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Wirtschaft - Klagenfurt
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Neuer Mehrheitseigentümer

Grünes Licht für die Teil­privatisierung

Klagenfurt – Es gibt Grünes Licht für die Teilprivatisierung des Klagenfurter Flughafens. Nach einer heute im Rahmen der Regierungssitzung von Investor Franz-Peter Orasch persönlich vorgetragenen Präsentation seiner Pläne für den Klagenfurter Flughafen, fassten die Mitglieder der Kärntner Landesregierung den einstimmigen Beschluss zum anteilsmäßigen Verkauf der Landesanteile.

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Wie Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber im Pressefoyer im Anschluss an die Sitzung betonten, war die Präsentation Oraschs und seiner Lilihill Capital Group „beeindruckend und das Konzept, mit dem der Flughafen als Alpe-Adria-Drehkreuz mit neuen Flug- und Hubanbindungen positioniert werden soll, sehr schlüssig“.

Neuer Mehrheitseigentümer

Vorbehaltlich eines notwendigen Beschlusses seitens des zweiten Eigentümers, der Stadt Klagenfurt, sowie der Zustimmung der Kartellbehörde, wird damit die Lilihill Capital Group mit 74,9 Prozent Mehrheitseigentümer des Klagenfurter Flughafens. Landeshauptmann Kaiser rechnet mit einem Closing in den nächsten acht bis zwölf Wochen. Zur Präsentation wurden von der Landesregierung auch die Klubobmänner aller im Landtag vertretenen Parteien eingeladen.

Flugverkehr soll in Zukunft weiter zunehmen

„Vor allem der Optimismus der Betreiber stimmt mich positiv. Wir geben damit gemeinsam ein klares Bekenntnis zum Flughafen ab. Ich bin froh, dass dieser gemeinsame Weg einer Private-Public-Patriot-Partnership begangen wird. Wir wollen dem Flughafen jenen Stellenwert geben, den er verdient“, so Kaiser, der nicht nur auf die Bedeutung des Flughafens als Infrastruktureinrichtung für das Land, die Industrie, die Wirtschaft und den Tourismus hinwies, sondern auch die immateriellen Werte betonte. „Der Flughafen verfügt über eine neu sanierte Landebahn, über Slots und sämtliche für den Flugbetrieb notwendigen Genehmigungen. Wenn man weiß, dass der Flugverkehr in Zukunft weiter zunehmen wird, dann sind das alleine schon wertvolle Voraussetzungen.“

Es gebe in letzter Zeit mit den Investitionsplänen von Infineon und der Lilihill-Gruppe sehr gute Nachrichten für Kärnten. „Der Flughafen und seine positive Entwicklung sind für Kärnten unverzichtbar“, unterstrich Kaiser.

Kärnten als Tourismus- und Wirtschaftsstandort

Landesrat Martin Gruber lobte die ausgezeichnete Präsentation der Lilihill-Gruppe. Der Anteilsverkauf sei entscheidend für die Weiterentwicklung des Tourismus- und Wirtschaftsstandortes Kärnten. „Mit dem neuen Partner ist die Zielerreichung für den Flughafen in den nächsten fünf bis sieben Jahren möglich. Es ist mir besonders wichtig zu betonen, dass die Interessen des Landes und der Kärntner Bevölkerung bei diesem Verkaufsprozess gewahrt bleiben“, erklärte Gruber.

Köfer lobt positives Klima

Als positiv lobt Team Kärnten-Obmann LAbg. Gerhard Köfer das Klima beim Gespräch mit Flughafen-Investor Franz Peter Orasch im Rahmen Regierungssitzung: „Orasch war sehr bemüht, zu aktuellen Gerüchten ausführlich Stellung zu beziehen. Zahlreiche Fragen wurden beantwortet und etwaige Unklarheiten konnten ausgeräumt werden.“ Wie Köfer nachdrücklich betont, müsse es jetzt darum gehen, endlich „Nägel mit Köpfen“ zu machen. „Wesentlich ist, dass die notwendigen Verträge wasserdicht sind und von allen Vertragspartnern schlussendlich unterzeichnet werden können. Im Sinne einer positiven Weiterentwicklung des Flughafens gilt es nun, schleunigst in die Umsetzungsphase zu kommen. Der Flughafen ist für Kärnten als Wirtschaftsstandort eine Grundvoraussetzung und überlebensnotwendig. Er braucht unbedingt ein Update, das in Verbindung mit dem Investor erreicht werden kann.“ Köfer pocht im zukünftigen Prozedere weiter auf Transparenz: „Mangelnde Offenheit fördert die Gerüchteküche und verleitet zu Spekulationen. Es bringt keinem Beteiligten, insbesondere aber dem Kärntner Steuerzahler nichts, wenn rund um das gesamte Verfahren ein Mantel des Schweigens gehüllt wird.“

FPÖ ebenfalls positiv überrascht

Auch der Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Mag. Gernot Darmann spricht von einem „sehr überzeugenden Projekt und einer Riesen-Chance für den Wirtschaft- und Tourismusstandort Kärnten“. Darmann: „Ich begrüße die nun erzielte Einigung mit dem Investor. Er nimmt sehr viel eigenes Geld in die Hand, um den für Kärnten so wichtigen Flughafen wieder nach vorne zu bringen!“ „Die SPÖ-geführte Landesregierung ist bei der Umsetzung des 2014 beschlossenen Flughafen-Zukunftskonzeptes und bei der Suche nach einem strategischen Partner seit Jahren säumig gewesen. Nun gilt es, die große Chance zu nutzen, um mit unserem neu gewonnenen Partner beim Flughafen auch wirtschaftlich abzuheben“, betont der Kärntner FPÖ-Chef.

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