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Wirtschaft - Klagenfurt
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Privatkonkurse steigen drastisch

Insolvenzen: Aktueller Stand zum 1. Halbjahr

Klagenfurt – 192 Unternehmen sind im ersten Halbjahr 2018 in Kärnten insolvent geworden – das ist ein Plus von 12 Prozent. Im selben Zeitraum gab es auch 370 Privatinsolvenzen, mit einem Anstieg von 113 Prozent explodiert dieses Anzahl geradezu. Überraschend ist das allerdings nicht. Wie stellt sich die Situation in Klagenfurt dar?

 4 Minuten Lesezeit (575 Wörter) | Änderung am 06.06.2018 - 19:11

Situation in Kärnten

Im ersten Halbjahr 2018 wurden in Kärnten insgesamt 370 Privatinsolvenzverfahren eröffnet. „Die Verdoppelung ist zwar drastisch, aber für niemanden im Insolvenzbereich eine Überraschung. Durch die Novelle kam es zu einem Rückstau, der nun mit vollem Schwung gekommen ist. Sind die Fälle erst abgewickelt, so werden sich die Zahlen auch wieder einpendeln“, so Mag. Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870 Standortes Klagenfurt.

In Summe betrug die Verschuldung der 192 im ersten Halbjahr insolvent gegangenen Unternehmen 47 Millionen Euro. Von den Pleiten direkt betroffen sind 377 Dienstnehmer. Auffällig: Bei den Eröffnungen ist seit Anfang des Jahres eine Zurückhaltung bei den Eigenanträgen beobachtbar. „Es zeigt sich, dass die Gläubiger die Firmen in die Insolvenz schicken. Knapp zwei Drittel der Fälle wurden aufgrund ihrer Anträge eröffnet. Diese Entwicklung haben wir bereits im ersten Quartal beobachtet und sie scheint sich zum Trend auszuwachsen“, berichtet Mag. Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870 Klagenfurt.

Unternehmensinsolvenzen: Bezirk Klagenfurt/Klagenfurt Land

63 Unternehmensinsolvenzen (19 eröffnete und 44 nicht eröffnete Insolvenzverfahren) werden für das 1. Halbjahr 2018 für den Bezirk Klagenfurt/Klagenfurt Land vom KSV1870 Klagenfurt gemeldet. Im 1. Halbjahr 2017 waren es 79 Unternehmensinsolvenzen (40 eröffnete und 39 nicht eröffnete Insolvenzverfahren). „Das sind um 16 Fälle oder 20 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, berichtet Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870 Standortes Klagenfurt.

Viele kleine, wenige große Unternehmen

Nach wie vor dominieren kleine Betriebe aus dem Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen, aus dem Gastgewerbe und der Bauwirtschaft das Insolvenzgeschehen. Die Insolvenzverbindlichkeiten von 4,2 Millionen Euro sind gegenüber dem Vergleichszeitraums des Vorjahrs gesunken – ein Minus von 91 Prozent (2017: 47,4 Millionen Euro).

Größte Insolvenz SimpliFlow GmbH

Der größte Insolvenzfall ist das Konkursverfahren SimpliFlow GmbH aus Klagenfurt (vormals Wien) mit Verbindlichkeiten von 1 Million Euro. Es folgen das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung Tischlerei Dieter Kraßnig GmbH aus Feistritz/Rosental mit Verbindlichkeiten von 0,5 Millionen Euro und das Konkursverfahren Mrozek Arkadiusz aus Klagenfurt-Viktring mit Verbindlichkeiten von 0,4 Millionen Euro.

Ausblick auf 2018

„Ich gehe davon aus, dass das dritte und vierte Quartal noch einige Eröffnungen bringen werden. Eine Steigerung der Unternehmensinsolvenzen im Bezirk Klagenfurt/Klagenfurt Land ist mittelfristig zu erwarten“, resümiert Barbara Wiesler-Hofer.

Privatkonkurse: Bezirk Klagenfurt/Klagenfurt Land

Im Bezirk Klagenfurt/Klagenfurt Land wurden 131 Privatkonkursverfahren eröffnet. Die Eröffnungen haben sich verdoppelt. „Die Verdoppelung ist für niemanden im Insolvenzbereich eine Überraschung. Durch die Novelle kam es zu einem Rückstau, der nun mit vollem Schwung gekommen ist. Sind die Fälle erst abgewickelt, so werden sich die Zahlen auch wieder einpendeln“, so Barbara Wiesler-Hofer.

Fast alle Verfahren wurden von den Schuldnern selbst beantragt und dienen der Regulierung der Schulden, die in den ersten drei Monaten bei insgesamt 31,1 Millionen Euro lagen. Somit sind diese im Vergleich zum Vorjahr drastisch gestiegen (2017: 6,1 Millionen Euro). „Hier erkennt man deutlich, dass viele Schuldner mit hohen Verbindlichkeiten zugewartet haben, dass die neue und für sie günstigere Rechtslage einmal in Kraft getreten war, bevor sie ihre Schuldenregulierung beantragten“, so Barbara Wiesler-Hofer. Die durchschnittliche Verschuldung beträgt 237.404 Euro und liegt damit über dem Vergleichszeitraum 2017 – 95.312 Euro. Ein Blick auf die Struktur zeigt: 65 Prozent gehen auf das Konto von Männern, bei 35 Prozent der Fälle sind Frauen betroffen.

Resümee und Ausblick auf 2018

Bislang werden die Erwartungen eingehalten und ein Nachholeffekt ist zu beobachten. „Der Bedarf an Schuldenregulierung ist nach wie vor gegeben. Ein weiterer moderater Anstieg ist zu erwarten“, resümiert Barbara Wiesler-Hofer.

Aktuelle Zahlen des laufenden Jahres bis inkl. 4.6.2018 wurden verwendet.

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