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Obdachloser auf seinem Notschlafplatz.
Obdachloser auf seinem Notschlafplatz. © Daniel Gollner

Viele Armutsgefährdete wohnen problematisch:

Wohnung zu teuer: Armuts­gefährdete Personen gehören unterstützt

Kärnten – Bei der zehnten Kärntner Sozialen Dialog Konferenz, einem Treffen von VertreterInnen aus der Wohnungslosenhilfe, Politik, Verwaltung und Wohnbauträgern, wurde der Ruf nach gemeinsamen Lösungen laut, um armutsbetroffenen Menschen in Kärnten ein leistbares Wohnen via sozial- gemeinnützigem Wohnbau zu ermöglichen.

 3 Minuten Lesezeit (461 Wörter) | Änderung am 19.10.2019 - 18.59 Uhr

Dass Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot brennende Themen der Zeit sind, belegen die Zahlen, die bei der 10. Kärntner Soziale Dialog Konferenz des Kärntner Armutsnetzwerkes am 17. Oktober in Klagenfurt präsentiert wurden. Besonders die 15,6 Prozent der armuts- und ausgrenzungsgefährdeten Menschen in Kärnten sind von Wohnungsnot betroffen, so Armutsnetzwerk-Obmann Christian Eile.

Gründe für problematische Wohnsituation

„Viele Armutsbetroffene leben auf engstem Raum, mit Feuchtigkeit, Schimmel und in Energiearmut.“ Die Wohn- und Mietkostenentwicklung würden im urbanen Bereich deutlich über der Inflation liegen, so Eile. Aus seiner Sicht braucht es weiterhin ausreichend geförderten sozial-gemeinnützigen Wohnbau. Cornelia Kössldorfer von der Volkshilfe Kärnten ist überzeugt, dass neben den individuellen Ursachen von Wohnungsnot, wie psychischen Erkrankungen, Ausgrenzung, Sucht, Scheidung oder Flucht, strukturelle Einflüsse zu  Wohnungslosigkeit führten. So seien Kürzungen von Sozialleistungen, die Kostenentwicklung am Mietsektor, die Diskriminierung am Wohnungsmarkt, die Einkommensentwicklung sowie Verfügbarkeit und Leistbarkeit von Wohnraum Gründe für die kritische Wohnsituation. „Die strukturellen Probleme der Wohnungsnot erfordern ein gemeinsames Suchen nach Lösungen von Verwaltung, Wohnbauträgern, Politik und der Wohnungslosenhilfe in der sozialen Wohnpolitik“, plädierte Kössldorfer für einen Schulterschluss aller Beteiligten. Das war auch der allgemeine Tenor der Konferenz.

Verbote, ein falscher Ansatz

In Kärnten sei zwar ab dem Jahr 1950 einiges für die Wohnungslosenhilfe unternommen worden, jedoch sei das Angebot ausbaufähig. „Eine flächendeckende Delogierungsprävention wäre notwendig,“ betonte Mara Lesjak als Sozialarbeiterin der Jugendnotschlafstelle Klagenfurt wie andere RednerInnen. So gehöre diese, als nur ein Angebot der Wohnungslosenhilfe, so wie auch andere Bereiche ausgebaut. Diese stecke in Kärnten noch „in den Kinderschuhen“, so Lesjak. Sie hält eine „Ordnungs- und Verbotspolitik“ im Umgang mit obdach- und wohnungslosen Menschen „für den falschen Ansatz“, fordert neben der Vernetzung und Zusammenarbeit aller maßgeblichen Stellen eine Erweiterung der Angebote in der Wohnungslosenhilfe und für diese ein fixes Budget. Katrin Starc als Leiterin der Caritas-Wohnungslosentagesstätte „Eggerheim“ stieß in dasselbe Horn: „Ich wünsche mir für Kärnten, dass obdachlose Menschen Platz bekommen und nicht vertrieben werden.“

Vorzeigeprojekt in Salzburg

Eingeleitet wurde die Konferenz mit Begrüßungsworten von Ruth Feistritzer als Abgeordnete zum Kärntner Landtag und Ewald Wiedenbauer als Präsident der Volkshilfe Kärnten. Beendet wurde sie mit dem Fazit aus drei spannenden Workshops. Einer befasste sich mit einem gemeinnützigen Angebot zeitlich befristeten Wohnraums. Für Armutsnetzwerk-Obmann Eile ging es hier um ein „faszinierendes Projekt“, bei dem in Salzburg 55 Wohnungen für armutsbetroffene Menschen zu einem leistbaren Preis entstanden ist. Eile sprach von einer „Erfolgsgeschichte, die man mit vereinten Kräften sicher auch in Kärnten realisieren könnte“.

Bitte schaut im Winter nicht weg wenn ihr einen Obdachlosen seht: für dringende Fälle gibt es aber das Kälte-Telefon: 0463/396060

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