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Leute - Kärnten
© Fotomontage Pixabay/FB

Cybermobbing:

„Plötzlich war mein Baby auf deren Seite und wurde wüst beschimpft“

Kärnten – Aktuell geht ein "Schreckensgespenst" durch die sozialen Medien: Die Facebookseite "Gespenster am Fenster" teilt Kinderfotos auf deren Seite, die in den Kommentaren zum Teil aufs Schlimmste beschimpft werden. Wir haben mit einigen Betroffenen gesprochen.

 3 Minuten Lesezeit (445 Wörter) | Änderung am 26.11.2019 - 19.41 Uhr

Derzeit herrscht große Aufregung in den sozialen Medien. Die Facebookseite „Gespenster am Fenster“ teilt Kinderfotos auf deren Seite. Doch damit nicht genug. Sehr oft wird in der Beschreibung dazu „angestachelt“ gemeine Kommentare zu hinterlassen. „Meine Tochter wurde beleidigt, sie sei hässlich und keiner will so etwas sehen“, erzählt uns eine besorgte Mutter eines Kindes mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. „Manchmal denke ich daran und stelle meine Fotos auf privat, damit sie nur meine Facebook-Freunde sehen können. Manche Fotos sind aber auch öffentlich und die werden dann einfach von dieser Facebook-Seite geteilt“, erzählt uns die Klagenfurterin.

Kommentare unter der Gürtellinie

Auch ein junger Villacher ist von dem Cybermobbing auf der Facebookseite „Gespenster am Fenster“ betroffen. Dieser Fall zeigt, dass auch das Profil der Cyberopfer durchsucht werden. Ein Foto von ihm mit einem lustigen Hundefilter wurde mit dem Kommentar „Welpen demnächst abzugeben“ geteilt – in dem Wissen, dass der junge Mann demnächst Vater wird. Darunter hagelte es negative Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen. Der Villacher muss sich derbe Sprüche gefallen lassen. Von „Zwingerhaltung“ und „Eltern hassen ihr Kind“ ist die Rede. Damit wurde nicht nur er beleidigt, sondern auch das ungeborene Kind.

Der junge Mann hat daraufhin die Kommentare „gescreenshotet“ und sie auf seine Profilseite gestellt. „Daraufhin wurde sein Account von Facebook gesperrt“, erfahren wir von seiner Schwiegermutter. „Doch die Übeltäter dürfen weiter machen“, ärgert sich die Leserin.

Ein Phantom wird gejagt

Niemand weiß, wer hinter der Facebook-Seite steckt. Eines ist jedoch sicher: Solche Beschimpfungen tun weh. Die Meldungen können so schwer treffen, dass sich die Menschen von dieser Hetzjagd nicht mehr erholen. Die tiefen, seelischen Narben, die solche Hass-Postings hinterlassen, können ein Leben lang bleiben.

Sind die Betroffenen selbst schuld?

Natürlich sind die Betroffenen an die Betreiber der dubiosen Seite herangetreten. „Ich habe gebeten das Foto zu löschen, da mich die Kommentare traurig machten“, erzählt uns die Mutter des Spaltkindes. „Doch auf meinen Wunsch wurde nicht reagiert. In unzähligen Kommentaren weist das Profil darauf hin, dass öffentliche Fotos auf Facebook geteilt werden können“, sagt die Leserin.

Öffentliche Fotos können geteilt werden

Auf der Seite von „Gespenster am Fenster“ wurde auch ein Artikel von den Betreibern verlinkt, wo zu lesen ist, dass man mit dem Posten von Fotos die Rechte an Facebook abgibt. Wer sich davor schützen möchte, sollte seine Privatsphäre-Einstellungen kontrollieren oder sich genau überlegen, welche Fotos wirklich JEDER sehen darf und welche Folgen dies nach sich ziehen könnte.

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Ein möglicher Weg sich zu schützen.

Ein möglicher Weg sich zu schützen. - © Screenshot

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