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Wirtschaft - Villach
Die Villacher Jungunternehmerin erklärt:
SYMBOLFOTO Die Villacher Jungunternehmerin erklärt: "Ich stehe mit einer geschlossenen Praxis und ohne Einnahmen da." © 5min

Härtefallfonds:

Villacher Jung­unter­nehmerin: „Auf uns wird völlig ver­gessen“

Villach – Der Corona-Härtefallfonds soll ein Sicherheitsnetz für Selbständige sein. Er besteht aus einem Zuschuss, der auch später nicht zurückgezahlt werden muss. Eine 34-jährige Jungunternehmerin macht uns jedoch darauf aufmerksam: "Viele Unternehmer fallen durch das Raster." Denn Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung ist ein positiver Einkommenssteuerbescheid aus dem Zeitraum von 2015 bis 2019.

 3 Minuten Lesezeit (362 Wörter) | Änderung am 16.04.2020 - 14.32 Uhr

Seit April 2019 betreibt die 34-jährige Selbstständige ein Massagegewerbe im Bezirk Villach. „Anfangs war ich mobil unterwegs. Im Herbst 2019 erfolgte die Praxiseröffnung“, erzählt sie im Gespräch mit 5 Minuten. „Zuerst kamen die Aufträge noch schleppend rein, doch mit Dezember lief es immer besser.“ Neben der Praxis erhielt die gelernte Masseurin auch regelmäßig externe Aufträge aus der Hotellerie. „Im März 2020 hat bereits alles super funktioniert.“ Doch dann kam die Corona-Krise. „Von einem Tag auf den anderen hatte ich überhaupt keine Einkünfte mehr.“ Auch die Hotellerie, als zweites Standbein, brach weg.

„Viele Unternehmer fallen durch das Raster“

Einen kleinen Hoffnungsschimmer stellte der Härtefallfonds der österreichischen Bundesregierung dar. Dieser soll ein Sicherheitsnetz für Selbstständige sein. „Aber viele Unternehmer fallen hier durch das Raster“, so die Jungunternehmerin. Sie weist darauf hin, dass man immer auch das Kleingedruckte lesen sollte. Wie auf der Webseite der WKO steht, muss nämlich „ein Einkommenssteuerbescheid aus dem Zeitraum von 2015 bis 2019 vorliegen. Dieser Bescheid muss positive Einkünfte aus selbstständiger Arbeit und/oder Gewerbebetrieb oder einen positiven Saldo aus diesen Einkünften ausweisen und rechtskräftig sein.“

„Ich stehe mit einer geschlossenen Praxis und ohne Einnahmen da“

„Da ich mein Unternehmen erst letztes Jahr gegründet habe, bin ich 2019 noch negativ ausgestiegen und habe somit keinerlei Ansprüche auf den Härtefallfonds“, erklärt die ausgebildete Masseurin. „Ich stehe mit einer geschlossenen Praxis und ohne Einnahmen da.“ Die Jungunternehmerin sei außerdem mit mehreren Selbstständigen in Kontakt, die ein ähnliches Problem haben. Sie ist enttäuscht: „Auf uns wird völlig vergessen, während durch die Medien der Satz rattert, dass ’niemand im Stich gelassen wird‘.“

„Die Corona-Krise ist jetzt und nicht 2019“

Die 34-Jährige würde sich wünschen, dass die Zuschüsse vom Härtefallfonds auf die aktuelle Situation abgestimmt werden. „Die Corona-Krise ist jetzt und nicht 2019. Auch ich habe Einnahmen eingebüßt. Ich würde mir wünschen, dass mir jetzt geholfen wird und das nicht daran gemessen wird, was in den Jahren zuvor war“, so die Masseurin. „Wenn ich nun von keiner Seite Hilfe bekomme, werde ich wohl völlig pleitegehen“, so die Jungunternehmerin.

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