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Unfallort
Unfallort © feuerwehr-villach.at

Prozess am 22. Januar

Mordanklage nach Geisterfahrt

Villach-Warmbad – Im September 2018 verursachte ein Alkolenker als Geisterfahrer auf der A2 Südautobahn - beim Rastplatz Schütt zwischen Warmbad und Arnoldstein - einen schweren Unfall. Wie mehrere Medien am Mittwoch übereinstimmend berichten, muss er sich noch im Januar wegen sechsfachen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

 3 Minuten Lesezeit (465 Wörter) | Änderung am 02.01.2019 - 14:49

Der Unfallfahrer aus der Gemeinde Steinfeld (Bezirk Spittal an der Drau) fuhr am 9. September auf der A2 Südautobahn im Teilstreckenbereich Villach Warmbad – Arnoldstein entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung Villach in Richtung Italien. Ein 31-jähriger Mann aus Deutschland fuhr mit seinem PKW und Wohnwagenanhänger zu diesem Zeitpunkt auf der ersten Fahrspur in Richtung Villach. Als dieser den Geisterfahrer wahrnahm, verringerte der 31-jährige Lenker die Fahrgeschwindigkeit und setzte Lichtwarnzeichen. Der 55-jährige Geisterfahrer wechselte daraufhin die Fahrspur.

Frontalzusammenstoß fordert Schwerverletzte

Auf der Überholspur kam es zu einem Frontalzusammenstoß mit dem PKW einer 55-jährigen Fahrzeuglenkerin aus Oberösterreich, welche gerade dabei war das Wohnwagengespann des 31-jährigen Deutschen zu überholen. Die 55-jährige PKW Lenkerin sowie ihre 55-jährige Beifahrerin aus Salzburg und der 55-jährige Geisterfahrer wurden durch den Frontalzusammenstoß schwer verletzt. Der 31-jährige Deutsche, dessen Wohnwagengespann ebenfalls in den Verkehrsunfall verwickelt wurde und seine Frau wurden leicht verletzt. Sie wurden mit dem Rettungsdienst in das LKH Villach verbracht. Die beiden 55-jährigen Frauen wurden nach der Erstversorgung vom Rettungshubschrauber in das LKH Klagenfurt und der 55-jährige Geisterfahrer mit dem Notarztwagen in das LKH Villach gebracht.

Geisterfahrer war betrunken

Seitens der Staatsanwaltschaft Klagenfurt wurde damals eine Blutauswertung des Geisterfahrers angeordnet. Die Auswertung auf Alkohol ergab ein positives Ergebnis. Er soll laut Medienberichten etwa drei Promille Alkohol im Blut gehabt haben.

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Eines der beteiligten Fahrzeuge

Eines der beteiligten Fahrzeuge - © PRIVAT

Feuerwehr musste Person bergen

In einem Fahrzeug war ein Mann schwerst eingeklemmt, im zweiten PKW wurden die Lenkerin sowie deren Beifahrerin von nachkommenden Verkehrsteilnehmer aus dem überschlagenen Fahrzeug gezogen. Die Urlauberfamilie mit Wohnwagengespann konnte sich aus eigener Kraft befreien. „Insgesamt mussten von mehreren Notarztteams drei schwer Verletzte versorgt und mittels Hubschraubern und einem Rettungsfahrzeug in die Krankenhäuser eingeliefert werden“, so HBI Harald Geissler, Kommandant der Hauptfeuerwache Villach im September.

Anklage: Sechsfacher versuchter Mord

Wie am Mittwoch mehreren Medienberichten zu entnehmen ist, muss sich der Mann am 22. Januar wegen sechsfachen versuchten Mordes vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten. Ihm droht eine lebenslange Haft, wenn das volle Strafmaß ausgeschöpft wird. Der Unfallverursacher sitzt immer noch in U-Haft. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Klagenfurt soll ihm eine selbstmörderische Absicht vorwerfen. Auch, weil er davon in einer Einvernahme der Polizei gesprochen haben soll. Sein Anwalt verneint die Selbstmordabsicht. Erst später sei ihm bewusst geworden, was er mit dieser „falschen Aussage“ angerichtet habe. Zum Zeitpunkt der Einvernahme soll er unter Schmerzmitteln und Restalkohol gestanden haben.

Welche Strafe den Mann erwartet, wird sich am 22. Januar 2019 zeigen.

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