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Leute - Klagenfurt
© SOS Rehkitz

Freiwillige Initiative:

Rehkitze vor dem Mähtod retten

Klagenfurt – Es passiert leider allzu oft: Ein Rehkitz wird im Feld übersehen und wird durch die Mähmaschine schwer verletzt oder kommt qualvoll zu Tode! Zahlreiche Tierschützer, Landwirte und Jäger haben sich zu einer großen Hilfsaktion zusammengetan, um die Felder vor Mähbeginn zu durchsuchen und Kitze aus der Gefahrenzone zu bringen.

 4 Minuten Lesezeit (535 Wörter)

Jedes Jahr fallen unzählige Rehkitze Mähwerken zum Opfer – ca. 30.000 pro Jahr nur in Österreich. Häufig müssen Landwirte wegen der Witterung kurzfristig planen und reagieren. Der Landwirt versucht zwar seine Felder vor der Mahd zu Fuß abzugehen. Sind diese Flächen aber mehrere Hektar groß, hat er, selbst wenn er es wollte, hierfür gar nicht die erforderliche Zeit.

Die Jägerschaft Klagenfurt Nord rettet schon seit 25 Jahren Rehkitze aus den Wiesen kurz bevor diese abgemäht werden. Es braucht weitere freiwillige Helfer, dachte sich Gabi Eizenberger und gründete die Initiative SOS Rehkitz – Raum Klagenfurt, Rettungsinitiative.

Die SOS Rehkitz Rettungsinitiative ist eine Gemeinschaft, die Rehkitze vor dem sicheren und qualvollen Tod durch Mähmaschinen retten möchte. „Jede helfende Hand, jedes denkende Hirn und jedes mitfühlende Herz wird gebraucht“, sagt Gabi Eizenberger. Es ist jeder herzlich willkommen, der ehrenamtlich – je nach verfügbarer Zeit – an den Suchaktionen teilnehmen möchte. Die Tiere werden es euch danken!

Die Suche ist anstrengend

Falls du bei einer Suche dabei sein möchtest, solltest du dir im Klaren sein, dass es auch sehr anstrengend werden kann. Gesucht (und gemäht) wird nur bei schönem Wetter. Die Freiwilligen brechen bereits in den frühen Morgenstunden auf, um die Rehkitze zu retten. Man muss wirklich leise sein, um die Tiere nicht zu erschrecken. „Das Gras ist sehr hoch und geht einem Erwachsenen teilweise bis zu den Schultern. Im Sommer kann es im Laufe des Vormittags ziemlich warm werden“, weiß Eizenberger. Es erfordert zudem viel Aufmerksamkeit, um im hohen Gras kein Kitz zu übersehen. Die Strapazen werden aber belohnt. „Es ist wirklich wunderschön um diese Uhrzeit, wenn alles langsam erwacht – die Sonne geht auf, der Feldhase ist uns über die Straße gehoppelt und das Highlight überhaupt ist natürlich so ein Kitzlein zu finden“, erzählt Eizenberger.

„Die Kitzsuche ist kein Kaffeeklatsch, sondern harte Arbeit“, weiß auch Mariella, die 12-jährige Tochter von Eizenberger. „Je nach Wiesengröße kann sich eine Suche über mehrere Stunden ziehen“, erzählt uns Mariella. „Die Suche könnt ihr euch so vorstellen, dass wir in einer Linie mit 1 m Abstand nebeneinander durch die Wiesen gehen“, verrät Mariella. „Das allererste Kitz unserer Suchaktionen habe ich selbst gefunden“, berichtet die junge Tierschützerin stolz.

Wichtig ist, dass die geretteten Tiere nicht mit bloßen Händen angefasst oder gar gestreichelt werden, um ihren natürlichen Duft nicht zu beeinflussen. Sonst kümmert sich das Muttertier um ihr Kitz nicht mehr.

Wasserfeste Kleidung und Ausrüstung

Nachdem in den Morgenstunden die Wiese noch nass ist, braucht man eine wasserfeste Regenhose und am besten Gummistiefel. Diese Kleidung schützt aber nicht nur gegen die Nässe, sondern auch gegen Zeckenbisse. Ebenso wichtig sind Wasser und eine Kopfbedeckung. Pollenallergikern wird von einer Suche abgeraten, da die Gräser meistens in Blüte stehen.

Suchtrupp hilft gerne

Gerne sollen sich auch Bauern oder Jäger einklinken, die Unterstützung beim Suchen brauchen und einen Aufruf starten möchten. Die Freiwilligen unterstützen Jäger oder Landwirte bei der zum Teil gemeinsamen Suche vor der Mahd, um Rehkitze zu retten.

 

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