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Politik - Klagenfurt
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Neues Pflegemodell

Kärnten startet mit Pflegenah­versorgung

Klagenfurt – Das Land Kärnten setzt mit 2019 einen "Pflegemeilenstein": 330 Millionen Euro fließen im kommenden Jahr in das Pflegewesen. Mit der Pflegenahversorgung soll eine österreichweite Vorreiterrolle gestartet werden.

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„In meiner Bereichsverantwortung liegen 951 Millionen Euro, wovon 330 Millionen Euro auf das Pflegewesen entfallen. Und hier werden wir 2019 mit der Pflegenahversorgung eine österreichweite Vorreiterrolle starten“, so Gesundheits- und Sozialreferentin Beate Prettner heute, 13. Dezember 2018, im Rahmen ihrer Budgetrede im Kärntner Landtag.

„Kein anderer Bereich ist so sehr von qualifiziertem Personal abhängig wie das Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen – was nicht zuletzt ein Blick auf die Personalausgaben unterstreicht“, erklärte Prettner. Personalkosten belaufen sich im Pflegebereich auf 75 Prozent beziehungsweise 248 Millionen; jene im Gesundheitsbereich auf 68 Prozent beziehungsweise 262 Millionen Euro; im Sozialbereich betragen die Personalausgaben 57 Prozent beziehungsweise 132 Millionen Euro.

Mobiler Dienst und wohnortnahe Leistungen

Die Pflegenahversorgung wird die Grundlage dafür liefern, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können, weil ihnen wohnortnahe die für ihre Bedürfnisse maßgeschneiderten Leistungen angeboten werden. „Die konkreten Bedürfnisse werden Sozialkoordinatoren bzw. Kümmerer vor Ort ausloten“, erklärte Prettner.

Laut Prognose wird in Kärnten die Zahl der über 75-Jährigen bis 2030 auf 13,3 Prozent steigen, was ein Plus von 35 Prozent bedeutet. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegegeldbezieher von 6,3 auf 7,7 Prozent – das ist ein Plus von 22 Prozent. Bereits Anfang 2019 werde ein Pilotprojekt für mehrstündige mobile Dienste an den Start gehen – „ein Pilotprojekt, das ganz gezielt pflegende Angehörige entlasten wird“, so die Gesundheitsreferentin.

FPÖ äußert Kritik

Es wäre notwendig, die verfügbaren Sozial-Gelder menschlicher einzusetzen, heißt es in einer Aussendung der FPÖ Kärnten am 13. Dezember 2018. „Mobile Dienste werden für die Kärntner auch 2019 wieder teurer, weil Prettner bei den zu bezahlenden Selbstbehalten für mobile Pflegekräfte nichts ändert“, betont FPÖ-Chef Klubobmann Gernot Darmann. Die 24 Stunden-Betreuung sei aufgrund fehlender öffentlicher Hilfe für viele Pensionsbezieher nicht leistbar, es würde sich auch 2019 nicht verändern. „Es werden weiterhin Menschen in die teuerste Heimversorgung gedrängt, weil sie die günstigere und menschlichere ambulante Unterstützung nicht finanzieren können“, so Darmann.

Keine Maßnahmen gegen Ärztemangel

Kritisiert wird ebenfalls die Neuanstellung von Beamten, welche Pflegebedürftige beraten – dies könnten laut FPÖ Kärnten die bestehenden mobilen Dienste übernehmen. „Pflegebedürftige brauchen keine zusätzlichen Landesbeamte, die sie beraten, sondern Fachkräfte, die sie pflegen,“ appelliert Darmann. Darmann sieht auch den bereits bestehenden Ärztemangel, der sich in den kommenden Jahren massiv verschärfen wird, als Problem: „70 der derzeit aktiv tätigen Haus- und Landärzte gehen bis 2022 in Pension. Prettner und der Gesundheitsfonds haben keine Ahnung, wie man Nachfolger für sie finden wird“, so Darmann.

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