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Sport - Klagenfurt
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KAC verliert in Tschechien

Bisher höchste Saisonniederlage für die Rotjacken

Znomjo/Klagenfurt – Vier Powerplay-Treffer reichten dem EC-KAC am Freitagabend im Auswärtsspiel bei Orli Znojmo nicht, die Rotjacken unterlagen in Tschechien mit 4:8 und fielen wieder auf Tabellenplatz zwei zurück.

 11 Minuten Lesezeit (1390 Wörter)

Der EC-KAC schob sich am vergangenen Sonntag mit einem 5:1-Heimsieg über den HC Innsbruck zum zweiten Mal in der aktuellen Saison auf Tabellenplatz eins nach vor. In 14 ihrer letzten 16 Partien konnten die Klagenfurter einen Punktezuwachs verzeichnen, insgesamt wurden sie im bisherigen Saisonverlauf nur fünf Mal in regulärer Spielzeit bezwungen. In Znojmo fühlten sich die Rotjacken in der Vergangenheit recht wohl, 14 ihrer 20 Gastspiele in Südmähren seit dem EBEL-Einstieg der Adler wurden gewonnen, in keiner anderen Arena in der Liga (inklusive der eigenen) siegte der EC-KAC relativ betrachtet häufiger. Zuletzt verließ man Znojmo jedoch zwei Mal hintereinander ohne
Zähler.

Schwach angefangen und aufgeholt

Nach einem schwachen Saisonstart mit zehn Niederlagen in den ersten zwölf Runden steigerte sich Orli Znojmo in den vergangenen Wochen erheblich, seit Anfang November hat ligaweit nur der EC-KAC mehr Punkte geholt als die Tschechen. Nach sieben Erfolgen in den jüngsten neun Partien gingen die Adler auf Tabellenplatz acht liegend in die Begegnung mit den Rotjacken, zu Rang sechs, der nach der ersten Phase des Grunddurchgangs die vorzeitige Play-Off-Qualifikation bedeuten würde, fehlten ihnen neun Punkte. In EBEL-Spielen mit Beteiligung Znojmos fielen im bisherigen Saisonverlauf zwar überdurchschnittlich viele Treffer (6,50 pro Partie), nicht so jedoch in den beiden Duellen mit dem EC-KAC, die jeweils mit 2:1-Erfolgen für die gastgebende Mannschaft endeten.

So lief das Spiel ab

In den ersten Minuten der Begegnung kam keine der beiden Mannschaften zu zwingenden Torchancen, die erste größere Möglichkeit war erst in Minute sechs zu notieren, als KAC-Goalie Lars Haugen einen verdeckten Fernschuss prallen ließ. Er besserte seinen Fehler aber umgehend wieder aus und war beim Rückhand-Versuch Patrik Nováks am Rebound mit den Pads zur Stelle. Weil unmittelbar nach einem geblockten Lattner-Blueliner Andrew Kozek gelegt wurde (8.), kamen die Rotjacken zu einem ersten Überzahlspiel. In dieses starten sie mit jener Formation, die zuletzt gegen Innsbruck drei Mal bei numerischem Vorteil traf und auch an diesem Abend umgehend anschreiben konnte: Mitch Wahl schlenzte vom rechten Faceoff-Kreis aus halbhoch in die Maschen und brachte den EC-KAC in Führung (9.). Keine drei Minuten später gelang Znojmo der Ausgleich: Die Klagenfurter bekamen den Puck an der blauen Linie nicht aus ihrer eigenen Zone, den folgenden Torschuss fälschte Anthony Luciani so ab, dass Haugen den Rebound hergab, der Kanadier kehrte aus kurzer Distanz ein (12.). Die Rotjacken blieben am Drücker und benötigten in ihrem ersten Powerplay nur acht Sekunden, um das Score endgültig zu drehen: Nach dem gewonnenen Faceoff kam die Scheibe zu Neuzugang Mikko Vainonen, der sie aus halbrechter Position stamm in die kurze Ecke pfefferte (15.).

Und Znojmo stürmte weiter: Marek Kalus zog aus der Rundung am rechten Flügel hoch ins Zentrum, Patrik Parkkonen blockte ihm den Weg frei und der Topscorer der Tschechen bezwang Lars Haugen von den linken Hashmarks aus mit einem Handgelenksschuss in die lange Ecke (16.). Der Torhunger der Hauherren war damit aber noch nicht gestillt: Aus einem geblockten Blueliner des EC-KAC heraus entwickelte sich ein Sololauf von Nicolas Hlava, der in Penalty Shot-Manier verwertete (18.). Doch die Klagenfurter konnten noch vor der ersten Pausensirene verkürzen, sie verwandelten auch ihren zweiten numerischen Vorteil der Partie in einen Treffer: Andrew Kozek nahm Goalie Tomáš Halász bei einem Fischer-Wristshot die Sicht und drückte den hinter dem Torhüter aufs Eis
tropfenden Puck über die Linie (20.).

Die Rotjacken starteten druckvoll in den zweiten Durchgang, Harand (23.), Neal und Duller (jeweils 24.) verpassten den möglichen Anschlusstreffer noch, in ihrem dritten Powerplay schlugen die Gäste aber erneut zu: Von hinter dem Tor aus bediente Mitch Wahl den im Zentrum lauernden Matthew Neal ideal, dieser setzte den Puck umgehend unter die Querlatte (26.). Keine Minute später hatten die Tschechen den Zwei-Tore-Abstand aber wiederhergestellt: Allan McPherson traf aus halblinker Position ins Tor, David Fischer hatte mit seinem versuchten Block Goalie Haugen die Sicht genommen (27.). Der Arbeitstag des Norwegers war damit beendet, David Madlener übernahm und sah sich gleich einigen Schüssen Znojmos ausgesetzt. Vorne wischte Kozek nach kraftvollem Antritt am Torraum über den Puck (30.), Matthew Neal brachte eine sprichwörtliche

Flanke vor Bischofberger vor dem Kasten nicht unter Kontrolle (31.). Weil Adam Comrie dann gegen Jakub Stehlík die Fäuste sprechen ließ, mussten die Rotjacken bei numerischer Unterlegenheit ran und fingen sich dabei den sechsten Gegentreffer ein: Luciani umkurvte das Tor, schoss nicht selbst, sondern legte auf Ryan Kujawinski quer, der locker einschieben konnte (35.). Die Großchance auf den Anschlusstreffer ließ Andrew Kozek liegen, gleich zwei Mal brachte er in einer Szene den Puck nicht über den bereits am Boden liegenden Torhüter Halász (35.). Weil David Madlener gegen C.J. Stretch die kurze Ecke bei einem Tip-In gut zumachte (36.), konnte der EC-KAC noch vor der zweiten Pause verkürzen: Auch im vierten Überzahlspiel kamen die Klagenfurter zum Torerfolg, David Fischer schoss den Puck von der blauen Linie aus und an einem guten Screen vorbei in den Kasten (38.). Im zweiten Teil der doppelten Hinausstellung gegen Hlava war Rot-Weiß erneut nahe an einem Treffer dran: Bei einer Deflection von Stefan Geier nach einem Schuss von Thomas Koch bekam der Goalie der Tschechen die Beine noch rechtzeitig zusammen (39.), Matthew Neal scheiterte aus zentraler Position (40.).

Im dritten Abschnitt zogen sich die Tschechen weitestgehend in ihre eigene Zone zurück, und wurden nur während eines Überzahlspiels, in dem David Madlener im Verbund mit seiner Abwehr einen weiteren Gegentreffer verhindern konnte, gefährlich. Davor und danach hatten die Klagenfurter die besseren Chancen: Bei einem Sololauf nach Fischer- Steilpass legte sich Andrew Kozek den Puck auf die Rückhand, scheiterte jedoch an Halász (44.), als Neal über den rechten Flügel Tempo machte, gelang es am Torraum in mehreren Versuchen weder Johannes Bischofberger noch Steven Strong, den Puck über die Linie zu stochern (47.), zudem traf der Verteidiger im folgenden Angriff mit einem satten Schuss von halbrechts nur den Pfosten (48.). Für die Vorentscheidung sorgten die insgesamt sehr erfrischendes Eishockey spielenden Tschechen in Person von Verteidiger Adam Sedlák, der am rechten Flügel tief ging und die Scheibe aus spitzem Winkel sehenswert und hoch in die kurze Ecke setzte – 7:4 (50.). Weil verdeckte Fernschüsse von Adam Comrie (51.) und Christoph Duller (54.) gehalten wurden bzw. knapp neben den Kasten gingen, blieb es den Hausherren vorbehalten, auch den Schlusspunkt der Partie zu setzen: Ryan Kujawinski, der drei Minuten zuvor am Ende eines „Drei-gegen-Eins“-Angriffs noch an David Madlener gescheitert war, schoss den Puck in der Schlussminute in das verwaiste Gehäuse der Rotjacken und besiegelte damit die höchste Saisonniederlage des EC-KAC. (HB)

Der Überblick

Erste Bank Eishockey Liga, 26. Spieltag
Orli Znojmo – EC-KAC 8:4 (4:2,2:2,2:0)
Nevoga Aréna, 2.468 Zuschauer, Schiedsrichter Berneker (AUT), Štolc (SVK)

Tore Orli Znojmo:
Anthony Luciani (11:22/Jan Lattner, Patrik Novák)
Mikko Vainonen (14:22/Patrik Parkkonen, Anthony Luciani/PP1)
Marek Kalus (15:43/C.J. Stretch, Patrik Parkkonen)
Nicolas Hlava (17:26/Radim Matuš, Erik Němec)
Allan McPherson (26:06/C.J. Stretch, Adam Sedlák)
Ryan Kujawinski (34:19/Anthony Luciani, Patrik Parkkonen/PP1)
Adam Sedlák (49:01/Marek Kalus, Jan Lattner)
Ryan Kujawinski (59:29/ Patrik Novák, Patrik Parkkonen/EN)

Tore EC-KAC:
Mitch Wahl (08:37/Robin Gartner, Matthew Neal/PP1)
Andrew Kozek (19:03/David Fischer, Nick Petersen/PP1)
Matthew Neal (25:21/Mitch Wahl, Johannes Bischofberger/PP1)
David Fischer (37:39/Thomas Koch, Andrew Kozek/PP1)
Aufstellung EC-KAC: Haugen (27./Madlener) // Comrie-Fischer, Gartner-Duller,
Unterweger-Strong, Schnetzer // Kozek-Koch-Petersen, Bischofberger-Wahl-Neal, S.Geier-Liivik-Richter, Kraus-Harand-Witting, Obersteiner

Das sagt der Coach

„Heute sind einige Dinge falsch gelaufen. Wir kamen gut ins Spiel, verloren dann aber unsere Gelassenheit und Ruhe, agierten zu kopflos und nahmen die falschen Laufwege. Das hat ein sehr guter Gegner, der im Umschaltspiel stark agierte, beinhart bestraft. Zu schaffen machte uns, dass wir den Forecheck des Gegners oft falsch gelesen haben, das eröffnete Znojmo viele Möglichkeiten und diese haben sie ausgenutzt. Unterm Strich waren wir insgesamt zu schlampig, was sonst keine Eigenschaft unserer Mannschaft ist. Das wollen und werden wir bis zum Sonntag wieder aus unserem Spiel bekommen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

Ausblick

Der EC-KAC blieb im 25. Saisonspiel zum sechsten Mal ohne Punkt und verlor damit seinen ersten Tabellenplatz wieder. Neuer Leader sind mit einem Zähler Vorsprung auf die Rotjacken die Vienna Capitals, die allerdings bereits eine Partie mehr bestritten haben. In der letzten Runde vor dem neuerlichen International Break erwarten die Klagenfurter am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) nun den Titelverteidiger HCB Südtirol in der Stadthalle, den man in den beiden ersten Saisonduellen jeweils besiegen konnte.

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