Zum Thema:

15.11.2018 - 18:46Dieser Mann lässt Frau Holle alt aus­sehen14.11.2018 - 07:0551 ÖKOLOG-Schulen aus­gezeichnet13.11.2018 - 15:3746 Kärntner Talente bei den Skills Austria13.11.2018 - 12:15Finanzielle Überbrückungs­hilfe mit bis zu 10.000 Euro
Aktuell - Villach & Klagenfurt
Mit Video
© Stadt Villach/Oskar Höher

Ein Dank an alle Helfer

Das große Aufräumen hat begonnen

Kärnten – Nach dem Unwetter ist vor dem Aufräumen. Aktuell befinden sich Pioniere aus Villach in Kötschach-Mauthen im Einsatz. Bundeskanzler Sebastian Kurz sicherte unbürokratische Hilfe zu und die letzten Sturm- und Hochwasserschäden werden beseitigt. Gegen 15 Uhr gab es Zivilschutz-Entwarnung für Lavamünd, das Obere Drautal, das Obere Mölltal, Obervellach und Flattach.

 7 Minuten Lesezeit (883 Wörter) | Änderung am 01.11.2018 - 09:32

Schneller als erwartet, haben sich die Wassermassen, die noch am Dienstag dramatisch hoch durch Villach gerauscht sind, zurückgezogen. Ebenso rasch haben nun die Teams von Stadtgarten, Wirtschaftshof und externen Firmen reagiert: Sie sind bereits seit Mittwoch in den frühen Morgenstunden mit dem Entfernen der Schlammassen von den Bermen beschäftigt. „Wir müssen flott arbeiten, sonst trocknet die Masse aus und ist danach hart, wie Beton“, erklärt Alfred Wolligger, Leiter des Wirtschaftshofes.

Ein großes Dankeschön an alle Helfer

In vier Teams arbeiten die Männer parallel an beiden Ufern der Drau und versuchen mit schwerem Gerät die Schlammberge zu entfernen. Ab Mittag wird der Abschnitt zwischen Bundespolizeidirektion (Trattengasse) und Zentralfriedhof geräumt, die restlichen Abschnitte sind noch in Arbeit. „Es ist unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit die Teams arbeiten und unterwegs sind. Dafür gilt ein großes Dankeschön. Die Drau hat ja an einigen Stellen Schlammberge von knapp einem Meter hinterlassen“, sagten Bürgermeister Günther Albel und Vizebürgermeisterin Petra Oberrauner bei einem Lokalaugenschein.

Für Passanten und Spaziergänger gilt: Bitte in jedem Fall die Absperrungen beachten! Die Bermen gelten immer noch als gesperrt. Gearbeitet wird im Bereich Bierlöwe, Schiffsanlegestelle CCV, Brücke Fellach-Lind und am Wasenboden.

Alle Verkehrsbehinderungen finde Sie hier.

Status am Kraftwerksbau in der Schütt

Auf Anfrage konnte man uns noch keine genaue Abschätzung zu den Schäden am Neubau des Kraftwerks in der Schütt geben. Dort soll ja ein Kran mitgeschwemmt worden sein. Aktuell sind noch rund 450 Kubikmeter pro Sekunde in der Gail unterwegs. „Bei einem Projekt dieser Komplexität sind immer gewisse Puffer und Reserven eingeplant. Dass während der Bauzeit die Gail irgendwann einmal Hochwasser führt, haben wir erwartet, nicht allerdings das Ausmaß“, so Josef Stocker von der KELAG auf Anfrage zu eventuellen Verzögerungen.

Villach-Land und Klagenfurt-Land

Auch in Villach-Land und Klagenfurt-Land werden noch zahlreiche Sturmschäden beseitigt und Keller ausgepumpt. Einige Haushalte sind noch ohne Strom. Aber auch hier arbeitet die Kelag an der Behebung. Bereits am Dienstag beruhigte sich die Situation generell. Auch der Gailtal-Zubringer ist wieder befahrbar – wir haben berichtet.

Status in Oberkärnten

Auch in Oberkärnten sind die Aufräumarbeiten bereits in vollem Gange. Mitarbeiter von Kärnten-Netz versuchen momentan über Osttirol mit Notstromaggregaten in das von der Umwelt abgetrennte Lesachtal und speziell in den Ort Maria Luggau zu kommen. Unterstützt werden diese von Hubschraubern des Bundesheeres. „Einen Assistenzeinsatz gibt es derzeit auch im Mölltal. Soldaten des Jägerbataillons 26 arbeiten sich von Lainach nach Winklern vor und unterstützen die Einsatzkräfte vor Ort. Zudem sind Pioniere in Hermagor und dem Lesachtal eingesetzt, um die Feuerwehr vor Ort zu unterstützen“, erklärt der Katastrophenschutzbeauftragte des Landes, Markus Hudobnik, bei der  heutigen Lagebesprechung des Landeskrisenstabes.

60 Pioniere und zwei schwere Pioniermaschinen arbeiten sich von Kötschach-Mauthen nach Maria Luggau durch, um die Straße zumindest einspurig befahrbar machen zu können. Auch der Nahversorger in Maria Luggau wird heute aus der Luft mit Lebensmitteln für die Bevölkerung versorgt.

Kanzler kündigt unbürokratische Hilfe an

Kaiser übergab an Kurz ein Schreiben der Landesregierung, in dem die Bundesregierung um rasche und unbürokratische Hilfe gebeten wird. Der Bundeskanzler dankte allen Einsatzkräften und lobte deren professionelle Arbeit und drückte gleichzeitig sein Mitgefühl für alle vom Hochwasser Betroffenen aus. „Gerade in derartigen Situationen sind die Zusammenarbeit, die Unterstützung aber auch die unbürokratische Hilfe wichtig. Sie wird es rasch geben“, kündigte der Regierungschef an.

Soldaten des Pionierbataillons bei Aufräumarbeiten in Kötschach-Mauthen

Villacher Pioniere im Einsatz

60 Soldaten des Pionierbataillons 1 aus Villach haben zwei schweren Pioniermaschinen nach Kötschach-Mauthen verlegt, um die örtlichen Feuerwehren und Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten zu unterstützen. Die Lesachtal Straße muss von Windwürfen befreit werden, damit diese wieder befahrbar ist. Das Jägerbataillon 26 hilft mit 20 Mann bei der Beseitigung von Vermurungen in der Gemeinde Rangersdorf im Mölltal. Weiters sind noch zwei Kettensägen-Trupps im Einsatz.

Rund 4.500 Feuerwehrleute im Einsatz

Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin bestätigte, dass rund 4.500 Feuerwehrleute in den letzten Tagen bei 1.200 Einsätzen rund um die Uhr arbeiteten, halfen, retteten. 20 Feuerwehren sind jetzt noch dabei, beim Aufräumen zu helfen.

Die Durchflussmenge der Drau wird entlang der Kraftwerkskette konstant bei 1.000 Kubikmeter in der Sekunde gehalten. 38 Millionen Kubikmeter Wasser werden derzeit im Gailtal zurück gehalten, um die Pegelstände Richtung Lavamünd zu stabilisieren. Damit sollte Lavamünd vorerst sicher sein. Ab 15 Uhr ist sogar die Aufhebung des Zivilschutzalarms vorgesehen, was bedeutet, dass die Lavamünder wieder in ihre Häuser dürfen und die Straßensperren aufgehoben werden.

Moser betonte auch, dass die Revitalisierungsmaßnahmen entlang der Drau wesentlich dazu beigetragen haben, die Schäden durch Überflutungen so gering wie möglich zu halten. Die Stauseen bleiben auch in den nächsten Tagen weiterhin gesenkt. Auf Grund des Nachlassens der Niederschläge nimmt der Wasserzufluss aus Nebenflüssen in die Drau bereits ab. Wie es derzeit aussieht, sollte der Puffer in Edling reichen, um die für Donnertag vorhergesagten weiteren Regenfälle abzufedern.

Die Pressekonferenz am Vormittag:

Diskutiere mit uns auf Facebook über dieses Thema:Direkt zum Beitrag auf 5min-Villach (152 Reaktionen) Direkt zum Beitrag auf 5min-Klagenfurt (47 Reaktionen)
Kommentare laden