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Leute - Villach
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Eltern und Mitarbeiter verärgert

Nach Insolvenz: „Wir stehen jetzt ohne Kinder­garten­platz da!“

Wernberg – Wie gestern bekannt wurde, wurde über All 4 Kids – Kinderbetreuungs- und Sozialprojekte GmbH mit Standorten in Villach, Finkenstein und Wernberg ein Konkursverfahren eröffnet. Die Verbindlichkeiten betragen rund 669.000 Euro, wir haben berichtet. Der Kindergarten in Wernberg soll nun geschlossen werden, um das Unternehmen fortführen zu können. Viele Eltern sind verärgert, dass sie nun ohne Kindergartenplatz dastehen. Auch Mitarbeiter haben sich bei uns gemeldet und werfen der Leitung Vertuschung vor.

 3 Minuten Lesezeit (455 Wörter) | Änderung am 05.03.2020 - 13.55 Uhr

Von der Insolvenz sind rund 10 Gläubiger und 27 Dienstnehmer in drei Filialen betroffen. Aber auch Eltern stehen bei einer Schließung des Standortes in Wernberg ohne Kindergartenplatz da. Bereits vor einigen Tagen meldete sich ein 5 Minuten Leser bei uns und zeigte sich über die Zustände des Kindergartens entsetzt. „Der Kindergarten hat einfach für zwei Tage geschlossen und wir wurden erst einen Tag vorher informiert“, so der Vater. „Wir stehen vor vollendeten Tatsachen und wissen nicht, wo wir unser Kind unterbringen sollen.“ Er gab an, dass auch Betreuerinnen gekündigt wurden, weil angeblich ihre Gehälter nicht mehr bezahlt werden konnten.

Kiga blieb geschlossen

„Am Mittwoch (Anm.: 26. Februar) hieß es, dass die Gruppe aufgrund von Personalmangel wegen Krankenständen am Donnerstag und Freitag geschlossen hat. Sonntag (Anm.: 1. März) gegen 16.55 Uhr hab ich einen Anruf bekommen, dass auch am Montag noch geschlossen ist“, erfahren wir von einer betroffenen Mutter. „Am Montag um 13.50 Uhr sind wir dann zu einem spontanen Elternabend eingeladen worden, der um 17.30 Uhr stattfand. Erst dort haben sie uns erklärt, dass es finanziell schlecht aussieht“, so die Leserin. „Selbst da ist uns aber nicht konkret gesagt worden, ob die Gruppe geschlossen wird oder nicht“, ärgert sie sich. Am Dienstag habe sie dann aus den Medien von der Insolvenz erfahren.

„Mitarbeiter arbeiteten ohne Gehalt“

Die Schwester eine Mitarbeiterin hat sich ebenfalls bei uns gemeldet. Sie bemängelt, dass die Pädagoginnen nicht rechtzeitig in Kenntnis gesetzt wurden und teilweise monatelang ohne Bezahlung gearbeitet hätten. „Anfang Feber kam die Nachricht von der Leiterin, dass der Jännergehalt nicht bezahlt werden kann, da sie vom Land die Förderung nicht erhalten habe“, so die Leserin. „Die Mitarbeiterinnen haben sich weiterhin liebevoll um die Kinder gekümmert. Mitte Feber hat es geheißen, sie könne gar nichts bezahlen.“ Die Pädagoginnen haben dann wohl ihren Unmut kundgetan und sich mit der Gewerkschaft in Verbindung gesetzt. „Die Chefin hat alles ignoriert und die Mitarbeiter vertröstet.“ Zu besagtem Elternabend wurde es laut ihren Angaben den Mitarbeitern untersagt an der Sitzung teilzunehmen. „Die Pädagogen haben aus den Medien vom Konkursantrag erfahren. Die Wut ist groß, den es kümmert niemanden wie die Mitarbeiter ihre Lebenserhaltungskosten decken können“, ist die Leserin verärgert.

„Eltern und Mitarbeiter wurden informiert“

Anders sieht die Leiterin des Standortes in Wernberg die Sachlage. Auf Anfrage von 5 Minuten gibt sie an, dass sie alle Mitarbeiter, außer jene die sich im Krankenstand befanden, über die Insolvenz informiert hätte. Von der Schließung habe sie selbst erst sehr kurzfristig erfahren. Sie erhalte vom Land keine Fördermittel zur Fortführung des Standortes. „Die Eltern wurden bei einem Elternabend über die Lage informiert“, so die Leiterin.

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