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Zahlen, Angebote & Veranstaltungen

Demenz in Kärnten

Kärnten – 10.000 Kärntnerinnen und Kärntner leiden an Demenz, jährlich kommen 2.000 Neuerkrankte hinzu. Ein Thema, das uns alle angeht. Die Caritas Kärnten erweitert mit dem „Café Zeitreise“ in Malta nun ihr Demenz-Angebot. Am vergangenen Freitag klärte die Hilfsorganisation zudem am Pflegetag in Klagenfurt über Demenz auf. Im Oktober findet in Velden ein Demenzkongress für Ärzte, Pflegepersonal, Betroffene und Interessierte statt. Man merkt, das Thema wird kärntenweit verstärkt angepackt.

 5 Minuten Lesezeit (619 Wörter) | Änderung am 25.09.2018 - 09:41

Der nostalgische Oldtimerbus –  Botschafter des neuen Demenz-Angebotes „Café Zeitreise“ – zog am vergangenen Freitag die Besucherinnen und Besucher beim Pflegetag der Caritas auf dem Neuen Platz in Klagenfurt an. Die ließen sich Blutzucker und Blutdruck messen, hörten bzw. schauten den Gesangs- Tanz- und Trommeldarbietungen der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe zu und holten sich von den ExpertInnen umfassenden Rat zum Thema Demenz und Pflege.

Die Krankheit des Vergessens

Laut Land Kärnten leiden 10.000 KärntnerInnen an Demenz, der Krankheit des Vergessens. Jährlich kommen in unserem Land 2.000 Neuerkrankte hinzu. Sie, aber auch die betreuenden Angehörigen sind oft ratlos und verzweifelt. Letztere erleben nicht nur eine hohe zeitliche, sondern auch eine enorme psychische Belastung. Darauf reagiert die Caritas mit der Eröffnung des sogenannten „Café Zeitreise“ Anfang Oktober in Malta. Weitere sind in den verschiedensten Regionen Kärntens geplant.

Hilfe für Betroffene und BetreuerInnen

„Uns liegt der Mensch mit Demenz und all seinen Bedürfnissen ebenso sehr am Herzen wie die betreuenden Angehörigen“, sagt Eva Maria Wernig als Bereichsleiterin für mobile Betreuung und Pflege bei der Caritas. Beim „Café Zeitreise“ – einem kostenlosen Angebot – handelt es sich um ein Treffen von Erkrankten und Angehörigen unter fachlich-professioneller Begleitung. Wernig: „Wir sprechen nicht über, sondern mit den Betroffenen. Sie erhalten auch Anregungen, wie Gedächtnistrainings, und Inputs, wie sie noch aktiv leben können. Gleichzeitig tauschen sich die Angehörigen über ihre Sorgen, Fragen und Ängste aus. Sie bekommen Informationen und Hilfe.“ Darüber hinaus erhalten ehrenamtliche MitarbeiterInnen zur Betreuung von Menschen mit Demenz von der Caritas eine fundierte, praxisnahe Ausbildung und fachliche Begleitung. Gleiches gilt für die Betreuung von Menschen im Alltag und auf ihrem letzten Weg.

Breitgefächertes Angebot

Mit der mobilen und stationären Pflege – von der Pflege daheim über den Umzug ins betreubare Wohnen bis ins Pflegeheim –, der Demenzberatung- und begleitung, Hospiz- und Palliativversorgung sowie der Unterstützung und Begleitung pflegender Angehöriger hilft die Caritas Kärnten Betroffenen und Angehörigen. Die Informationen zum kompletten Angebot der Caritas-Pflege finden sich hier: www.caritas-pflege.at

Demenz-Wegweiser des Landes

Auch das Land Kärnten hat einen eigenen „Demenz-Wegweiser“ veröffentlicht. Dort zu finden ist eine Demenzbroschüre, ein Überleitungsbogen und eine Übersicht über Angebote für pflegende Angehörige.

Hier geht’s zum Demenz-Wegweiser

Weitere Informationsmöglichkeit

Am 11. und 12. Oktober 2018 der erste und in Österreich einzigartige Demenzkongress für Ärzte, Pflegepersonal, Betroffene und Interessierte in Velden statt. Bereits vor sechs Jahren startete das Kärntner Demenzforum eine hochqualifizierte Vortragsreihe mit dem Thema Demenz im Fokus und fand große Beachtung. Der sechste Event ist nun zum internationalen Kongress gewachsen.

Im Rahmen des Alpen Adria Demenzkongresses geben hochkarätige Vortragende wie unter anderem Reimer Gronemeyer, Michael Lehofer, Frank Jessen, Vicki de Klerk-Rubin oder Bestsellerautor Werner Tiki Küstenmacher (Simplify your life) neue, wissenschaftliche Erkenntnisse weiter und bieten an zwei Tagen eine Plattform für rund 800 Teilnehmer. Nicht nur Ärzte und Mitarbeiter im Pflegebereich, sondern auch Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen finden hier Informationsmöglichkeiten.

Vertraute Gegenstände für mehr Sicherheit

Im „Haus Elisabeth“ in St. Andrä im Lavanttal wurde eine eigene Demenz-Station eingerichtet. Demenz-Expertin Eva Maria Sachs-Ortner: „Wir haben den Wohnbereich mit vertrauten Möbeln und Gebrauchsgegenständen der erkrankten Menschen gestaltet. Das vermittelt ihnen neben einem geregelten Tagesablauf Sicherheit und Selbstwertgefühl.“

„Von zehn BewohnerInnen in unseren Heimen haben acht eine Form von Demenz“, weiß Donata Rössler-Merlin, Bereichsleiterin für stationäre Betreuung und Pflege.  Dem trage man mit Tiertherapien und Kunst- wie Musikprojekten Rechnung. Rössler-Merlin: „Mit dem Singen von alten Liedern werden bei Menschen mit Demenz Erinnerungen und positive Gefühle geweckt. Sie blühen auf, nehmen oft wieder aktiv am Leben teil.“

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