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600 Arbeits­stunden

Einzigartig: Otto Gaggl baute 1:3 das erste Auto der Welt nach

Heiligengeist – Das muss Leidenschaft sein. Der Villacher Otto Gaggl, genauer gesagt aus Heiligengeist, war 20 Jahre im Bereich der Automatisierungstechnik in der Infineon tätig und war daher schon immer an der Welt der Technik interessiert.

 2 Minuten Lesezeit (349 Wörter)

Nach seiner Pensionierung vor 12 Jahren suchte der Bienenenthusiast einen neuen Zeitvertreib für die Wintermonate und wurde in der Welt des Modellbaus fündig.

Zeitreise ins Jahr 1886

Der Nachbau des ersten Fahrzeuges der Welt, ist wohl sein bisher größtes Projekt: Ein 1:3 Original-Nachbau des Karl Benz Motorwagens aus dem Jahre 1886. Das dürfte in Österreich wohl einzigartig sein. Auf die Frage warum er genau dieses Fahrzeug nachbauen wollte, antwortete der 75-jährige Pensionist, dass es die faszinierenden Gedankengänge des Erfinders selbst waren, welche den Nachbau inspiriert hatten. “Man muss sich in den Erfinder hineinversetzen und versuchen nachzuvollziehen wie er auf die Lösungswege kam”, sagt Otto Gaggl. Der Nachbau war sehr zeitaufwendig, insgesamt hat der Bau circa 600 Arbeitsstunden in Anspruch genommen. Der schwierigste Teil der Arbeit war der Motor, der wie auch das Original, nur sehr wenig Verdichtung hat.

Motor als Herausforderung

Es dauerte lange bis der Prozess optimiert war und der Motor einsatzfähig war. In diesem Verfahren waren ein besonderes 3D-Zeichenprogramm und ein 3D-Metalldrucker sehr wichtig, welche die Optimierung des Vergasers ermöglichten. Auch die Gussformen für das Modell wurden von Otto per Hand aus Holz hergestellt und wurden dann in Wien mit Aluminum ausgegossen, ein aufwendiges Verfahren. Gelenkt wird der Nachbau per Fernsteuerung und kann eine Geschwindigkeit von vier km/h erreichen, 12 km/h langsamer als das Original welches bis zu 16 km/h schnell fahren konnte. Übrigens, wie beim Original, kommt beim Auspuff ganz schön etwas raus.

Nun folgt ein Motorrad

Otto Gaggl ist mit seinen Nachbauten und Modellen schon zu viele Modellausstellungen in ganz Österreich gereist um seine Nachbauten dort auszustellen. Er findet es schade, dass es hier bei uns nur so wenige Nachbauer historischer Modelle gibt, die meisten interessieren sich nämlich für Modelleisenbahnen. Auch in Zukunft wird Otto nicht langweilig werden, viele aufregende Projekte sind schon geplant, darunter auch der Nachbau des ersten Motorrades in Originalgröße. Wer dem gleichen Hobby nachgeht, soll sich doch bei ihm melden. „Ich würde mich freuen, wenn ich mich mit jemanden austauschen könnte“, so der Villacher.

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