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Politik - Villach
Darmann:
Darmann: "Die Aufsicht der Jugendhilfe muss neu organisiert werden." © Büro LR Gernot Darmann

Nach Tod einer 16-Jährigen:

Darmann fordert Struktur­reform bei der Jugend­hilfe

Villach – Vor einem Jahr starb eine 16-Jährige in einer Villacher Wohngemeinschaft an einer Medikamenten-Kombination. Gegen mehrere Personen besteht der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung sowie fahrlässiger Tötung. Nun nimmt sich auch die Politik dem Fall an. Wir haben berichtet. Auch der Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Gernot Darmann meldet sich zu Wort: "Der Todesfall in der Wohngemeinschaft zeigt, dass eine Systemänderung in der Jugendhilfe notwendig ist."

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Vor einem Jahr starb die 16-jährige Serena in einer Wohngemeinschaft in Villach an einer fatalen Medikamenten-Kombination. Die Staatsanwaltschaft scheine mittlerweile bestrebt, den Fall zu klären. Doch laut Darmann sei es zu wenig den Fall allein strafrechtlich aufzuarbeiten. „Wenn man Mängel im System nicht erkennt, besteht die Gefahr, dass sich ein solch tragischer Fall wiederholt“, erläutert der Freiheitliche. Aus Sicht der FPÖ liege ein Multiorganversagen der Kärntner Jugendhilfe vor. Laut den Polizeiprotokollen hätten mehrere Betreuer eingestanden, dass sie fachlich überfordert waren.

„16-Jährige war medizinisch unterversorgt“

Darmann stellt die Qualität der Erziehungsarbeit infrage. Die medizinische Versorgung in der Einrichtung sei laut dem Freiheitlichen nicht gewährleistet gewesen. Mehrmals sei eine adäquate fachärztliche und physiotherapeutische Behandlung versäumt worden. So auch bei Serena, welche laut der FPÖ, unter massiven Schmerzen an der Wirbelsäule litt. „Die 16-Jährige war medizinisch unterversorgt und versuchte ihre Qualen durch rezeptpflichtige Schmerzmedikamente zu lindern. Dabei mixte sie Substanzen, was leider tödlich endete“, erklärt Darmann. Niemanden von der Kärntner Jugendhilfe scheine sich dafür zu interessieren, wie einfach gefährliche Arzneimittel in eine Schutzeinrichtung gelangen, so Darmann besorgt in seiner heutigen Aussendung. „Die Einrichtung darf uneingeschränkt weiterarbeiten“, kritisiert er. Offen bleibe die Frage, warum keiner Aufsichtsperson auffiel, dass die Tabletten im Zimmer der Jugendlichen offen herumlagen.

Zweifel an der Betreibergesellschaft entstehen, laut Darmann, auch, wenn man den Ablauf der Tragödie betrachte. „Nach Auffinden der leblosen Serena dauerte es laut Zeugenaussagen 17 Minuten, bis der Notarzt gerufen wurde“, erklärt Darmann. „Die zuständige Betreuungsperson sah sich veranlasst, vorher noch mit ihren Vorgesetzten zu telefonieren.“

Strukturreform sei dringend notwendig

Wie Darmann berichtet, seien auch die jährlichen Kontrollen der Fachaufsicht des Landes bereits Tage im Voraus in der Einrichtung bekannt gewesen. „Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn bei der Visitation nichts bzw. nur Irrelevantes herauskommt“, so Darmann. Für den Freiheitlichen sei eine Strukturreform dringend notwendig. Es müsse Überprüfungen ohne Voranmeldung geben. „Bei Bedarf auch mehr als einmal pro Jahr“, fordert der Kärntner FPÖ-Chef.

„Unabhängig von den strafrechtlichen Ermittlungen besteht seitens des Landesgesetzgebers akuter Handlungsbedarf“, betont Darmann. Die Aufsicht der Jugendhilfe müsse neu organisiert werden.

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