrzeuge ist demnächst ab Höhe Markt Schluss. Eine Umleitung ist laut Auskunft der Stadt auch nicht möglich. Die Variante über die Lederergasse wird als zu gefährlich eingestuft – behindert sie doch zahlreiche Fußgänger. Dauern werden die Bauarbeiten wohl, je nach Wetter, bis zum Kirchtag. 200.000 Euro investiert die Stadt in das Projekt.

„Kaiser Josef Platz“ soll zur Parkfläche werden

Laut Pober würde sich die Fläche des Kaiser-Josef-Platzes, versehen mit temporären Parkmarkierungen, wie zum Beispiel bei den „Harley-Parkplätzen“, dafür anbieten. „Für die temporäre Straßenführung zum Kaiser-Josef-Platz wäre eine Einbahnführung über die Widmanngasse vom Marktgelände Richtung Draupark-Straße beziehungsweise eine Begegnungszone angedacht. Eine dementsprechende Anpassung der Marktstände während dieser Zeit würde ebenfalls vorgenommen werden“, so Pober weiter.

Pober ortet breite Unterstützung

„Meine Idee findet breite Unterstützung bei den im Viertel ansässigen Unternehmen. Denn es muss für die Stärkung der Innenstadt eine temporäre Lösung für die Parkplätze geben! Hier hungert man sonst, für eine durchaus notwendigen Umbau, die Betriebe in der Umbauphase aus!“, so Pober abschließend.

„Erwarten uns, dass man auf uns zugeht!“

Kritik am Vorgehen rund um die neue Megabaustelle kommt aber auch von den Unternehmern. Reinhard Rogl vertritt als Sprecher die Lederergasse, die besonders betroffen ist. Auch Rogl sieht Pobers Plan als sinnvoll: „Was ich nicht verstehe ist, dass wir alternativlos sind. Denn scheinbar ist die Widmanngasse ein unantastbare Gasse. Diese sollte als Einbahn aufgemacht werden und der Kaiser-Josef-Platz als Parkfläche eingebunden sein, bis diese Baustelle vorbei ist!“. Laut Rogl haben die Unternehmen über die Sperre „aus den Medien erfahren“. Er meint: „Es wäre toll gewesen, wenn man uns als Unternehmer eingebunden hätte. Wir erwarten uns, dass man jetzt auf uns zugeht, nicht abschneidet und alternative Möglichkeiten für den normalen Verkehr prüft“.

Update: STR Sobe reagiert verwundert

In einer heutigen Aussendung (8. Mai 2018) erklärt Verkehrsreferent Harald Sobe:

Nach Pfingsten beginnen die Grabarbeiten an der Draulände. Hier muss das Kanalsystem dringend modernisiert werden, wie schwere Unwetter gezeigt haben. Die Arbeiten – sie sind der erste Teil der umfassenden Neugestaltung des Draubereichs – bedingen eine Verkehrssperre vom so genannten Udo-Jürgens- Platz bis zum unteren Anfang des Hauptplatzes. Da die Grabungsarbeiten mit Kosten von rund 200.000 Euro umfangreich sind, gilt die Sperre bis zum Villacher Kirchtag. Mit Verwunderung reagiert Verkehrsreferent Stadtrat Harald Sobe nun auf die geäußerte Kritik des „29er“-Gastronomen Reinhard Rogl. Er will erst aus den Medien von der Verkehrssperre der Draulände erfahren haben. „Das ist bemerkenswert“, sagt Sobe: „Denn Herr Rogl war Mitte März bei einer von mir geleiteten Info-Veranstaltung im Rathaus. Dort haben wir alle Details präsentiert. Vor allem die Notwendigkeit und Dauer der Sperre.“

Es sei bedauerlich, wenn Unternehmer durch unbedachte Äußerungen wichtige Verbesserungsarbeiten der Stadt torpedieren. Schließlich sei die Neugestaltung der Draulände unter stetiger Einbindung der Anrainer entwickelt worden. „Wir haben konstant über das Bauvorhaben informiert und werden dies auch weiterhin tun“, sagt Sobe. Morgen, Mittwoch, etwa wird es vor Ort ein Treffen der Sachverständigen des Magistrats mit den Sprechern der Widmanngasse geben, um das Thema „Verkehrsaufkommen an Markttagen während der Sperre“ zu besprechen.

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