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Mehr Austritte, weniger Taufen, Trauungen & Gottesdienstbesucher

Die Kirche verliert an vielen Fronten

Kärnten – 5,05 Millionen Katholiken gibt es in Österreich. Doch die Anzahl der Kirchenaustritte stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich: +8,7 Prozent in Österreich, in Kärnten sogar +16,8 Prozent. Die Kirche verliert aber auch noch an vielen anderen Fronten.

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Die Katholikenzahl in Österreich ist von 2017 auf 2018 von 5,11 auf 5,05 Millionen gesunken (-1,1 Prozent). Das ergeben die am Mittwoch von den österreichischen Diözesen veröffentlichten Statistiken. Insgesamt traten 58.378 Personen im Jahr 2018 aus der katholischen Kirche aus. Das entspricht einem Anstieg an Austritten um 8,7 Prozent. 5.133 Personen wurden in die Kirche wieder oder neu aufgenommen. Das ist um 6 Prozent weniger als 2017 (5.461). 2016 konnte die Kirche 5.269 Eintritte verzeichnen. Die Eintritte in die katholische Kirche nehmen allerdings über mehrere Jahre betrachtet stetig leicht zu.

Wie ist die Situation in der Diözese Gurk?

Mit Stichtag 31. Dezember 2018 sind 363.505 Kärntner römisch-katholisch (2017: 367.860). In der Diözese Gurk haben im vergangenen Jahr 3.526 Personen die Kirche verlassen (2017: 3.019). Das kommt einem Anstieg an Austritten von 16,8 Prozent gleich. Die Zahl der Wiedereintritte und Übertritte beträgt bislang 360 (2017: 377). Außerdem widerriefen 46 Personen im Jahr 2018 ihren Austritt (2017: 45).

Weniger Priester, Taufen, Trauungen, Erstkommunionen, Firmungen & Gottesdienstbesucher

Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester ist laut der aktuellen Kirchenstatistik 2017 leicht gesunken: von 3.920 (im Jahr 2016) auf 3.857. Selbiges gilt auch für Taufen (2017: 48.990, 2016: 49.018), Trauungen (2017: 10.808, 2016: 11.313), Erstkommunionen (2017: 48.734, 2016: 49.423), Firmungen (2017: 44.839, 2016: 47.675) und Gottesdienstbesuchern (2017: zwischen 545.000 und 571.000, 2016: zwischen 545.000 und 595.000).

Zunahme bei Erwachsenentaufen, Begräbnissen und Kirchenbeitragsaufkommen

Bei den Erwachsenentaufen (ab 14 Jahren) wird mit 890 ein deutlicher Anstieg (105 Prozent) gegenüber 2016 (433) verzeichnet. Über mehrere Jahre betrachtet ergibt sich eine stabile Gesamtsituation bei den Taufen. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse ist 2017 mit 53.846 gegenüber 2016 (52.358) gestiegen.

Die katholischen Diözesen in Österreich können für 2017 leichte Steigerungen beim Kirchenbeitragsaufkommen und insgesamt ausgeglichene Bilanzen verzeichnen. Das geht aus der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht hervor, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2017 waren es über 461 Millionen Euro (knapp 76 Prozent der Gesamteinnahmen), 2016 lagen die Kirchenbeiträge bei 451 Millionen Euro. Zwei Drittel der Budgets sichern die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben insgesamt 393 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von über 65 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.

Insgesamt verzeichnen die Diözesen 2017 Gesamteinnahmen in der Höhe von etwas über 609 Millionen Euro (2016: 604 Millionen). Dem stehen Aufwendungen von 602 Millionen Euro (2016: 602 Millionen) gegenüber.

Starke Unterschiede

Die Diözesen melden allerdings unterschiedlich stark akzentuierte Entwicklungen. In einigen Diözesen gab es nur leichte Anstiege bei den Kirchenaustrittszahlen, bei anderen waren die Anstiege deutlicher ausgeprägt. In einer einzigen Diözese – St. Pölten – gingen die Austrittszahlen 2018 gegenüber dem Jahr davor zurück. Die Kirchenaustritte bewegen sich damit insgesamt auch 2018 im Rahmen der vergangenen Jahre.

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