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Leute - Klagenfurt
© StadtPresse/Burgstaller

Festakt am israelitischen Friedhof

Gedenktafel für Fred Reinisch

Klagenfurt – Der Klagenfurter Fred Reinisch war der letzte Jude aus der Landeshauptstadt, der dem Holocaust entkommen ist. Kurz vor dem Novemberpogrom 1938 flüchtete er nach Palästina. Seiner Heimatstadt blieb er bis zu seinem Tod 2017 verbunden. Am Israelitischen Friedhof wurde nun eine Gedenktafel enthüllt.

 1 Minuten Lesezeit (213 Wörter)

Jahrzehntelang war Fred Reinisch jeden Sommer in seine Heimatstadt Klagenfurt zu Besuch gekommen. Reinisch floh 1938 nach Palästina, trat der Royal Airforce bei und kam nach dem Krieg als Dolmetscher der britischen Besatzungsmacht kurzzeitig nach Klagenfurt zurück. Danach ging er nach
London und wanderte später in die USA aus. Bis zu seinem Tod vergangenes Jahr lebte er in Florida.

Sein letzter Wunsch

In Klagenfurt stand auch in Kontakt mit der Klagenfurter Autorin mit jüdischen Wurzeln Ilse Gerhardt. Sie setzte sich auch dafür ein, das der letzte Wunsch von Reinisch, nämlich in Klagenfurt begraben zu werden, erfüllt wurde. Da es aber eine Feuerbestattung war, was nach jüdischem Ritus nicht erlaubt ist, fand Reinisch seine letzte Ruhe am christlichen Friedhof St. Ruprecht.

Liebevolles Andenken

Im angrenzenden israelitischen Friedhof erinnert nun eine Gedenktafel an ihn. „Damit hat die Landeshauptstadt ein liebevolles Andenken an einen jüdischen Bürger der Stadt gesetzt“, so Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz bei der Gedenktafelenthüllung, an der von Seiten der Stadt auch noch Vizebürgermeister Christian Scheider und Stadtrat Mag. Franz Petritz teilnahmen.

Zu dem kleinen Festakt am israelitischen Friedhof, die Arthur Ottowitz auf seiner Mundharmonika stimmungsvoll begleitete, nahmen mit Brigitte und Franz Triebelnig auch Verwandte von Reinisch sowie einige Gemeinderäte teil.

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