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Wirtschaft - Villach
Interview
Mario Drussnitzer ist neuer Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Villach.
Mario Drussnitzer ist neuer Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Villach. © KK/AK_Jost&Bayer

5 Fragen an: Mario Drussnitzer

Drussnitzer: „Wir lassen wirklich niemanden im Regen stehen!“

Villach – Frischer Wind in der Arbeiterkammer-Bezirksstelle Villach und in der Servicestelle Hermagor. Mit November 2019 übernahm Mag. Mario Drussnitzer die Leitung. Er folgte auf Irene Hochstetter-Lackner, die als Vizebürgermeisterin angelobt wurde.

 7 Minuten Lesezeit (868 Wörter)

Der 41-jährige Klagenfurter, ursprünglich aus Himmelberg, sammelte in der Jugendzeit Erfahrung als Journalist und war jahrelang in der Bankenbranche tätig. Dann kam der innerliche Drang „mehr Gutes bewirken zu wollen“  und so entschloss er sich, Jurist zu werden. Seine Berufung fand er dann in der Arbeiterkammer Kärnten.

Beruflicher Wechsel nach Villach

Der Vater von zwei Kindern war zehn Jahre lang für die Arbeiterkammer in Klagenfurt tätig. Nun wechselte er nach Villach und ist hier als Bezirksstellenleiter zweier Regionen verantwortlich für knapp 20 Mitarbeiter. Sie betreuen täglich viele Menschen, die vor arbeitsrechtlichen Problemen stehen. Aber das ist noch nicht alles: Auch im Bereich des Konsumentenschutzes ist die Arbeiterkammer Berater und Begleiter für viele. Eine wichtige Säule für die Villacher und Hermagorer. Arbeits- und  Alltagssituationen können sich schnell ändern, es kann eigentlich fast jedem passieren, dass man die Arbeiterkammer braucht. Das belegen auch aktuelle Zahlen.

5 Minuten Villach: Wie viele Fälle wickelt die Arbeiterkammer speziell in Villach jährlich ab?

Mario Drussnitzer: Wir helfen grundsätzlich jedem Kammermitglied weiter – gemeint sind fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Insgesamt waren es im Jahr 2019 über 11.000 persönliche Beratungen in der Bezirksstelle Villach / Hermagor. Diese Zahl zeigt, wie wichtig unsere Tätigkeit ist, Tendenz steigend.

Welche Bereiche stehen arbeitsrechtlich immer wieder an der Tagesordnung?

Das variiert. Aber es gibt Themen, die immer wieder auftauchen. Wie beispielsweise Kündigungen in Krankenständen. Es gibt grundsätzlich kein Verbot dafür. Eine Kündigung im Krankenstand ist möglich. Hier muss man jeden Fall einzeln betrachten. Das ist unsere Aufgabe und wir unterstützen in weiterer Folge, indem wir die Kündigung anfechten und im besten Fall eine Wiedereinstellung bewirken können. Eines sei gesagt: Es ist nicht hoffnungslos. Wir können speziell in diesem Bereich viele zufriedenstellende Ergebnisse verzeichnen. Sehr zur Freude der Betroffenen.

Nimmt einen das noch mit, wenn man von den vielen Schicksalsschlägen hört?

Es stimmt schon, teilweise spielen sich echte menschliche Dramen ab. Manches nimmt mich schon mit, ja. Jeder hier muss lernen, gewisse Themen abzugrenzen. Aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass das immer gelingt. Wir möchten immer helfen und zu unserer Arbeit gehören auch viel Empathie und viel Sensibilität in den einzelnen Beratungsgesprächen. Vor allem ist jeder Fall anders. Unsere Arbeit kann herausfordernd sein, aber alle im Team hier sind Idealisten und mit Herz bei der Sache.  

Wer sucht in Villach Hilfe bei der Arbeiterkammer? Welche Probleme gibt es?

Das ist ganz unterschiedlich. An der Tagesordnung stehen bei uns arbeitsrechtliche Themen wie Entlassungen, vorzeitige Austritte, Entgelt-Zahlungen und so weiter. Betroffen ist eigentlich jede Branche. Im Bereich des Konsumentenschutzes sind Dauerbrenner Mietangelegenheiten, Produktkäufe, Differenzen mit Unternehmen oder sehr häufig auch Urlaubsreisen. Gerade im Bereich Online Banking ist im Moment Vorsicht geboten. Banken schicken niemals Aufforderungen per Email, damit sich die Kunden einloggen. Das ist wichtig und diese „goldene Regel“ trifft grundsätzlich zu.  Besonders beachtlich ist, dass Betrügereien im Onlinebereich vor keiner Gesellschaftsschicht Halt machen. Die Websites oder Emails sind teilweise so professionell im Design, dass wirklich sehr viele Menschen irritiert sind. Viele sitzen diesen Betrügern leider auch auf.

Jahresanfang: Welche Leistungen der AK werden jetzt beansprucht?

Viele nutzen jetzt Beratungen im Bereich des Lohnsteuerausgleiches. Das kann ich nur empfehlen. Man braucht keine Scheu zu haben, sich an uns zu wenden. Wir gehen alles persönlich und unverbindlich beim Gespräch durch. Erst wenn ein Auftrag an die Arbeiterkammer erteilt wird, handeln wir im Sinne unserer Mitglieder. Besonders empfehlen kann ich den AK digi:check. Die Kurse sind kostenlos und sorgen für die nötigen Kompetenzen rund um die digitale Zukunft.

Als der Anruf kam, „bitte die Bezirksstellenleitung übernehmen…“

… war das sehr überraschend und auch kurzfristig. Innerhalb von 24 Stunden ist die Entscheidung gefallen. Eine sehr gute Entscheidung. Ich fühle mich in Villach sehr wohl und auch das Servicecenter in Hermagor liegt mir sehr am Herzen. Ich freue mich immer darauf, ins Gailtal zu fahren, es ist eine meiner Lieblingstätigkeiten. In Villach wurde ich sehr herzlich empfangen. Natürlich befinde ich mich noch in der Eingewöhnungsphase. Es war so einfach, hier zu starten – vom ersten Tag an war es Dank der Kollegen ein richtiges Zuhause.

Welche künftigen Pläne gibt es hier im Zuge Ihrer neuen Leitung?

Große Veränderungen sind nicht geplant. Ich habe das Glück, dass meine Vorgängerin (Anm.: gemeint ist Irene Hochstetter-Lackner) großartige Arbeit geleistet hat. Mir gefällt hier besonders, dass die Nähe zu den Menschen wirklich gelebt wird. Alle hier sind sehr herzlich und bemüht. Natürlich hat jeder Mensch eigene Vorstellungen. Der Präsident der Arbeiterkammer Kärnten Günther Goach nimmt die betrieblichen Interessen unserer Mitglieder ständig vor Ort wahr, und in diesem Zusammenhang möchte ich unterstützend tätig sein und beispielsweise die Kontaktaufnahme und -pflege zu den Betriebsräten forcieren. Dieses Ziel möchte ich sehr gerne umsetzen, vor Ort in den Betrieben mit den Menschen sprechen und sie so unterstützen. Ansonsten möchte ich den sehr guten Weg, der hier bereits beschritten wird, weiter gehen: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

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