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Politik - Villach
Baumschlägerungsarbeiten entlang der Bundesstraße Richtung Drobollach.r
Baumschlägerungsarbeiten entlang der Bundesstraße Richtung Drobollach.r © Oskar Höher

Waldentwicklung in Villach

„Baum fällt!“

Villach – Derzeit finden am Fuchsbichl in Mittewald Schlägerungsarbeiten statt. Laut Stadt Villach Teil eines "vorausblickenden Waldstrategiekonzeptes". Nachpflanzungen seien geplant.

 5 Minuten Lesezeit (604 Wörter)

Aufmerksamen Beobachterinnen und Beobachtern wird es schon aufgefallen sein: Erfahrene Baumkontrollore checken derzeit entlang des Radweges an der Faaker See Bundesstraße am Fuchsbichl bei Mittewald/Drobollach den Waldbestand.

„Beispielfläche für modernen Waldbau“

„Die Wetterlage ist momentan sehr günstig für diese Arbeiten“, sagt Stadtgarten- und Wirtschaftshofreferentin Vizebürgermeisterin Petra Oberrauner. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten nach modernsten waldbaulichen Richtlinien und eng abgestimmt mit der Bezirksforstinspektion.“ Ziel ist es, aus dem Waldstück entlang des Radweges am Fuchsbichl eine kleine, aber sehr feine Beispielfläche für modernen Waldbau entstehen zu lassen. Außerdem haben sie die Sicherheit des unmittelbar angrenzenden Geh- und überregionalen Radweges im Visier. Durch Flachwurzler kam es immer wieder zu Fahrbahnschäden, Stürme ließen Bäume knicken. Das Projekt wird in den Beispielflächenkatalog des Landes aufgenommen.

So geht die Stadt in ihrer Waldbaustrategie vor

Naturnahe Waldbaustrategie, wie die Stadt Villach sie betreibt, baut auf natürliche Baumentwicklungsphasen in zwei Schritten auf. Q steht für „Qualifizieren“: Etablierung, Auswahl und Differenzierung von Zukunftsbäumen (Z-Baum-Auslese); D steht für „Dimensionieren“. Z-Bäume werden freigestellt und dürfen eine große Krone ausbilden. Ihre Verdränger werden ganz bewusst beseitigt. Ziel ist die kontrollierte und nicht zufällige Produktion von Wertholz, wobei man gleichzeitig Biotop-Bäume stehen lässt.

„Das Projekt ist spannend, modern und naturnah“, erläutert Oberrauner. „Die für Kleinlebewesen und das Ökosystem Wald wichtigen Alters- und Zerfall-Phasen werden bewusst akzeptiert und waldbaulich integriert.“ Die Fläche für den künftigen Vorzeigewald beträgt ca. 1,5 Hektar, die Arbeiten dauern 3 Wochen.

Kritik an Schlägerungen

Weil es immer wieder kritische Äußerungen zu – freilich unvermeidlichen – Baumschlägerungen gibt, klärt die Referentin auf: „Die Stadt Villach ist rechtlich für  den Zustand ihrer Straßenbäume verantwortlich. Für die Gewährleistung der Verkehrssicherheit führen unsere Fachleute in regelmäßigem Abstand Sichtkontrollen an sämtlichen ca. 8000 Straßen- und Parkbäumen der Stadt Villach durch.“ Die Kontrollgänge werden protokolliert und in einer Datenbank, dem sogenannten Baumkataster, archiviert.

„Erkennen die Experten Symptome, die auf eine verminderte Bruch- oder Standfestigkeit hindeuten, veranlassen sie die nötigen Maßnahmen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, sagt Oberrauner. „Es muss nicht gleich die Fällung des Baumes sein, oft genügen Sicherungsschnitte, die Entlastung der Baumkrone oder der Einbau einer dynamischen Kronensicherung. Geschlägert wird nur, wenn es nicht anders geht.“

Gerade auf die Erhaltung der Altbäume lege man in Villach großen Wert. Im Durchschnitt müssen österreichweit ca. 1,5 Prozent der Bäume einer Kommune jährlich gefällt werden. In Villach sind es heuer nur 22 Solitärbäume im Straßenbereich.

Schlägerung aus Sicherheitsgründen

In Drobollach müssen leider auch zwei größere Bäume aufgrund gravierender und bestätigter Sicherheitsbedenken entfernt werden: die Trauerweide im Strandbad und eine Winterlinde im Abstimmungspark. Eine massiv geschädigte Kastanie in der Ghon-Allee wird ebenfalls entfernt, zudem einige kleinere Zierbäume am Tschinowitscher Weg und in der Karawankenstraße. Am Waldfriedhof gilt es infolge von Borkenkäfer, Sturmschäden und Abgrabungen auch einige Bäume zu entfernen.

Wichtige Nachpflanzung

Die Nachpflanzung erfolgt Ende März, Anfang April. „Dabei versucht unser Stadtgarten den schwierigen Spagat, sowohl beliebte und bekannte heimische Arten wie Linde, Eiche, Ahorn, welche für das Ökosystem (Stichwort Insekten und Vögel) besonders wertvoll sind zu pflanzen“, sagt Oberrauner. „Gleichzeitig müssen wir dem Klimawandel Rechnung zu tragen und Bäume auswählen, die extremer Trockenheit im Sommer und Winter sowie Witterungsereignisse infolge des Klimawandels trotzen und gedeihen können.“

Im Jahre 2019 sind insgesamt 60.000 Euro für Baumpflanzungen vorgesehen.

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