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Wirtschaft - Villach
Der AKV Europa veröffentlichte vor Kurzem die Insolvenzstatistik 2019.
SYMBOLFOTO Der AKV Europa veröffentlichte vor Kurzem die Insolvenzstatistik 2019. © pixabay

AKV-Insolvenzenstatistik:

Villacher Insolvenz­zahlen nahmen 2019 zu

Kärnten – Vor Kurzem veröffentlichte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) die Insolvenzstatistik 2019. Die Zahl der Kärntner Firmeninsolvenzen stieg dabei im Vergleich zum Jahr 2018 um fast 5 Prozent. Im Bezirk Villach lag der Anstieg sogar bei 27,9 Prozent.

 5 Minuten Lesezeit (651 Wörter) | Änderung am 13.01.2020 - 09.54 Uhr

Während österreichweit die eröffneten Insolvenzverfahren um 2,98 Prozent zunahmen, lag die Steigerung in Kärnten bei 4,9 Prozent (von 324 auf 340 Firmeninsolvenzen). Dabei entfallen 165 auf eröffnete Firmeninsolvenzen und 175 auf Verfahren, die mangels Masse abgewiesen wurden. Bei den eröffneten Firmeninsolvenzverfahren kam es sogar zu einer Steigerung von 9,27 Prozent.

Eingestellte Verfahren und eigezogene Passiva

Hervorzuheben ist , dass die gesamten Konkursanträge mit einem Anteil von beinahe 73 Prozent von Gläubigern gestellt wurden. Das bedeutet, dass von den Insolvenzen Klein- und Kleinstunternehmen betroffen sind, die meist nicht über Vermögenswerte von über 4.000 Euro verfügen, um die Kosten eines eröffneten Insolvenzverfahrens abdecken zu können. Daher ist auch die Anzahl der Verfahren, die mangels Masse abgewiesen wurden, sehr groß. Das spiegelt sich auch in der Abnahme der eingezogenen Passiva wieder, die im Jahr 2019 in Kärnten bei knapp 91 Mio. Euro lagen. 2018 waren es zirka 106 Mio. Euro.

Handel am stärksten betroffen

Nach Branchen gereiht, liegt der Handel mit 45 betroffenen Verfahren an erster Stelle. An zweiter Stelle liegen sonstige Dienstleistungen (hauptsächlich Pflege- und Personenbetreuungen) mit 35 Verfahren, gefolgt von Beherbergung und Gastronomie mit 31, die Bauwirtschaft mit 30 und Herstellung von Waren mit 19 Verfahren.

Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze ist von 506 auf 489 gesunken, wovon allein im Bereich der Bauwirtschaft 217 Mitarbeiter betroffen waren. Diese gingen jedoch Großteils nicht verloren, da bei der größten Insolvenz in diesem Bereich nahezu sämtliche Dienstverhältnisse (160) erhalten werden konnten.

Insolvenzen im Bezirk Villach

Im Raum Villach und Villach-Land gab es im Jahr 2019 insgesamt 55 Firmeninsolvenzen. Davon wurden 38 Verfahren beim Landesgericht Klagenfurt eröffnet, während 17 Verfahren mangels Masse abgewiesen wurden. Im Vergleich zu 2018 ist ein Anstieg der insgesamten Firmeninsolvenzen um 27,9 Prozent zu verzeichnen.

Im Raum Villach – Villach Land wurden im Jahr 2019 überwiegend Klein- und Kleinstbetriebe mit wenig Vermögen und meistens ohne Mitarbeiter insolvent. Der Anteil jener Betriebe, die nicht einmal mehr genügend liquide Mittel haben, um die Verfahrenskosten eines Insolvenzverfahrens abdecken zu können, hat sich mehr als verdoppelt (von 8 auf 17). Das bestätigt auch die Höhe der Passiva, die sich im Jahr 2019 auf rund 15,5 Mio. Euro beliefen, während sie im Jahr 2018 noch 25,16 Mio. Euro betrugen. Ebenso kam es erfreulicherweise zu einem Rückgang der gefährdeten Arbeitsplätze von 112 im Jahr 2018 auf 89.

Größte Villacher Insolvenz 2019

Die größte Insolvenz im Jahr 2019 war die Firma ESTO Lighting GmbH in Velden mit Passiva von 5,37 Mio. Euro und 24 betroffenen Dienstnehmern.

Villacher Privatinsolvenzen

Bei den insgesamten Privatinsolvenzen kam es im Raum Villach und Villach-Land zu einem Anstieg von 7,58 Prozent (Von 211 auf 227). Trotz des Anstiegs reduzierten sich dennoch die Passiva im Jahr 2019 von 30,692 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 18,75 Mio. Euro, sodass ebenfalls bemerkbar ist, dass sich mehr Einkommensschwache und weniger ehemalige Unternehmer mittels Privatkonkurs entschuldeten. Dies zeigt die durchschnittliche Verschuldung im Jahr 2019 im Raum Villach markant auf, welche im Jahr 2019 bei 89.285 Euro lag. Im Jahr 2018 betrug diese noch 151.192 Euro.

Gesamte Privatinsolvenzen gingen zurück

Im Bereich der Privatinsolvenzen kam es kärntenweit zwar zu einem Rückgang von 2,8 Prozent (792 auf 770), dennoch befinden sich diese auf relativ hohem Niveau. Auffällig ist auch hier, dass die mangels Masse abgewiesenen Privatinsolvenzen um 33,3 Prozent zugenommen haben. Das zeigt, dass von den Privatinsolvenzen oft einkommensschwache Personen betroffen sind, deren Einkommen so gering ist, dass sie nicht mal ihren monatlichen Lebensunterhalt bestreiten können.

Weiters sind von diesen abgewiesenen Privatinsolvenzen oft ausländische Pflegebetreuer betroffen, die keine Kenntnis von einer Entschuldung im Rahmen eines Schuldenregulierungsverfahrens haben, jegliche Kontaktaufnahme mit den Gerichten meiden und resignieren.

Die insgesamten Passiva im Privatinsolvenzbereich lagen 2019 bei rund 87,3 Mio. Euro (2018: 113,1 Mio. Euro). Somit reduzierte sich die durchschnittliche Verschuldung von 150.900 Euro auf 122.300 Euro, was wiederum dafür spricht, dass zunehmend Einkommensschwache den Privatkonkurs nutzen.

Privatinsolvenzen in den Bezirken

Die höchste Anzahl an eröffneten Privatinsolvenzen traf im Jahr 2019 das Bezirksgericht Klagenfurt mit 259 eröffnete Verfahren und das Bezirksgericht Villach mit 210 eröffneten Verfahren. Im Raum Hermagor haben sich auch die eröffneten Privatkonkurse verdreifacht (von 4 auf 13 Verfahren).

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