Zum Thema:

18.11.2018 - 21:40Nachbarschaftsstreit: Villacher holte Flinte18.11.2018 - 15:21Drei Polizeieinsätze in Villach-Auen18.11.2018 - 13:16Der Advent­zauber hat begonnen17.11.2018 - 14:351.372 Menschen ließen sich typisieren
Wirtschaft - Villach
Die 16 Kilometer lange Fernwärmetransportleitung von Arnoldstein nach Villach wurde in Betrieb genommen. © 5min.at

KELAG dreht auf!

Fernwärmelei­tung von Arnold­stein nach Villach

Arnoldstein/Villach – Nach 15 Monaten Bauzeit nimmt die KELAG Energie und Wärme GmbH (KEW) die 16 kilometerlange Fernwärmetransportleitung von Arnoldstein nach Villach in Betrieb. Diese Leitung transportiert nun pro Jahr rund 100 Millionen Kilowattstunden Wärme nach Villach, das entspricht etwa der Hälfte des Fernwärmebedarfs der Draustadt. Die Gesamtinvestitionskosten für dieses Projekt betragen rund 17 Millionen Euro.

 4 Minuten Lesezeit (579 Wörter)

„Mit der Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage können wir rund 90 Prozent des Wärmebedarfes in Villach aus regenerativen Quellen decken, Erdgas setzen wir nur noch zur Spitzenabdeckung und als Ausfallsreserve ein. Nun pumpen wir Abwärme aus der Müllverbrennung in Form von 130 Grad Celsius heißem Wasser mit einem Druck von 25 bar von Arnoldstein nach Villach,“ so Adolf Melcher, Geschäftsführer der KEW. Weitere Primärenergiequellen für die Fernwärme in Villach sind Abwärme von der Omya in Weißenstein, Abwärme aus einem privaten Biomassekraftwerk, Wärme aus dem Biomasseheizwerk der KELAG Energie & Wärme GmbH sowie im geringeren Ausmaß Deponiegas und Solarenergie.

Weniger Strom, dafür mehr Wärme

Die Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) nutzt die Energie des Hausmülls nun anders als vorher, erläutert Geschäftsführer Günter Zellinger. „Bis heute haben wir in erster Linie Strom erzeugt. Nun erzeugen wir deutlich weniger Strom, dafür aber viel mehr Wärme, sodass wir nicht nur – wie bisher – die Fernwärme in Arnoldstein versorgen, sondern auch halb Villach. Dadurch verdoppelt sich der Brennstoffnutzungsgrad unserer Anlage auf mehr als 50 Prozent.“

Die Gesamtinvestitionskosten für dieses Projekt betragen rund 17 Millionen Euro. Dabei investierte die KRV 1 Million Euro in den Umbau ihrer Anlage, um Wärme für die Fernwärme Villach auskoppeln zu können.

KEW investierte 16 Millionen Euro

Die KEW hat rund 16 Millionen Euro in die Fernwärmetransportleitung nach Villach, in die Wärmeübergabestation in Warmbad und in Netzanpassungen investiert. „Mit der Nutzung der Abwärme der Müllverbrennungsanlage ist unser Konzept, Villach mit möglichst grüner Wärme zu versorgen, vorläufig abgeschlossen“, erklärt Günther Stückler, Geschäftsführer der KEW und Geschäftsführer der KRV. „Außerdem ermöglicht uns die Abwärme aus Arnoldstein weiteres Wachstum in Villach.“ Das Wärmeverteilnetz der KEW in Villach umfasst mehr als 100 km mit rund 1.000 Anschlüssen. Der Wärmeabsatz in der Stadt Villach beträgt rund 200 Mio. kWh, das entspricht dem Bedarf von etwa 25.000 Haushalten.

Alle öffentlichen Gebäude in Villach werden an das Netz angeschlossen. Zwischen Arnoldstein und Villach sind vorerst keine weiteren Anschlüsse geplant. In diese Richtung soll es aber bald Überprüfungen geben.

Mit 16 Millionen Euro handelt es sich dabei um die bis dato größte Einzelinvestition der KELAG. - © 5min.at

„Grüne Energie“ als Standortfaktor

Für Landeshauptmann Kaiser ist die Fertigstellung der Fernwärmetransportleitung ein weiterer wichtiger Schritt, die Energieversorgung Kärntens noch nachhaltiger und grüner zu machen. „Der Süden dreht auf! Nachhaltigkeit ist eines der wesentlichen Leitmotive für diese Kooperation über Gemeindegrenzen hinaus. Nachhaltigkeit auch im Sinne einer Kooperation, die zeigt: wenn mehrere etwas Gutes tun, dann ist es auch volkswirtschaftlich äußerst vernünftig“, so Kaiser im Rahmen der Pressekonferenz. Das Projekt habe aber auch einen gesellschaftlichen Nutzen, man leiste damit einen großen und aktiven Beitrag zur Erreichung der Klimaziele, so der Landeshauptmann.

Günther Albel, Bürgermeister der Stadt Villach, wertet die neue Energiequelle für die Fernwärme in Villach als großen Schritt: „Villach ist Österreichs nachhaltigste Stadt. Für unser ernsthaftes Bestreben, dies auch zu bleiben, ist Fernwärme ein enorm wichtiger Faktor. Denn der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur hat längst auch eine wirtschaftspolitische Komponente, er hat sich zu einem relevanten Standortfaktor entwickelt.“

Albel: „Villach ist Österreichs nachhaltigste Stadt.“ - © 5min.at

Kommentare laden