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Der Lauf selbst verlief ruhig. Doch einige Gruppen eskalierten bei der Aftershow-Party.
Der Lauf selbst verlief ruhig. Doch einige Gruppen eskalierten bei der Aftershow-Party. © Perchtengruppe Rennweg

Es hagelte Anzeigen

Perchtenlauf in Rennweg eskalierte

Rennweg am Katschberg – Am Samstag fand in Rennweg am Katschberg der Perchtenlauf der "Perchtengruppe Rennweg" statt. Die Polizei berichtet von einem verwüsteten Lokal und mehreren Streitigkeiten im Rahmen der Aftershowparty. Ja sogar das Kennzeichen eines Polizeiautos wurde geklaut. Muss das sein?

 6 Minuten Lesezeit (811 Wörter) | Änderung am 13.11.2018 - 17.55 Uhr

Während sich Perchtengruppen bemühen das Image von Perchtenläufen in ein positiveres Licht zu rücken, sorgen Vorfälle wie am 10. November 2018 dafür, dass diese Bemühungen nachhaltig zerstört werden. So berichtet die Polizei, dass einem Polizeiauto der dortigen Inspektion das Kennzeichen während Erhebungen gestohlen wurde. In einem Lokal wurde gewütet, dem Inhaber entstand hoher Schaden. Und mehrere Streitereien führten zu Handgreiflichkeiten, die teilweise im Krankenhaus endeten.

Veranstalter ruft auf, Kennzeichen zurückzugeben

„An denjenigen der es für notwendig befunden hat, das Kennzeichen der Polizei zu klauen oder zu verstecken, bitte meldet euch bei uns oder gebt es bei einem unserer Mitglieder ab. Laut Polizei wurde der Täter per Video aufgenommen, sollte er sich bis Samstag nicht melden, wird diese Person gefahndet“, schreibt der Veranstalter auf Facebook. Die Polizei sieht von einer Anzeige ab, wenn das Nummernschild wieder auftaucht.

Es hagelt Anzeigen

Sämtliche Vorfälle werden der Staatsanwaltschaft Klagenfurt zur Anzeige gebracht. Zusätzlich werden mehrere Personen der Bezirkshauptmannschaft Spittal an der Drau wegen Übertretungen nach dem Sicherheitspolizeigesetz angezeigt. Im Zuge von Jugendschutzkontrollen wurden wegen Alkoholmissbrauchs mehrere Jugendliche und deren Erziehungsberechtigte ebenfalls der Bezirkshauptmannschaft Spittal an der Drau zur Anzeige gebracht.

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33 Gruppen mit knapp 230 Perchten nahmen teil. Die Veranstalter verloren nach dem Lauf den Überblick.

33 Gruppen mit knapp 230 Perchten nahmen teil. Die Veranstalter verloren nach dem Lauf den Überblick. - © Perchtengruppe Rennweg

Obmann Payer: „Es wird Konsequenzen geben“

Insgesamt haben bei dem Lauf 33 Gruppen mit knapp 230 Perchten teilgenommen. Gegenüber 5 Minuten bestätigt der Obmann der Perchtengruppe Rennweg, Armin Payer, das offensichtliche: „So schlimm wie heuer war es noch nie!“ so der Obmann. „Wie vorgeschrieben waren während der Veranstaltung drei Security-Leute anwesend. Leider war es uns aufgrund der Menge an Leuten aber nicht mehr möglich auf alles zu achten“, bedauert Payer.

„Teilweise haben die Gruppen selbst Alkohol mitgebracht und wollten bereits stark alkoholisiert auf unsere Aftershowparty kommen. Wir haben die Betrunkenen nicht mehr in das Festzelt gelassen“, betont der Obmann. Doch das ging leider nach hinten los. „Die Betrunkenen haben vor dem Zelt zu raufen begonnen. Das konnten wir leider nicht beeinflussen“, erklärt Payer. Für ihn ist jedoch klar: „Wir wissen, welche Gruppen beteiligt waren und werden daraus Konsequenzen ziehen„, weiters fügt der Obmann hinzu: „Diese Gruppen dürfen nächstes Jahr nicht mehr kommen.

Betont wird aber, dass der Lauf friedlich verlief. Probleme gab es erst in den Nachtstunden.

Auch 2017 Vorfälle

Auch 2017 wurden im Rahmen des Perchtenlauf drei Personen verletzt, ein Handy gestohlen und es gab einige Vandalenakte. Nach der medialen Berichterstattung über weitere Vorfälle organisierten diverse Gruppen 2017 einen Umzug. Wir haben berichtet.

Vorfälle in der Nacht:

Lokal verwüstet:

Gegen 18.30 Uhr besuchten mehrere maskierte Mitglieder einer Perchtengruppe aus dem Bezirk Villach ein Gastlokal, wo sie mehrere Getränke auf den Boden verschütteten und mit einer mitgebrachten Schuhcreme die Sitzbänke beschmierten, wobei diese beschädigt wurden. Für den Lokalbetreiber entstand dabei ein Schaden in der Höhe von mindestens 1.000 Euro. Die Perchtengruppe konnte aufgrund von Zeugenaussagen ausgeforscht werden. Bezüglich der Täter sind weitere Erhebungen erforderlich.

Faustschlag ins Gesicht:

Gegen 21 Uhr wollte ein 18-jähriger Mann aus dem Bezirk Tamsweg eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Perchten schlichten. Dabei geriet er zwischen die Fronten und es wurde ihm von einem 24-jährigen Mann aus dem Bezirk Spittal ein Faustschlag ins Gesicht verpasst. Dabei erlitt er Verletzungen im Bereich des Kiefers.

Bei Streit verletzt

Gegen 22.10 Uhr kam es in einem Festzelt zu einer Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern verschiedener Perchtengruppen. Dabei wurde ein unbeteiligter 25-Jähriger aus dem Bezirk Spittal angerempelt. Er geriet aus dem Gleichgewicht und überknöchelte. Dabei zog er sich Verletzungen unbestimmten Grades im Bereich des linken Knöchels zu. Er wurde von der Rettung ins Krankenhaus Spittal eingeliefert und stationär aufgenommen.

2. Faustschlag ins Gesicht:

Gegen 22.25 Uhr wollte ein 27-Jähriger aus dem Bezirk Spittal eine Auseinandersetzung zweier Mitglieder einer Perchtengruppe schlichten. Dabei erhielt er von einem unbekannten Täter einen Faustschlag ins Gesicht. Er erlitt dadurch Verletzungen unbestimmten Grades im Gesicht und wurde mit der Rettung ins Krankenhaus Spittal eingeliefert.

3. Faustschlag ins Gesicht:

Gegen 23.50 Uhr wurde eine 31-jährige Frau aus Villach in einem Festzelt von einem unbekannten Täter durch einen Faustschlag ins Gesicht verletzt, als sie einem 17-jährigen Freund bei einer Auseinandersetzung helfen wollte. Kurz darauf kam es mit demselben unbekannten Täter und dem 37-jährigen Lebensgefährten der 31-Jährigen vor dem Festzelt zu einer Auseinandersetzung, wobei der 37-Jährige Verletzungen unbestimmten Grades im Bereich des Gesichts erlitt. Sowohl die 31-Jährige als auch der 37-Jährige wurden von der Rettung ins Krankenhaus nach Spittal eingeliefert. Bezüglich des unbekannten Täters werden noch Ermittlungen getätigt.

Nach einigen Vorfällen veranstaltete man 2017 einen Marsch durch Klagenfurt:

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