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Leute - Villach
Um ihre Hunde hat sich Verena trotz Drogensucht immer fürsorglich gekümmert.
Um ihre Hunde hat sich Verena trotz Drogensucht immer fürsorglich gekümmert. © KK

Verena ist jetzt clean:

„Drogen und Diebstahl bestimmten mein Leben“

Villach – Verenas Leben war geprägt von Drogen und Diebstahl. Sie stand plötzlich mit zwei Hunden auf der Straße. Von da an musste sie um ihr Überleben kämpfen. Auch ihre Familie bot ihr wenig bis gar keine Hilfe an und so landete sie am Abgrund der Gesellschaft und sah kaum mehr Hoffnung in ihrem Leben, so die junge Frau.

 5 Minuten Lesezeit (631 Wörter) | Änderung am 04.11.2019 - 12.01 Uhr

„Alles begann am 6. Jänner 2018 als mein Seelenhund Arko starb. Ich landete unverschuldet durch Intrigen und Lügen meiner ehemaligen Vermieter mit zwei weiteren großen Hunden am 25. April 2018 auf der Straße“, erinnert sich Verena.

„Meine Freundin ließ mich im Stich“

„In der ersten Zeit überlebte ich durch Geschenke von Passanten“, erzählt die damals Obdachlose. „Wenn mein Geld nicht mehr reichte, war ich gezwungen etwas zu stehlen. Im Nachhinein tut mir das wahnsinnig leid, aber es war mein letzter Ausweg“, gesteht die 26-Jährige. „Schließlich nahm meine Hunde und mich eine Freundin bei sich auf, die mich jedoch bald ohne Grund wieder vor die Tür setzte“, schildert die Betroffene. „Noch dazu hat sie mein letztes Hab und Gut – einen teuren Fernseher und Spielekonsolen – für sich behalten.“

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Verenas Leben geriet auf die schiefe Bahn und wurde bestimmt von Drogen und Diebstahl.

Verenas Leben geriet auf die schiefe Bahn und wurde bestimmt von Drogen und Diebstahl. - © KK

„Ich lebte selbst wie ein Straßenköter“

Von ihrer Familie konnte sich Verena keine Unterstützung erwarten. „Wir haben seit dem Tod meines Vaters ein sehr schwieriges Verhältnis“, sagt sie. „Das einzige, das sie für mich übrig hatten, war ein Schlafplatz in der alten Garage.“ Verena sank immer mehr in die Abhängigkeit der Drogen, damit sie ihr Leben überhaupt noch lebenswert fand. „Trotzdem habe ich für meine Hunde gesorgt. Bevor ich mir etwas gekauft habe, habe ich meinen Vierbeinern lieber Futter besorgt.“ Am 6. August 2018 starb dann auch schließlich der zweite Hund von Verena. Der Tod stieß sie noch mehr in den Abgrund. „Als es dann draußen kalt wurde, hab ich mich getraut ins Haus schlafen zu gehen, obwohl meine Geschwister dagegen waren“, beschreibt Verena. „Nach kurzer Zeit warfen sie mich trotz der eisigen Temperaturen wieder vor die Tür. Obwohl ich doch nur versuchte irgendwie zu überleben“, schildert die Frau ihre Erlebnisse. „Einzig meine Mutter hielt zu dem Zeitpunkt noch zu mir.“

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Verena war am Abgrund und musste mit ihrem Hund den eisigen Temperaturen trotzen.

Verena war am Abgrund und musste mit ihrem Hund den eisigen Temperaturen trotzen. - © KK

„Ich kam nirgends unter“

Verena hielt sich mit kurzen Unterkünften bei Freunden und Bekannten über Wasser, konnte aber nirgends für längere Zeit bleiben. „Ich landete irgendwann bei einem 21-jährigen Mädchen, dass in einer Messi-Wohnung lebte und ihre Tiere nicht gut versorgte. Von einem Tag auf den anderen ließ sie mich dann mit ihren zwei Katzen alleine!“ Verena wandte sich in ihrer Verzweiflung an Streetwork Villach und an eine befreundete Tierschützerin, die ihr schließlich halfen einer der Katzen zu versorgen. „Der Kater lebt heute noch bei mir.“ Nach vielen behördlichen Hürden konnte sie endlich eine Wohnung beantragen. „Aber mein Drogenproblem war noch immer nicht gelöst. Ich stand vor der Wahl: Entweder ich lebe so weiter und gehe zugrunde oder ich mache einen Entzug.“

„Ich wünschte mir tot zu sein“

Verena entschied sich für den kalten Entzug. „Es war hart. Oft wünschte ich mir, dass mich wer überfährt oder ich einfach nicht mehr wach werde“, erinnert sich Verena. „Ich musste bereits drei Freunde wegen Drogen beerdigen. Ich wollte davon los kommen. Also rappelte ich mich wieder auf und ließ mich nicht unterkriegen. Mittlerweile bin ich clean und kümmere mich um meine nun insgesamt vier Tiere. Ich habe jedoch nach wie vor Depressionen. Aber auch die werde ich in den Griff bekommen“, ist die ehemals Drogensüchtige zuversichtlich. „Vor circa zwei Monaten begann ich einen Kurs, um meine Lehrabschlussprüfung als Köchin zu machen. Mein Leben hat wieder einen Sinn!“

(Ergänzung: Seitens der Familie wollte man wissen lassen, dass es auch eine andere Seite der Geschichte gibt. Der Familie ist es wichtig zu erwähnen, dass sie sehr wohl Unterstützung angeboten hätten.)

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