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UPDATE | Aktuell - Villach
© KK

Baustopp aufgehoben

Wirt bangt um Existenz: Baustelle verhindert Lokalöffnung

Faaker See – Das Video eines Wirtes sorgt derzeit für viel Aufregung im Netz. Die Landesregierung hat den Baustopp beim Faaker See im Sommer aufgehoben. Wegen einer Baustelle direkt vor seinem Lokal kann Gastronom Medaur Qollaki für einen Großteil der Saison nun nicht öffnen. "Niemand wird sich auf die Terrasse setzen, bei diesem Lärm", zeigt sich der Wirt verzweifelt und bangt um seine Existenz.

 7 Minuten Lesezeit (871 Wörter) | Änderung am 30.05.2020 - 12.34 Uhr

Generell hat es die Gastronomiebranche momentan nicht leicht. Erst vor wenigen Wochen durften die Betriebe wieder öffnen, viele Wirte kämpfen momentan ums Überleben. Um seine Existenz bangt derzeit auch der Villacher Medaur Qollaki, Inhaber des Amarena Lokals am Faaker See. Die Landesregierung hat nämlich den Baustopp beim Faaker See im Sommer aufgehoben. „Es geht um meine Existenz. Die Coronakrise hat mich hart getroffen, wie viele andere Wirte auch. Mit der Baustelle kommt jetzt quasi ein zweiter Lockdown auf mich zu“, erzählt uns Medaur Qollaki im Gespräch. Denn nach monatelanger Zwangspause könne er seinen Betrieb aufgrund einer Baustelle jetzt immer noch nicht öffnen. „Auf der Straße vor dem Lokal und rund herum herrschen Bauarbeiten. Wir sind mitten drin. Niemand wird sich auf die Terrasse setzen, bei diesem Lärm“, ist sich der Gastronom sicher. Seinen Ärger drückte der Wirt auch in einem Video aus.

„Schlechter Zeitpunkt für die Baustelle“

Bei dem Projekt handelt es sich um den Bau des dritten von vier Abschnitten des Radwegs R1B Faaker See Weg, dieser liegt zwischen dem Gasthof Tschebull und der Kragplatte Egg (Nähe Strandbad). „Wir haben mit der Baustelle an sich kein Problem, schließlich soll ein neuer Radweg entstehen, was letztendlich auch für uns eine Bereicherung ist. Nur der Zeitpunkt ist äußerst schlecht gewählt“, erklärt der Gastronom. Bis zum 10. Juli sollen die Bauarbeiten noch andauern. „Damit fällt für mich die Hälfte der Saison weg. Die Verantwortlichen hätten die Arbeiten ohne weiteres vor oder nach der Saison durchführen lassen können“, kritisiert Medaur Qollaki.

„Niemand will zwischen Lärm und Staub sitzen“

Bereits seit acht Jahren betreibt der Gastronom das Lokal am Faaker See. Sein Hauptgeschäft macht der Wirt mit Eis und Pizzen. „Die Kunden sind es gewohnt, mit einem Eisbecher bei uns auf der Terrasse zu entspannen und die Atmosphäre zu genießen. Das ist jetzt mit der Baustelle natürlich nicht möglich. Niemand wird sich dazu entscheiden, sein Eis hier bei uns zwischen Lärm und Staub zu verzehren“, schildert der Wirt seine Lage. Ein Aufsperren würde sich deshalb nicht rentieren. „Das wird erst der Fall sein, wenn die Baustelle abgeschlossen ist, also frühestens Anfang Juli“, so Medaur Qollaki. 

Straßenreferent Sobe möchte helfen

Der Villacher Straßenreferent Harald Sobe (SPÖ) zeigt großes Verständnis für die Situation des Wirten. „Auch ich habe das Video bereits gesehen und erkenne die Problematik, gerade jetzt nach Corona. Wir werden alles versuchen, um beim Land zu intervenieren damit es für den Gastronomen eine mögliche akzeptable Lösung gibt“, teilt Sobe im Gespräch mit 5 Minuten mit. Generell habe das Straßenreferat Villach aber keinen Einfluss auf das Baugeschehen dort, da es sich um eine Landesbaustelle handle, demnach sei das Land Kärnten verantwortlich. Trotzdem wolle sich der Straßenreferent aber „so schnell wie möglich der Problematik stellen.“

Probleme seien nicht bekannt

Auf Anfrage im Büro des Straßenbeauftragten Landesrat Martin Gruber wurde uns zu der Situation folgendes mitgeteilt: „Uns ist nicht bekannt und auch nicht gemeldet worden, dass ein Betrieb durch den Bau des Radweges nicht aufsperren kann. Denn, die Straße ist nicht gesperrt, sondern wird während der Bauarbeiten als Einbahn geführt. Darüber hinaus ist die Landesstraßenverwaltung ausschließlich für den Bau und Erhalt von Straßen, Brücken und überregionalen Radwegen zuständig.“

#Update: „Gemeinsame Baustelle von Stadt Villach und Land Kärnten“

Gegenüber 5 Minuten weist das Land die Aussage von Stadtrat Sobe entschieden zurück. Es handle sich um eine gemeinsame Baustelle von Stadt Villach und Land Kärnten. „Die alleinige zuständige Verkehrsbehörde ist der Magistrat Villach. Daher ist es falsch […], dass Herr Sobe nichts damit zu tun habe“, erklärt man uns im Büro des Straßenbeauftragten Landesrat Martin Gruber. Das Land sei bemüht, die Arbeiten an dem für die Region und Touristen wichtigen Radweg-Lückenschluss so rasch wie möglich abzuschließen und die Belästigung von Lärm und Staub vor allem in unmittelbarer Nähe von Gaststätten so gering wie möglich zu halten.“

„Gemeinsam das Problem sofort lösen“

„Es ist schlimm genug, wenn sich ÖVP-Straßenbaulandesrat Gruber und ÖVP-Tourismuslandesrat Schuschnig nicht untereinander absprechen können, damit nicht Wirtschaft und Tourismus durch Bauarbeiten direkt in der Saison leiden. Aber dass sich nun SPÖ und ÖVP gegenseitig die Schuld für die Situation am Faaker See und diese Baustelle zuschieben, gibt ein erbärmliches Bild ab. Sie müssten vielmehr gemeinsam das Problem sofort lösen. Hier muss sofort Abhilfe geschaffen und die Baustelle in der Tourismusregion Faaker See eingestellt werden, damit Gastronomiebetriebe nicht aufgrund politischer Entscheidungen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Bauwirtschaft wird auch im Herbst Aufträge brauchen. Aber vorrangig haben jetzt die Unternehmer am See das Wort, um endlich ihre dringend notwendigen Umsätze machen zu können und nicht noch einmal durch falsche Entscheidungen der Politik behindert zu werden“, so FPÖ-Chef Gernot Darmann in einer Stellungnahme.

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