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Wirtschaft - Klagenfurt
Umweltreferent Stadtrat Frank Frey, Umwelt-Landesrätin Mag. Sara Schaar, DI Dr. Johann Novak (UTC Umwelttechnik), Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz DI Michael Rabitsch (Landes-Umweltabteilung) und DI Reinhard Höchtl (PORR) besichtigten das 60.000 m² große Areal am ehemaligen Neuner-Gelände.
Umweltreferent Stadtrat Frank Frey, Umwelt-Landesrätin Mag. Sara Schaar, DI Dr. Johann Novak (UTC Umwelttechnik), Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz DI Michael Rabitsch (Landes-Umweltabteilung) und DI Reinhard Höchtl (PORR) besichtigten das 60.000 m² große Areal am ehemaligen Neuner-Gelände. © StadtPresse/Spatzek

Gelände wurde saniert

Aus alter Industrieruine wird neuer Vorzeige­stadtteil

Klagenfurt – Die 18 Monate dauernde Dekontamination des mit Chrom-VI belasteten Areals der ehemaligen Neuner Lederfabrik ist erfolgreich abgeschlossen. Auf einer baureifen Fläche von 60.000 Quadratmeter soll hochwertiger und leistbarer Wohnbau mit modernen Energie- und Mobilitätskonzepten entstehen.

 4 Minuten Lesezeit (538 Wörter)

Eine der gefährlichsten Industrie-Altlasten des Landes ist endlich Geschichte. Von Dezember 2018 bis Ende Mai 2020 wurde das 60.000 m2 große Areal der ehemaligen Lederfabrik Neuner umfassend saniert und von gefährlichen Chemikalien wie dem hochgiftigen Chrom-VI gereinigt. Der jahrzehntelange Betrieb der Lederfabrik hat die Gebäude, den Boden und das Grundwasser stark kontaminiert. Der Standort wurde daher sogar als Altlast der Priorität 2 eingestuft. Umso erfreulicher ist das Ergebnis der 18 Monate dauernden Sanierung des Geländes, welches am Donnerstag von Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, Umweltreferent Stadtrat Frank Fey, Landesrätin Mag. Sara Schaar und Vertretern der ausführenden Firmen PORR und der UTC Umwelttechnik vor Ort präsentiert wurde.

Wie wird das Stadtviertel aussehen?

„Es ist eine Sternstunde für die Klagenfurter Stadtentwicklung. Ein alter, problematischer Industriestandort wurde erfolgreich saniert und kann jetzt uneingeschränkt genutzt werden“, freut sich Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. Für die Nachnutzung gibt es schon klare Vorstellungen. Es soll ein qualitativ hochwertiger und leistbarer Wohnbau verwirklicht werden, mit öffentlichen und privaten Wohnungen in Kombination mit Handel und Dienstleistungen. Moderne Energie- und Mobilitätskonzepte sollen in dem neuen Vorzeige-Stadtteil zum Standard gehören. Ein entsprechender Architektenwettbewerb für die zukünftige Gestaltung läuft noch bis Mitte August. „Mit der erfolgreichen Sanierung der Lederfabrik Neuner wurde ein weiterer wichtiger Schritt in der Altlastensanierung in Kärnten gesetzt.

„Eine der schlimmsten Altlasten Österreichs losgeworden“

Ein zentraler Aspekt bei diesem Projekt ist die Möglichkeit der uneingeschränkten Nachnutzung des gesamten Bereiches. Dies ist ein Beispiel dafür, wie Altlastenstandorte im Sinne der Nachhaltigkeit zur Verringerung von Bodenverbrauch bestmöglich genutzt werden können“, so Umweltreferentin LR.in Mag. Sara Schaar. Um dafür überhaupt die Grundlage zu schaffen, hatten die TEERAG-ASDAG GmbH, eine Tochter des Grundstücksbesitzers PORR, und die beteiligten Baufirmen und Ziviltechniker Schwerarbeit zu leisten. „Wir sind eine der schlimmsten Altlasten Österreichs mitten in Klagenfurt losgeworden. Auf der jetzt frei gewordenen 60.000 m2 großen Fläche soll ein Vorzeigeprojekt mit modernen Energie- und Mobilitätskonzepten entstehen“; betont Umweltreferent Stadtrat Frank Frey. Insgesamt wurden 340 Millionen kontaminiertes Grundwasser mit einer eigenen Wasserreinigungsanlage vor Ort gesäubert. „Diese Anlage wird noch die nächsten Jahre weiter laufen, bis das gesamte Grundwasser am Standort wieder sauber ist. Am Neuner Gelände konnte gemeinsam ein Erfolgsprojekt nach dem Motto Brachland nützen und Grünland schützen, umgesetzt werden“, betont DI Dr. Johann Novak, von den Umwelttechnik Ziviltechnikern. Sogar zwei Forschungsprojekte der Montan Universität Leoben haben sich mit der Altlastensanierung beschäftigt, um wichtige Daten für zukünftige Vorhaben zu erheben.

Schutz der Anrainer hatte oberste Priorität

„Die größte Herausforderung war der Schutz der Anrainer, was durch regelmäßigen Informationsaustausch über die Ombudsstelle und enge Kontrollen gut gelungen ist“; so DI Reinhard Höchtl von der PORR Umwelttechnik. Erstmalig in Österreich wurde bei einem Bauprojekt für Anrainer nämlich eine eigene Ombudsstelle eingerichtet, die regelmäßig informierte und für Fragen zur Verfügung stand. Zudem gab es eine ständige Bauaufsicht durch die Behörden mit vier Staubmessstellen und Erschütterungsmessungen am Gelände. Finanziert wurde die Beseitigung der Altlast zu 80 Prozent, etwa 9 Millionen Euro, aus Mitteln des Altlastensanierungsfonds. Die verbleibenden Kosten von rund 2 Millionen Euro trägt die PORR.

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