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© Verein Tierschutzvolksbegehren

Eier aus Käfighaltung im Gasthaus:

„Wissen, was wir essen“: Das neue Tierschutzvolksbegehren

Kärnten – "Wissen, was wir essen": Kampagne für verpflichtende Transparenz von Herkunft & Tierwohl bei Lebensmitteln startet! Jedes Jahr landen 600 Millionen Eier aus Käfighaltung und tausende Tonnen Fleisch aus ausländischer Massentierhaltung auf unseren Tellern – unerkannt & ungewollt.

 3 Minuten Lesezeit (455 Wörter)

Das Tierschutzvolksbegehren, Unternehmer Josef Zotter, „Die BioWirtInnen“ sowie zahlreiche Landwirte, Gastronomen und Hoteliers im ganzen Land haben gestern in Wien vor dem Bundeskanzleramt eine überparteiliche, zivilgesellschaftliche Initiative gestartet, um dies zu ändern. Ziel dabei ist die Einführung einer verpflichtenden und kontrollierten Kennzeichnung nach Herkunft & Tierwohl in Restaurants und öffentlichen Küchen.

Transparenz fehlt

Wie ist es möglich das auf unseren Tellern Nahrungsmittel landen, deren Herstellungsart in Österreich bereits verboten ist? Das passiert unerkannt und ungewollt! Denn in Gastronomie und öffentlichen Küchen werden zwar 2/3 aller tierischen Produkte konsumiert, von einer bewussten Entscheidung kann aber nicht gesprochen werden, wenn die Transparenz bei Lebensmitteln gänzlich fehlt. Dieser Missstand führt dazu, dass Unmengen an Nahrungsmitteln konsumiert werden, deren Herstellung in Österreich bereits verboten wurde. Das wirkt sich nicht nur negativ auf Tiere, Natur & Klima aus, sondern auch auf die heimische Landwirtschaft. Die Macht der Konsumenten greift nicht, denn die Intransparenz führt zu einem „Betrug“ an ihnen, wie es etwa der Landwirtschaftskammer-Präsident formulierte.

„Kaiserschmarrn mit Käfig-Ei aus Aserbaidschan“

„Wir müssen den Betrug an den Konsumenten beenden und für Transparenz am Teller sorgen. Wenn jemand wirklich das Schnitzel vom kranken Kalb aus holländischer Massentierhaltung oder den Kaiserschmarrn mit Käfig-Ei aus Aserbaidschan essen will, dann ist das seine Entscheidung. Aber wer das nicht will und lieber 10 Cent mehr pro Portion zahlen möchte, um den Tieren, der Umwelt und der Landwirtschaft zu helfen,  soll auch die Möglichkeit dazu erhalten“ sagt Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens. Die Kennzeichnung der Lebensmittel ist eine zentrale Forderung des TSVB.

Schlüsselrolle der Landwirtschaft

„Über unseren Teller können wir die Welt gestalten – aber nur, wenn wir wissen, was darauf landet. Angesichts von Klimakrise & Artensterben, wo zurecht auf die Schlüsselrolle der Landwirtschaft hingewiesen wird, ist es ein Gebot der Stunde, auch die Handlungsmöglichkeiten des eigenen Konsums nutzbar zu machen. Wir brauchen nicht über höhere Steuern auf Nahrung diskutieren, wir brauchen nur für mehr Transparenz sorgen. Und zwar Transparenz bei Herkunft und bei Tierwohl. Nur das hilft unseren Landwirten, Tieren und Klima. Schluss mit den Ausflüchten, es ist Zeit für ein Bekenntnis der Politik!“ so Bohrn Mena weiter.

Parteien grundsätzlich für Kennzeichnung offen

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass 84% der Bevölkerung nach mehr Transparenz bei Herkunft & Tierwohl von Fleisch verlangt. Und sie zeigt, dass eine ebenso große Gruppe auch bereit wäre, mehr dafür zu bezahlen, wenn sie die Sicherheit hätte, dass es sich dabei um heimische und tier- und klimafreundlich erzeugte Lebensmittel handelt. Grundsätzlich, so eine aktuelle WWF-Umfrage, zeigen sich auch alle Parteien bei einer reinen Kennzeichnung nach Herkunft offen.

 

 

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