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Wirtschaft - Klagenfurt
© WKK/Gert Eggenberger

Kanalsanierung bis auf weiteres verschoben

Kardinalviertel wehrte sich erfolgreich

Klagenfurt – Während die wirtschaftsschädliche Baustelle in der St. Veiter Straße noch voll im Gange ist, drohte bereits die nächste aufgerissen zu werden: Doch in der Paradeisergasse sollen nun doch Koordinierungsgespräche mit den ansässigen Unternehmern stattfinden.

 4 Minuten Lesezeit (522 Wörter) | Änderung am 18.06.2019 - 16.13 Uhr

In Klagenfurt folgt eine Baustelle der anderen. Nach ersten Protesten der Anrainer wurde der Druck auf die Baustellenverantwortlichen zu groß und die geplante Kanalsanierung im Kardinalviertel bis auf weiteres verschoben. Von Seiten der Stadt wolle man die Interessensbekundung zur Tiefgarage Kardinalplatz noch abwarten und dann die Anrainer vor Ort besser einbeziehen. Immerhin geht es um eine zweimonatige Totalsperre. Das Ergebnis ist eine Verschiebung des bisher kurzfristig über die Medien kommunizierte Baustellenvorhabens. „Wir sind heilfroh, dass unsere Intervention geglückt ist“, so Bezirksstellenobmann Max Habenicht und weiter: „Es wird Zeit, dass die Stadt langfristig plant und die Unternehmer aktiv einbindet, anstatt jedes Mal einen Aufruhr zu verursachen.“

Viertel mit Frequenz

Denn nach der hochfrequentierten St. Veiter Straße wäre nun auch die beliebte Paradeisergasse im Herzen der Landeshauptstadt dran, die die Klagenfurter in das hippe Kardinalviertel führt. Einen Stadtteil, der sogar über eine eigene Viertelagentur verfügt, die bemüht ist, die Gegend jung und positiv zu beleben. Kunstprojekte, Street Food Market und „Picknick in der Stadt“ sind bei der Bevölkerung beliebte Initiativen der ansässigen Unternehmen und bringen der Innenstadt eine ordentliche Portion Frequenz. Dementsprechend aufgeheizt war die Stimmung der Unternehmer nach ersten Medieninformationen über die drohende Baustelle zwischen Bahnhofstraße und Adlergasse. Ab 1. Juli sollte für diesen Bereich eine Totalsperre über die zwei Sommermonate fix sein. Dann wäre das Kardinalviertel nur noch vom Osten über die Adlergasse erreichbar gewesen. Auch eine Sperre der Bahnhofstraße wurde befürchtet – das Verkehrschaos vorprogrammiert.

Behinderung der Innenstadt

„Unter solchen Bedingungen werden unsere Bestrebungen zur Belebung der Innenstadt massiv untergraben“, ärgert sich Habenicht. Es scheine Usus geworden zu sein, in der gesamten Thematik der Baustellenplanung im allerersten Schritt gänzlich auf die Unternehmer vor Ort zu vergessen. Eine Einbeziehung hätte einen Teil des bisherigen Ärgers zumindest abgewendet: Gastrobetrieben ohne sommerlichen Gastgarten und offene Türen und Tore drohe das unternehmerische Aus, sollte die touristische Saison durch die Baustelle beeinträchtigt werden. Habenicht: „Die geplante Baustelle wäre insgesamt die vierte Totalsperre einer starkfrequentierten Klagenfurter Straße. Nach drei Baustellen-Kapitalfehlern wäre auch in der Stadtpolitik eine Lernkurve wünschenswert.“

Baustellen-Management gefordert

Bereits in den vergangenen Jahren sei das Baustellenmanagement überfordert und in der Kommunikation mit den Betrieben unbelehrbar gewesen. Aufgrund der fehlenden Dialogfähigkeit der Stadt und der Häufungen der Baustellenmissstände wird die Forderung der Klagenfurter Unternehmer nach einem professionellen Baustellenmanagement immer lauter. Denn von der bisherigen Abwicklung ähnlicher Klagenfurter Bauprojekte ist Habenicht enttäuscht: „Wie hier mit Unternehmern umgegangen wird, ist einer Landeshauptstadt nicht würdig und zeigt die fehlende Wertschätzung sowie mangelnden Respekt gegenüber den Klagenfurter Betrieben. Ich erwarte mir eine vernünftige und zeitgemäße Kommunikation mit den Unternehmerinnen und Unternehmern.“ Als wertvolle Mitgestalter von Klagenfurt hätten Unternehmen ein Recht auf rechtzeitige Information inklusive Mitspracherecht bei der zeitlichen Gestaltung der Baumaßnahmen und eine möglichst schnelle Umsetzung. Dazu gehören auch eine Koordinierungsstelle der zuständigen Abteilungen, um unnötige Baustellen zu verhindern, und neben Marketingleistungen auch eine finanzielle Entschädigung bei „Sonderbaustellen“, wie es nun die Lösung für die St. Veiter Straße vorzeige, mahnte Habenicht ein.

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