fbpx

Zum Thema:

19.11.2019 - 21:30Auszeichnungen für Kärntner Betriebe08.11.2019 - 08:36Am 28. November: Infineon und FH Kärnten feiern Women‘s Day03.10.2019 - 08:07Neues Innovations­zentrum für Kärnten18.09.2019 - 20:52Warum diese Jugendlichen im Unterricht mit Tablets surfen dürfen
Wirtschaft - Villach
© © Arrowhead Tools

Neuartige Gebäudesimulation:

Infineon bekommt einen „digitalen“ Zwilling

Villach – Das neue Forschungsgebäude am Infineon-Standort Villach wächst nicht nur real, sondern auch virtuell. Ein „Digitaler Zwilling“ wird das Gebäude im laufenden Betrieb begleiten und die Gebäudetechnik in Echtzeit optimieren. Ziel ist es, damit künftig die Energieeffizienz zu erhöhen, automatisiert für ein ideales Raumklima zu sorgen und die Betriebskosten zu senken.

 3 Minuten Lesezeit (448 Wörter) | Änderung am 11.11.2019 - 22.08 Uhr

Infineon Austria errichtet am Standort Villach ein neues Forschungsgebäude für 600 Arbeitsplätze sowie Messtechnikflächen, die Mitte 2020 bezugsfertig sein werden. Bei der Planung des Forschungsgebäudes lag der Fokus auf einem zeitgemäßen Bürokonzept, einem optimalen Raumklima und hoher Energieeffizienz. Neben dem hohen technischen Gebäudestandard und dem Energieverbrauch eines Niedrigenergiehauses wird die Energie großteils mittels Wärmerückgewinnung aus Kühlenergie für die Fabrik bereitgestellt. Die nachhaltig ausgerichtete Energieversorgung des Gebäudes ist daher fast autark.

„Digitaler Zwilling wächst mit“

Zusätzlich dazu wächst im Rahmen des derzeit größten europäischen Forschungsprojektes „Arrowhead Tools“ zum Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 nun ein in Echtzeit simulierter „Digitaler Zwilling“ mit. Der „Digitale Zwilling“ ist eine Gebäudesimulation, die alle wichtigen Regelgrößen der Gebäudetechnik wie etwa Klimaanlage, Heizung, Temperatur, Feuchte oder Stromverbrauch abbilden soll. Zusätzlich werden auch lokale Wetterdaten miteinbezogen. Hilfreich ist das vor allem bei Werten, die man wegen des hohen Aufwandes so gut wie nie misst, wie etwa die operative Raumtemperatur. Sie gibt das tatsächliche Temperaturempfinden der Nutzerinnen und Nutzer besser wieder als die reine Lufttemperatur. Maßgeblich ist dafür zum Beispiel die Oberflächentemperatur der Wände im Raum. Der digitale Zwilling liefert also nicht nur mehr und aussagekräftigere Daten, sondern erlaubt es auch, diese im Voraus zu kalkulieren und so zum Beispiel schneller auf Wetter- oder Nutzungsänderungen zu reagieren.

Die ersten Daten werden Anfang 2020 ausgewertet

Der virtuelle Zwilling wird derzeit im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelt und künftig in Echtzeit mit den Messdaten aus dem Infineon-Gebäude gekoppelt. So sollen Realität und Simulation permanent miteinander abgeglichen werden. Dafür wird ein Teil der Büro- und Messtechnikflächen sowie Besprechungsräume des rund 20.000 m2 großen Gebäudes mit smarter Sensorik ausgestattet. Michael Eder, Infineon-Projektleiter für den Bau des Forschungsgebäudes: „Als Anwender und Anbieter von Produkten und Lösungen, die die Digitalisierung ermöglichen, ist dieses Projekt für uns ein Beispiel für gelebte Digitalisierung. Ziel ist es, mehr Informationen über das Gebäude zur Verfügung zu haben, um die Gebäudetechnik energieeffizient zu steuern, die Betriebskosten zu senken und das Raumklima zu verbessern. Funktioniert die Kopplung mit dem digitalen Abbild wie geplant, kann der Energieverbrauch sowie der Komfort für Nutzerinnen und Nutzer automatisiert optimiert werden. Wir werden auch in der Lage sein, den Einsatz von Sensoren für das Gebäudemanagement individueller und zielgerichteter zu planen.“ Die ersten nutzbaren Daten werden beim Bezug des Gebäudes ab Frühsommer 2020 vorliegen und ausgewertet. Ob der „Digitale Zwilling“ auf das gesamte Gebäude ausgerollt wird, werden die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt, das bis Juli 2022 läuft, zeigen.

Kommentare laden
ANZEIGE