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Hintergrund
Faaker See © KK

Benutzungsgebühren:

Schlauchboot­luxus am Faaker See

Faaker See – Vor einigen Wochen meldete sich eine verwunderte Leserin bei uns: "Wir mussten am Faaker See für unser Schlauchboot Gebühren bezahlen, ich habe davon noch nie gehört!" Doch was steckt dahinter? Wurden die Villacher betrogen oder gibt es diese Gebühr wirklich? Ja. Es gibt sie.

 4 Minuten Lesezeit (523 Wörter) | Änderung am 29.06.2018 - 07:08

Der Faaker See befindet sich, wie bekannt, im Privatbesitz und wird durch die „Gutsverwaltung Landskron“ bewirtschaftet. Durch diesen Umstand gibt es einige Gebühren, die Anrainer, Badbesitzer und eben auch Schlauchbootbesitzer – sofern sie sich auf den Faaker See wagen – bezahlen müssen. Da wir über die „Gutsverwaltung Landskron“, die sich nur den Pächtern verpflichtet fühlt, keine Informationen erhalten haben, haben wir uns auf die Suche gemacht. Laut Auskunft der Tourismusinformation gibt es diese Gebühren schon seit Jahrzehnten. Und sie werden auch eingetrieben. Ob private oder gewerbliche Nutzung. Unterscheidungen gibt es hier nur beim zu bezahlenden Preis.

Was kostet mich der Faaker See?

Öffentlich einsehbar sind die Preise für die einzelnen Wasserfahrzeuge. So sind für ein „Surfbrett oder Kajak“ am Tag 7,55 Euro oder wöchentlich 13,67 Euro zu bezahlen. Wer gleich das ganze Jahr am See surfen will muss mit 39,38 Euro privat und 190,95 Euro gewerblich rechnen. Schnäppchen, oder? Doch kritisch wird es, laut unseren Infos, erst ab einem Schlauchboot mit E-Motor. Wie ihn eben unsere Leserin hatte. Gleich 16,32 Euro sind dafür zu bezahlen. Wie auch für ein Ruderboot ohne E-Motor, Elektroboot, Tretboot und Segelboot. Pro Tag. Wöchentlich werden 32,24 Euro fällig. Jährlich gleich 101,24 Euro. So die offizielle Preisliste. Bezahlt werden kann bei der Gutsverwaltung selbst oder in einem der Strandbäder. Motorboote gibt es, bis auf wenige Ausnahmen, überhaupt nicht. Kontrolliert wird übrigens durch eigene Mitarbeiter oder Fischer.

Und auf anderen Seen?

Doch nicht nur am Faaker See gibt es Gebühren für Wasserfahrzeuge. Allerdings erst ab höheren Wertigkeiten und, dazu unten mehr, nicht wie am Faaker See für jedes. Für ein Ruderboot sind z.B. am Wörthersee (Velden) 17 Euro fällig. Dazu die Bootstandgebühren von pauschale 250 Euro. Lizenzen für Motorboote werden gar um tausende Euro gehandelt – mehr oder weniger legal. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Die Bundesforste – denen z.B. der Wörthersee gehört – besitzen nur die Seewanne, während man auf privaten Seen auch die Oberfläche bewirtschaften kann. So darf man sich z.B. am Wörthersee kostenlos mit seinem Schlauchboot in das Wasser wagen.

Wer sich mit seinem eigenen Surfbrett oder gar „Stand up Paddle“ in die Weiten des Faaker Sees wagt, sollte also seine Quittung nicht an Land vergessen. Oder sollte vor Ort bei einem der Anbieter sein Gefährt mieten. Doch ist dies für die Besitzer des Faaker Sees ein gutes Geschäft? Offenbar nicht, so munkelt man. Genutzt werden die Gebühren, unter anderem, zur Sicherstellung der Wasserqualität des Sees.

Hintergrund

Neben dem Faaker See sind auch der Neusiedlersee, Klopeinersee und der Mondsee im Privatbesitz. Der Rest verteilt sich auf die ÖBF und auf öffentliche Einrichtungen. Nur der Irrsee wird durch eine Fischereigemeinschaft bewirtschaftet.

Der See befindet sich im Besitz der Familien Catasta und Bucher. Ludwig Wittgenstein hatte keine Kinder und adoptierte daher ein Mädchen, dem er nach seinem Tod 1920 den See vermachte. Zur damaligen Zeit war ein See wenig wert, durch touristische Nutzung stieg dieser aber im Laufe der Jahre. Seit 1924 gehört der See eben diesen Familien.

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