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Leute - Villach & Klagenfurt
Gordon Kelz bei "Bist du deppert!" © privat

Gordon Kelz will Bestattungsgesetz reformieren

Der Tod hat einen Gegner

Klagenfurt/Villach – Gordon Kelz ist hartnäckiger als der Tod - und das schreiben wir mit dem höchstmöglichen Respekt. Seine Recherchen zur Totenbeschaugebühr (die er für eine Frechheit hält) schafften es sogar in die Sendung "Bist du deppert!" auf PULS4. Zum Dank wurde er am Montag bei einer weiteren Aufzeichnung der Sendung vor das Publikum auf die Bühne gebeten. Gerald Fleischhacker gratulierte persönlich.

 4 Minuten Lesezeit (529 Wörter) | Änderung am 07.11.2018 - 19:02

Auch wenn sich fast alles in unserer Welt mit rasender Geschwindigkeit verändert, eine Konstante bleibt doch: der Tod. Der Tod verändert alles und treibt mitunter seltsame Blüten. Damit beschäftigte sich auch das Team von „Bist du deppert!“ im Jänner 2018. Auslöser war Gordon Kelz aus Villach. Seine hartnäckigen Recherchen lenkten überhaupt erst das Augenmerk auf das Thema.

Leichenschau im Krankenhaus

Aber um was geht es eigentlich? Die Leichenbeschau – also die Feststellung des Todes eines Menschen durch einen Arzt – kostet Geld. So mancher vermutet dabei „Abzocke“. Dem ging auch das Team von „Bist du deppert!“ nach. Stein des Anstoßes: Stirbt ein Mensch zu Hause, kommt ein Arzt zur Leichenschau. Die Kosten belaufen sich auf 107,30 Euro. Stirbt ein Mensch allerdings im Klinikum Klagenfurt oder im LKH Villach, kostet das die Angehörigen ebenfalls 107,30 Euro. Die Gebühren fließen an die Gemeinden.

Für viele ist das unverständlich, schließlich geht man davon aus, dass im Krankenhaus bereits genügend Ärzte vor Ort sind. In der Pathologie der Krankenhäuser gehört die Leichenschau sozusagen zum Tagesgeschäft. Und tatsächlich war die Leichenschau am Klinikum Klagenfurt bis zum März 2015 kostenlos. Danach erhob man wie am LKH Villach ebenfalls die Gebühr. Ob ein Mensch innerhalb oder außerhalb eines Krankenhauses stirbt, spielt für die Gebührenerhebung keine Rolle. Für Klagenfurt soll das im Jahr 2016 190.000 Euro eingebracht haben.

Der Tod des Vaters…

…war für Kelz der Weg einer langen Reise. „Nach dem Tod meines Vaters [2008, Anm.], bei der es im Vorfeld der Bestattung Ungereimtheiten gab, begann ich mich um die Gesetzeslage zu interessieren. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich rund um Tod und Bestattung so viel wie die meisten Menschen – nämlich nichts!“ Sein kleines Studium der Gesetzeslage vergleicht er selbst mit dem „Lesen eines guten Romans der Mafia im tiefen Sizilien.“

Doch Kelz wollte sich nichts vormachen lassen und lernte das Kärntner Bestattungsgesetz auswendig – und wurde nebenbei zum Experten. Schließlich lud man ihn sogar zur Mitarbeit an einer Gesetzesreform ein. Der Weg zu einem zeitgemäßen Bestattungsgesetz schien geebnet, doch „dann kam die Umweltkatastrophe Görtschitztal. Damit war alles beendet, alle Juristen wurden abgezogen, um für die Katastrophe zu arbeiten, das Reformpapier verschwand in einer Schublade“, so Kelz.

Kelz klingelte weiter an vielen Türen und versuchte zu verhandeln – vergeblich. Dann wurde PULS4 auf das Thema aufmerksam, es kam zur Sendung.

Gordon Kelz bei „Bist du deppert!“

Am Montag wurde eine weitere Sendung aufgezeichnet. Gordon Kelz war im Publikum. „Ich wurde vom Chef der Truppe, Herrn Fleischhacker, vor dem Publikum auf die Bühne gebeten. Den Zuschauern wurde erklärt, was ich für einen Beitrag geleistet habe. Ich wurde von allen mit Applaus bedacht und mir wurde herzlich gratuliert“, berichtet er uns. „Ich habe mich gefreut, es war auch sehr viel Arbeit.“

Doch: „Der Wehrmutstropfen der Sache: Es hat sich bis dato nichts verändert. Die Kärntner werden wohl noch eine Zeit lang auf ein zeitgemäßes Bestattungsgesetz warten müssen. Ich bleibe jedenfalls dran.“

Für mehr Hintergründe empfehlen wir euch die „Bist du deppert!“-Sendung zum Thema!

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