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Aktuell - Kärnten
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Aufruhr in Kärntens Nachbarregion

Nach zwei Corona Todesfällen in Italien: Friaul ruft Notstand aus

Italien/Kärnten – In Österreich gab es bisher 181 Corona Verdachtsfälle, die sich alle als negativ erwiesen. In Norditalien gab es bereits zwei Todesfälle. In Friaul-Julisch Venetien, Kärntens Italienischer Nachbarregion, wurde der Notstand ausgerufen. Bei einem kurzfristigen Pressetermin heute Vormittag wurde die Lage in Italien genauer besprochen.

 6 Minuten Lesezeit (725 Wörter) | Änderung am 23.02.2020 - 13.52 Uhr

Nach dem Ausbruch des Corona-Virus in Norditalien – in der Lombardei und Venetien wurden bislang 29 Erkrankungen und ein zwei Todesfälle gemeldet – gelten auch in Österreich erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht. Laut Medienberichten wurde in Friaul-Julisch Venetien, Kärntens italienischer Nachbarregion, aufgrund des Coronavirus sogar der Notstand bis zum 31. Juli ausgerufen. Nach wie vor gebe es in Österreich aber keinen Grund zur Panik. “Wir haben in Österreich bisher bei 181 Verdachtsfällen Testungen durchgeführt, alle waren negativ. Wir sind über das “Early Warning and Response System” (EWRS) der EU rund um die Uhr mit allen Ländern der EU vernetzt und können damit unmittelbar nach dem allfälligen Auftauchen des Verdachts einer Verbindung nach Österreich sofort Maßnahmen ergreifen. Österreich ist sicher eines der am besten vorbereiteten Länder der EU. Die Staatengemeinschaft unternimmt unter Anleitung der Weltgesundheitsorganisation WHO alles, damit aus der regionalen Epidemie keine globale Pandemie wird. Wir setzen dabei in Österreich alle Vorschläge und Empfehlungen der WHO sowie der europäischen Gesundheitskontrollbehörde ECDC schnell und konsequent um”, so Gesundheitsminister Rudi Anschober.

Friaul-Julisch Venetien ruft Notstand aus

Medienberichten zufolge wurde in Friaul-Julisch Venetien, Kärntens italienischer Nachbarregion, bis zum 31. Juli 2020 der Notstand ausgerufen. Dadurch könne die Region nötige Schutzmaßnahmen ergreifen. Ein Corona Verdachtsfall in dem Gebiet sei bisher aber noch nicht bestätigt worden. In der Lombardei seien bereits rund 50.000 Menschen isoliert worden. Europaweit liege Italien auf Platz eins der Corona Viruserkrankungen. Auch der Karneval von Venedig wurde aufgrund der aktuellen Situation in Italien abgesagt.

FPÖ-Darmann fordert Maßnahmenpaket

Der Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Mag. Gernot Darmann nimmt die aktuellen Coronavirus-Fälle in den norditalienischen Regionen Lombardei und Veneto sowie den beiden Todesfällen zum Anlass, in einer Presseaussendung erneut auf das fehlende Risikobewusstsein der Kärntner Landesregierung und der zuständigen SPÖ-Gesundheitsreferentin Prettner aufmerksam zu machen: „Die SPÖ-Gesundheitsreferentin Prettner muss endlich aufwachen und den Kopf aus dem Sand nehmen. Die Kärntner FPÖ fordert seit Wochen ein professionelles Krisenmanagement und die Vorlage eines Maßnahmenpakets, doch bisher hat sowohl die Bundesregierung als auch die Kärntner Landesregierung das Risiko vollkommen verharmlost. Auf Grund der immer näherkommenden Coronavirus-Gefahr ist die SPÖ-Gesundheitsreferentin Prettner dringend gefordert gemeinsam mit den Behörden und der österreichischen Bundesregierung umgehend ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Bevölkerung vorzulegen. Mediales Fiebermessen vor Kameras – wie bisher – ist ein reines Täuschungsmanöver, bringt aber kein Mehr an Sicherheit“, so Darmann.

Weitere Vorgehensweise für Kärnten

Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner luden heute, Sonntag, kurzfristig Fachleute des Landes zu einem informellen Experten-Koordinationsgespräch zum Thema Corona-Virus. Nachdem bekannt wurde, dass in Norditalien zwei Todesopfer und rund 70 Infizierte zu beklagen sind, trafen sich Experten des Landes, um eine weitere Vorgehensweise festzulegen. Bekanntermaßen kam es in der Region Lombardei und rund um die Stadt Padua zu jeweils einem Corona-Todesfall.

„Es ist jetzt wichtig Ruhe zu bewahren, in Österreich gibt es derzeit keinen Corona-Fall. Wir stimmen uns eng mit dem zuständigen Ministerium und Sozialminister Rudolf Anschober ab, der bei der Expertenrunde via Telefonschaltung zugeschalten war“, erklärte Kaiser bei der anschließenden Pressekonferenz. Wie auch Gesundheitsreferentin Prettner bestätigte, sei es jetzt wichtig, den Wissenstransfer mit den betroffenen italienischen Regionen zu intensivieren: „Österreich und damit Kärnten ist in das europäische Informationssystem integriert – der Informationsaustausch läuft parallel auch auf dieser Schiene.“

Der Landeshauptmann und die Gesundheitsreferentin raten, nicht unbedingt notwendige Reisen in die in Italien betroffenen Gebiete zu vermeiden. Für Kärnten sei es jedenfalls wichtig, alle weiteren Maßnahmen eng mit dem zuständigen Bundesministerium abzustimmen, welches wiederum innerhalb der EU eng vernetzt ist. „Kärnten agiert akkordiert mit einer sorgfältig abgestimmten nationalen und europäischen Strategie“, betonten Kaiser und Prettner. Für morgen kündigte Kaiser, der momentan Präsident der EUREGIO mit Kärnten, Friaul und dem Veneto ist, eine Telefonkonferenz mit dem Zivilschutzverband in Friaul an, wo das enge Netzwerk mit den benachbarten Regionen positiv zum Tragen komme. „Ich kontaktiere auch meine beiden Kollegen die Regionspräsidenten Massimiliano Fedriga (Friaul Julisch-Venetien) und Luca Zaia (Veneto), um uns abzustimmen“, so Kaiser.

Infohotline

Für Fragen von Bürgerinnen und Bürgern steht die AGES-Infoline Corona-Virus unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 555 621 werktags zur Verfügung. Informationen gibt es auch unter www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus.

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