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Wirtschaft - Klagenfurt
Spartengeschäftsführer Nikolaus Gstättner mit Spartenobmann Raimund Haberl und Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria © WKK/Studiohorst

Plus von 0,8 Prozent:

Gutes Halbjahr für Kärntner Handel

Klagenfurt – Heute fand die Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz des Kärntner Einzelhandels statt. Das Resümee: Nach dem erfreulichen Plus von über 2,2 Prozent aus dem Vorjahr, konnten die Betriebe des Kärntner Handels heuer bereits im ersten Halbjahr 0,8 Prozent zulegen. Die Digitalisierung und EKZ-Widmungen bleiben weiterhin große Themen.

 5 Minuten Lesezeit (668 Wörter) | Änderung am 30.08.2018 - 00:57

„Bis jetzt verläuft das heurige Jahr für den Kärntner Handel gut“, so Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Kärnten, bei der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz des Kärntner Einzelhandels. Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria fasst zusammen: „Die Umsätze im Einzelhandel in Kärnten sind im ersten Halbjahr 2018 nominell um 0,8 Prozent gestiegen. Das mag nicht viel klingen, ist aber unter Berücksichtigung des deutlichen Plus von 2,2 Prozent aus dem Vorjahr sehr erfreulich.“

32 Prozent Umsatzwachstum

32 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte in Kärnten melden für das erste Halbjahr 2018 ein nominelles Umsatzwachstum. 23 Prozent können das Vorjahresniveau wieder erreichen, während 45 Prozent mit Umsatzrückgängen konfrontiert sind. „Die Inflationsrate hat mit 1,9 Prozent ein Normalniveau. Unter der Berücksichtigung des Preiseffekts, haben sich die Umsätze im Einzelhandel in Kärnten um 1,1 Prozent verringert, da die Verkaufspreise im Einzelhandel österreichweit im Durchschnitt um 1,9 Prozent gestiegen sind. Die Preissteigerung entspricht der allgemeinen Inflationsrate“, erklärte Gittenberger.

Mehr Beschäftigte

„Die Zahl der unselbständigen Beschäftigten ist weiter deutlich angestiegen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 verzeichnet der Einzelhandel ein Beschäftigungswachstum von 1,0 Prozent bzw. von rund 200 Mitarbeitern. Damit weist der Einzelhandel im Durchschnitt knapp 20.600 unselbstständig Beschäftigte auf“, so Ernst Gittenberger. Gittenberger zeigte sich in seiner Aussicht für die Jahresbilanz realistisch: „Der Höhepunkt des Konjunkturaufschwungs ist erreicht. Die Prognoseergebnisse zeigen, dass aber speziell der Anstieg von Konsumausgaben den heimischen Handel eher positiv beeinflussen werden.“

Schlüsselforderungen für die Zukunft des Handels

Für Spartenobmann Haberl gehört in einigen Bereichen des Handels nachgeschärft: „Die Kärntner Handelsbetriebe sind ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, der Arbeitsplätze sichert und Lehrlingen eine Zukunftschance gibt. Daher müssen dringend Maßnahmen seitens der Politik umgesetzt werden, damit wir die 55 Prozent, bei denen es gut oder zumindest stabil läuft, halten, aber eben die 45 Prozent mit Umsatzrückgängen nicht verlieren.“

Forderung nach Baustopps in Innenstädten

Speziell die verwaisten Innenstädte bereiten dem Unternehmer und Obmann des Handels Sorgen: „Bereits heute ist das Angebot von Verkaufsfläche pro Kopf in Kärnten weit über dem europäischen Durchschnitt. Jede zusätzliche Erweiterung bei der Verkaufsfläche führt unweigerlich zu einem Sinken der Flächenproduktivität. Deshalb fordern wir ganz klar einen Widmungs- und Baustopp für innenstadtrelevante Sortimente auf der ‚grünen Wiese‘. Das sichert die bestehenden Handelsstrukturen und ermöglicht dem Handel seine wichtigen Funktionen ­- nämlich die Sicherung der Nahversorgung und die Aufrechterhaltung der Attraktivität von Orts- und Stadtkernen – zu erfüllen.“

Wiedereinführung der Nahversorgerförderung

In der Abschaffung der Nahversorgerförderung sieht Raimund Haberl ein großes Problem: „Wir fordern die Wiedereinführung und Erweiterung der erfolgreichen Nahversorgerförderung, die in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass viele regionale Nahversorger in peripher gelegenen Regionen weiterbestehen konnten. Ähnliche Nahversorgerförderungen gibt es in allen Bundesländern – Kärnten darf nicht zu einem absoluten Schlusslicht bei der Erhaltung eines lebenswerten, ländlichen Lebensraumes werden.Eine Nahversorgerförderung löst wichtige Effekte, wie etwa Versorgung, Kommunikation, Identität, Arbeitsplätze und Kommunalabgabe, für den ländlichen Raum aus.“

Erweiterte Öffnungszeiten

Die Thematisierung der Öffnungszeiten sollte laut Haberl aber endlich ein Ende finden: „Wir sind zufrieden. Bei unbeschränkten Offenhaltemöglichkeiten und den derzeitigen kollektivvertraglichen Zuschlägen für die ‚erweiterten Öffnungszeiten‘, wären die Handelsfirmen im Vorteil, welche ihre großflächigen Betriebe mit wenigen Mitarbeitern führen. Die Konkurrenz würde unweigerlich verdrängt werden. Der derzeit gültige Ausnahmekatalog ist aus unserer Sicht völlig ausreichend.“

Präsenz im Internet

Vierter und äußerst wichtiger Punkt ist für Haberl die Digitalisierung. „Der „Smart-Shopper-Trend“ führt dazu, dass die Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkaufen das Internet und den stationären Einzelhandel zunehmend verbinden. Nicht jeder Händler muss zwingend einen Onlineshop haben, aber jeder sollte unbedingt im Internet präsent sein. Die Wirtschaftskammer ist mit ihren Experten für die Händler da und unterstützt mit diversen Förderungen“, so der Spartenobmann.

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