„Polizeiposten statt Pferdeställe aufsperren“ in Villach - 5 Minuten - Nachrichten & Aktuelles

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Politik - Villach
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SPÖ-Nationalrätin Hochstetter-Lackner:

„Polizeiposten statt Pferdeställe aufsperren“

Villach – Die Massenschlägerei auf einem Parkplatz in der Nähe des Villacher Hauptbahnhofs ruft jetzt auch die Politik auf den Plan. SPÖ-Nationalrätin Hochstetter-Lackner fordert "Polizeiposten statt Pferdeställe" und meint damit die Wiedereröffnung einer Polizeiinpektion am Hauptbahnhof. Vor allem, dass die Polizei die Täter nicht direkt nach der Tat schnappen konnte, stößt ihr sauer auf. FPÖ-Nationalrat Mölzer will sich bei Innenminister Kickl für die Wiedereröffnung einsetzen.

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„Die Tatsache, dass die Polizei selbst bei erhöhtem Sicherheitsaufgebot zur Kirchtagszeit nicht rechtzeitig vor Ort sein konnte, um alle Täter zu fassen, spricht Bände“, sagt Hochstetter-Lackner. Die mutmaßlichen Täter flüchteten, noch bevor die erste Streife vor Ort war. Im Zuge der Fahndungsmaßnahmen konnten sieben der Angreifer jedoch wenige Stunden nach der Tat in Villach angehalten und von einem der Opfer identifiziert werden. Über die genaue Anzahl der Beteiligten herrscht noch Unklarheit. Sieben bis zehn angeblich afghanische Staatsbürger sollen unter den Angreifern gewesen sein, unter den Opfern sollen fünf russische und zwei österreichische Staatsbürger gewesen sein.

Forderung nach Polizeiinspektion wird wieder laut

Die Forderung nach einer Polizeiinspektion am Villacher Hauptbahnhof wird fast nach jedem größeren Vorfall in dessen Einzugsgebiet laut. So auch dieses Mal. „Ich fordere den Innenminister auf, Polizeiposten statt Pferdeställe aufzusperren. Allen voran, den am Villacher Hauptbahnhof!“, erklärt Hochstetter-Lackner. Unterstützung für ihre Forderung erwarte sie sich auch von den Villacher Nationalratsabgeordneten der Regierungsparteien – Peter Weidinger (ÖVP) und Wendelin Mölzer (FPÖ).

Zwar gibt es in Villach eine Polizeiinspektion AGM Bahnhof, diese kontrolliert aber in erster Linie die Fahrgäste während der Zugreisen. Es handelt sich dabei also nicht um eine Polizeiinspektion im herkömmlichen Sinne.

FPÖ-Mölzer will sich bei Innenminister stark machen

Auf Anfrage von 5 Minuten Villach bei FPÖ-Nationalrat Wendelin Mölzer stellt dieser fest: „Ich setze mich natürlich dafür ein, dass hier etwas passiert. Diesbezüglich werde ich mich bei Innenminister Herbert Kickl stark machen!“. Einen politischen Seitenhieb in Richtung SPÖ ließ Mölzer dabei nicht aus: „Es ist lustig, dass die SPÖ jetzt draufkommt, dass eine Polizeiinspektion am Bahnhof notwendig ist, zumal die SPÖ ja dabei war, also sie geschlossen wurde!“. Beim letzten größeren Vorfall am Hauptbahnhof im Januar 2018 kam diese Diskussion ebenfalls auf. Damals erklärte Bürgermeister Günther Albel: „Das Wachzimmer am Villacher Hauptbahnhof wurde bereits vor 15 Jahren geschlossen. Die Entscheidung wurde, gegen den Willen der Villacher Bevölkerung und Politik, von der damaligen ÖVP/FPÖ-Regierung unter Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) getroffen. Umsetzender Innenminister war Ernst Strasser (ÖVP). Der Villacher Protest wurde ignoriert.“ Auch die Villacher ÖVP fordert seit Jahren eine Wiedereröffnung des Wachzimmers. Peter Weidinger bestätigte dies auf Anfrage auch abermals.

Vorfall

Bei der Massenschlägerei mit bis zu 17 Beteiligten auf einem Parkplatz in der Nähe des Villacher Hauptbahnhofs wurden zwei Personen verletzt. Die Angreifer sollen mit Holzstöcken, Gürteln und Glasflaschen auf ihre Opfer eingeprügelt haben. Wir berichteten.

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