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Wirtschaft - Villach
In den Anden setzt die Höhenstrahlung den Solaranlagen zu, in Saudi Arabien verschlechtert Sand die Leistung, auf Teneriffa gibt es Probleme mit der Luftfeuchtigkeit und in den österreichischen Alpen bringt die Schneedecke im Winter Einbußen.
In den Anden setzt die Höhenstrahlung den Solaranlagen zu, in Saudi Arabien verschlechtert Sand die Leistung, auf Teneriffa gibt es Probleme mit der Luftfeuchtigkeit und in den österreichischen Alpen bringt die Schneedecke im Winter Einbußen. © ENcome Energy Performance GmbH

Projekt Infinity am Forschungszentrum CTR

Neue Photovoltaik-Generation in Villach erforscht

Villach – Photovoltaikanlagen wandeln weltweit Sonnenlicht in elektrische Energie um. Doch die Systeme dazu sind bisher noch nicht auf die verschiedenen Klimabedingungen der Erde optimiert. In Villach - besser gesagt am Forschungszentrum CTR - will man mit dem Projekt Infinity genau das ändern. Heute vermeldete man den erfolgreichen Abschluss des Leitprojekts.

 3 Minuten Lesezeit (445 Wörter)

„Das Projekt Infinity erlangte wegweisende Ergebnisse für eine neue Generation von Photovoltaik Systemen“, verkündet das Forschungszentrum CTR am Mittwochvormittag. Das österreichische Leitprojekt Infinity forschte drei Jahre lang daran, diese Systeme an unterschiedliche klimatische und regionale Anforderungen anzupassen. 14 Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft waren daran beteiligt.

Von der Wüste bis ins Hochgebirge

Diese Forschung macht durchaus Sinn. Ob in Wüsten, in tropischen Regionen, in moderaten Zonen oder im Hochgebirge: Photovoltaik-Systeme werden überall eingesetzt. Bisher gab es zur solaren Energiegewinnung jedoch verbreitet nur Standardsysteme. Es bestand Optimierungsbedarf. Faktoren wie extreme Temperaturen, Feuchtigkeit, Salze, Sand, Höhenstrahlung oder auch instabile elektrische Netze wirken langfristig auf PV-Systeme ein und können auf Dauer zu Ertragsminderungen und einer verkürzten Lebensdauer der Anlagen führen.

Photovoltaik-Systeme in unterschiedlichsten Klimazonen effizient zu nutzen war das Ziel des Projektes Infinity.

Photovoltaik-Systeme in unterschiedlichsten Klimazonen effizient zu nutzen war das Ziel des Projektes Infinity. - © Fronius International GmbH

Neue Lösungen für bestehende Komponenten

Dort setzten das Forscherteam an und führte eine umfassende Fehleranalyse durch, um zu erkennen, wie sich einzelne Materialien, Module und Wechselrichter für sich und auch als Gesamtsystem in unterschiedlichen Klimazonen verhalten. Dafür analysierte man über 1.200 klimarelevante Datensätze von PV-Systemen aus aller Welt wie Asien, USA oder Südamerika. Basierend darauf entwickelte man neue Lösungen für alle Teile des Systems wie Einbettungsmaterialien, Rückseitenfolien, Zellverbinder, Wechselrichter oder elektrisch leitfähigen Klebstoffe. Zusätzlich wurden technisch adaptierte und an den Standort angepasste Richtlinien für ein effektives Monitoring und die Wartung von PV-Systemen erarbeitet.

Die Ergebnisse und Optimierungsoptionen des Projekts wurden weltweit mit über 60 wissenschaftlichen Publikationen präsentiert, zudem wurde ein Patent eingereicht.

Forschungsleiterin Dr. Christina Hirschl

Forschungsleiterin Dr. Christina Hirschl - © CTR/Bauer

Stimmen zum Projekt

Projektleiterin Dr. Christina Hirschl vom CTR: „Durch die Forschungsarbeit haben wir einen Qualitätssprung für die Photovoltaik erlangt. Die Anlagen wurden klimarelevant optimiert und wir können klimaspezifische Alterungsvorhersagen und Wartungsempfehlungen für einzelne Klimazonen treffen.“

Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds DI Theresia Vogel: „Österreichische Solartechnologien sind global gefragt. Projekte wie Infinity tragen dazu bei, dass österreichische Innovationen am Weltmarkt – und in allen Klimazonen – erfolgreich sind und der Standort Österreich langfristig gesichert wird. Ein weiterer Baustein zur Umsetzung der #mission2030, der Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung, ist mit Infinity damit gesetzt.“ Das Projekt wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert.

Horst Sonnleitner, Technischer Leiter ENcome Energy Performance: „Durch die Forschungsergebnisse haben wir Antworten auf bislang offene Fragen erhalten. Wir haben jetzt Methoden und Modelle, um an unterschiedlichsten Standorten maximale Energieerträge zu erzielen.“ ENcome ist einer der insgesamt neun Industriepartner des Projekts.

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